Noch lange nach dem offiziellen Niedergang zog sich das Erbe der Disco-Ära mehr oder weniger latent durch das jeweils aktuelle Clubmusik-Geschehen, aber in den letzten Jahren nahm die Auseinandersetzung mit dem Thema neue Formen an. Damit einhergehend meldete sich eine Form der Musikbearbeitung zurück, die schon abgelegt schien: der Edit. Wo zur klassischen Phase des Edits noch DJs und Produzenten zu Schere und Klebeband griffen, um individuelle Versionen für Club-Sets maßzuschneidern, führten die fortschreitenden technischen Erleichterungen in der Musikproduktion zu einer Flut von Edits bekannter oder obskurer Titel. Es war nun geradezu üblich, sich erst mit ein paar editierten Fremdkompositionen schwankenden Mehrwerts einen Namen zu machen, und sich dann allmählich als eigenständiger Künstler zu etablieren. Je mehr Disco sich in die breite öffentliche Wahrnehmung zurückmeldete, desto weiter drifteten die Lager derer auseinander, die Disco in immer entlegenere, spezialisiertere Winkel erforschen wollten, und derer, die Disco einfach mehr Popularität wünschen. Aber beide Lager machten für ihre Zwecke zahllose Edits. Bis dahin wurde jedoch schon ein ganz schön langer Weg zurückgelegt.
Ab Mitte der 70er Jahre war die Bandmaschine fester Bestandteil der Setups von Studio und DJ-Kanzel. Schon 1974 nahm der New Yorker DJ John Addison damit seine Sets im Club auf, und ungefähr zur gleichen Zeit verbrachte Tom Moulton, frustriert von den damals noch gängigen Fade-outs und Pausen auf der Tanzfläche, etliche Arbeitsstunden damit, Tapes für den Club Sandpiper auf der Schwulen-Enklave Fire Island zusammenzuschneiden, auf denen die Songs ineinander übergingen. Der Arbeitsaufwand, die Methodik und das Arbeitsgerät dabei waren mit dem Cutter beim Film vergleichbar, und man brauchte eine Menge Geduld und ein fein abgestimmtes Ohr dafür, die Parts der Musik harmonisch und punktgenau zu trennen und an anderer Stelle wieder zusammenzufügen. Moulton war somit nicht nur ein Pionier der Mix-Compilation, er führte 1976 auch die 12“ in die Clubkultur ein, als er eine verlängerte Version von Moment Of Truths „So Much For Love“ für das Format anfertigte (seine Glanztaten als Mixer würden diesen Rahmen sprengen). Moulton war jedoch nie DJ, wohingegen der legendäre Walter Gibbons, der sich mit ihm anhand seiner Version von Double Exposures „Ten Percent“ die Verdienste um die erste 12“ teilte, seine Erfahrungen als Ausnahmetalent in der Kanzel in seine Edits einfließen ließ. Die Mixe, die er im Club machte, indem er bestimmte Parts von Songs am Mischpult ausdehnte und wiederholte und ihnen somit eine völlig neue Dramaturgie und Dynamik verlieh, bannte er bald auf Tonbänder und Acetat-Pressungen, um sich die Arbeit im Club zu erleichtern. Und in Zeiten, in denen der DJ pro Nacht viele Stunden am Stück zu arbeiten hatte, war das ein ernstzunehmendes Kriterium. Die Umstrukturierung eines Stückes mittels Editieren war demzufolge schon von Beginn auch durch Funktionalität definiert, gleichermaßen das Erlebnis auf der Tanzfläche betreffend, als auch das Wirken des DJ, der für das Erlebnis sorgt. Schnell wurde aus der tanzbareren Alternative zum Originalversion der Standard, und ein DJ ohne signifikante eigene Edits war kaum noch konkurrenzfähig. Anfang der 80er, nach dem klassischen Disco-Boom, wurde dieses Gewinnerteam nicht ausgewechselt, sondern weiterentwickelt. In New York zogen Studio-Asse wie François Kevorkian oder Shep Pettibone wegweisende Lehren aus den frühen Tagen des Edits, und arbeiteten ihr Ausgangsmaterial von Underground bis Pop zu kaum noch wiedererkennbaren Versionen um. Gleichzeitig sorgte die etwas jüngere Generation, am prominentesten vertreten durch die Latin Rascals und Mr. K alias Danny Krivit, dafür, dass einerseits die Tradition neu erblühte, andererseits den Anschluss an neue Sounds fand, und von England aus kümmerte sich Greg Wilson darum, dass die Kunst des Edits von England aus auch in Europa um sich griff. In Chicago rumorte wenig später bereits das Phänomen House, das maßgeblich von den dort tätigen DJs Frankie Knuckles und Ron Hardy auf den Weg gebracht wurde, wobei auch ihre Edits eine gewichtige Rolle spielten, vor allem die radikalen Dekonstruktionen, mit denen Ron Hardy seine favorisierten Tracks behandelte.
Als House dann ab Ende der 80er seinen Siegeszug antrat, wurde der klassische Edit vom Sampling verdrängt und geriet aus dem Blickpunkt. Nicht nur das mühselige Arbeiten mit Tapes war schon längst Vergangenheit, man konnte mit Sampler und Sequenzer wesentlich schneller vorgehen, und oft war eine gezielte Referenz wichtiger als eine sorgfältig arrangierte Neubearbeitung. Aber schon in den 90ern wurden diese Referenzen wieder nostalgischer, und man erinnerte sich daran zurück, dass eine eingehende Beschäftigung mit prägnanten Einzelparts einem Track zu neuem Glanz verhelfen konnte. Dieser Glanz färbte auf die liebevollen Edits ab, die DJ Harvey und Gerry Rooney auf Black Cock veröffentlichten, und zog sich von den Dub-Exkursionen der Idjut Boys, den Respektbekundungen Ashley Beedles, der Expertise von Joey Negro und Dimitri from Paris bis hin zur Experimentierfreude Theo Parrishs und der verantwortungsbewussten Archäologie von Morgan Geist.
Viele der genannten Protagonisten bestimmen auch die Renaissance des Edits in den letzten Jahren. Auch sie bedienen sich dabei der Neuerungen, die die Herstellung eines Edits wesentlich vereinfacht haben. Tonbänder sind jetzt Files, Schnitt- und Mischpulte sind Produktionssoftware, und das Studio ist im Laptop. Der Weg vom Original bis zum Edit hat sich auch vor dem Hintergrund virtueller Distributionswege derart verkürzt, dass vom Flohmarktfund bis zum Release theoretisch nur wenig Zeit vergehen muss. Damit geht aber leider oft eine Bootlegger-Mentalität einher, die sich nur noch rudimentär um die Qualitäten und Lizenzrechte von Basismaterial schert, und die Auswahl der Musik beschränkt sich nur zu häufig auf Distinktion durch Obskurität und Verfügbarkeit. Tracks werden dann nicht mehr individuell interpretiert, sondern nach den Convenience-Geboten modernen Auflegens zwangsbegradigt. Kickdrum schlägt Schlagzeuger, Arrangement schlägt Neuarrangement. Natürlich gibt es genug Produzenten, die, dem Grundgedanken der Edit-Klassiker gemäß, einen Track so auseinander- und wiederzusammenbauen, dass ein Mehrwert entsteht, aber man muss in der Schwemme von Edits, die daran nicht weiter interessiert sind, immer tiefer tauchen. Über die Verantwortlichen dafür stellte Lars Bulnheim, Gitarrist bei Superpunk und begnadeter Soul-DJ, einst treffend fest: „Da will einer Kalif sein, anstelle des Kalifen“.
Es lohnt es sich in jedem Fall, sich bei den Pionieren zu unterrichten, wie man mit einem Edit eine neue Version schafft, die neben der alten Version mindestens besteht. Anschauungsmaterial dafür gibt es mehr als genug.
25 Edits:
Bettye Lavette – Doin’ The Best That I Can – Walter Gibbons Remix (West End Records, 1978)
Yaz – Situation – François Kevorkian Dub Version (Sire, 1982)
First Choice – Let No Man Put Asunder – Frankie Knuckles Vocal Mix (Salsoul, 1983)
Jimmy Ruffin – Hold On To My Love – Robbie Leslie Disconet Remix (ERC, 1984)
MFSB – Love Is The Message – Mr. K Re-Edit (T.D. Records)
Carl Bean – I Was Born This Way – Shep Pettibone Better Days Version (Next Plateau, 1986)
La Flavour – Mandolay – Latin Rascals Version (Seathru Records, 1987)
Data – Living Inside Me – Razormaid A-2 Vinyl Mix (Razormaid, 1989)
DJ Harvey – Love Finger (Black Cock, 1998)
Patti Jo – Make Me Believe In You – Black Science Orchestra Re-Edit (Original Sound Track Recordings, 1999)
Patti Labelle – Get Ready (Looking For Love) – Ron Hardy Back To The Music Box Edit (Nuphonic, 2000)
Theo Parrish – Ugly Edits Vol. 2 (Ugly Edits, 2002)
Dance Reaction – Disco Train – Morgan Geist Caboose Mix (Environ, 2003)
Johnnie Taylor – What About My Love – Joey Negro Re-Edit (Rapster, 2004)
Isaac Hayes – I Can’t Turn Around (Ron’s Edits, 2004)
Tantra – A Place Called Tarot – Idjut Boys Re-Edit (Tirk, 2004)
The Slits – Bassvine (Secret Mixes Fixes, 2005)
Tangoterje – Can’t Help It (G.A.M.M, 2005)
Mark E – Scared (Jiscomusic, 2005)
Best Friend Around – It’s So Good To Know – Dim’s Re-Edit (Labels, 2005)
Dazzle – You Dazzle Me – Kenny Dope Edit (Azuli, 2006)
Midnight Star – Midas Touch – Hell Interface Remix (Boards Of Canada, 2007)
Bim Marx – Stronger (Stilove4music, 2008)
Various – Reflection Series #2 (Medusa Edits, 2009)
GW- Two Sides Of Sympathy – GW Edit (Reactivate, 2009)
Im Gespräch mit Klaus Stockhausen über “Party Boys” von Foxy (1980).
Wie bist Du auf „Party Boys“ gekommen? Beim Plattenkaufen für DJ-Gigs? Du hattest ja 1980 schon mit Auflegen angefangen, als die Platte rauskam.
Die Platte ist, denke ich, von 1979, aber es war wohl 1980. Angefangen habe ich drei Jahre vorher. Ehrlich gesagt war ich in Amsterdam in einem Plattenladen, Rhythm Import, und es war der Nachfolger von „Get Off“, und „Get Off“ ging relativ gut ab. Ich habe in drei Clubs gearbeitet zu dieser Zeit. Donnerstags/Freitags in Frankfurt in so einem Armee-Schwuchtelladen, der hieß No Name. Da waren nur stationierte Soldaten, sehr amerikanisch. Samstag/Sonntag Coconut in Köln, und Montag in Amsterdam im Flora Palace, was hundert Jahre später zum It-Club wurde. Und du hattest drei verschiedene Musikrichtungen. In Köln war es diese Hi-NRG-Nummer mit sonntags Schwuchtel-Tea-Dance, Poppers etc., bei den Amis hattest du funky to Disco, und Amsterdam war britisch angehaucht. Diese Fusion war ganz gut.
Wie hat sich denn das Britische in der Musik in Amsterdam manifestiert?
Es war soulig, Hi-NRG, aber später auch so etwas wie Loose Ends. Es waren Elemente von Rare Groove drin. Und bei „Party Boys“ fand ich einfach diesen Hook so toll, der eben wesentlich eleganter war als zum Beispiel „Cruisin’ The Streets“ von der Boystown Gang. Eigentlich könnte man diese beiden Platten übereinander legen, es funktioniert perfekt. Und diese schrägen Stimmen. Ich mag Stimmen gerne, und wenn sie slightly off sind, mag ich sie noch viel viel lieber. Read the rest of this entry »
Im Gespräch mit Boris Dlugosch über “Dance To The Music” von Junior Byron (1983).
Hast Du Junior Byrons “Dance To The Music” zum ersten Mal gehört, als Du anfingst ins Front zu gehen?
Ich glaube, ich hatte den Titel zuerst auf einer Front-Cassette, die ich von einem Freund bekommen hatte. Also nicht ‘live’ im Front.
Du warst ja damals noch ziemlich jung. Wie bist Du eigentlich darauf gekommen dort hinzugehen? Hattest Du von Freunden gehört, dass man dort Musik zelebrierte, die Dir gefiel?
Also es war 1984, ich war 16 und die Schwester meines besten Freundes kannte den Kassierer des Front, Boris Breit. Er gab uns Front-Cassetten und hatte zwei Plattenspieler und ein Mischpult. Bei ihm zuhause verbrachten wir dann die Nachmittage nach der Schule und versuchten uns an seinen Plattenspielern und dem Mischpult. Er hatte vor allem Disco-Platten, kaufte aber auch fleißig aktuelleres Zeug bei Tractor-Schallplatten, dem damals besten Laden in Hamburg für Dance-Musik. Er hatte also die Musik, die im Front lief, bei ihm hörte ich die Sachen zuerst und dann wollte ich natürlich unbedingt einmal dorthin. Read the rest of this entry »
In discussion with Johnny Dynell on “Jam Hot” by Johnny Dynell and New York 88 (1983).
In 1980 you started your DJing career in New York’s seminal Mudd Club and then you played every club important to the downtown scene in the following years. Is “Jam Hot” the sum of what you experienced as a DJ?
The opposite, actually – “Jam Hot” was very near the BEGINNING of my DJ career.
Would you say that some clubs you played at were more relevant for the sound of “Jam Hot” than others?
Danceteria is where “Jam Hot” was born and I DJed there but it was really all the discos and latin clubs like La Escuelita and G.G. Barnum’s that inspired me. In fact, on the back cover of “Jam Hot” is a picture of my beautiful wife Chi Chi sitting in the famous swing at G.G. Barnum’s. Read the rest of this entry »
Im Gespräch mit Didi Neidhart über “Non-Stop Erotic Cabaret” von Soft Cell (1981).
Es gibt sicherlich etliche Wege um auf die Musik von Soft Cell zu stoßen. Wie war es bei Dir?
“Tainted Love” kam ja im Sommer 1981 raus und hat mich, als ich es im Radio gehört habe, sofort fasziniert. Das stach irgendwie heraus. Ähnlich wie früher “I Feel Love” oder Kraftwerk. Das machte im Hit-Radio plötzlich eine ganz neue Welt auf. Zwar gab es schon Bands, die ähnlich agierten und klangen, aber die waren zumindest in Österreich nur in Spezialsendungen wie “Musicbox” zu hören. Aber Soft Cell konnte ich sogar vor dem Weg in die Schule beim Frühstück aus dem Radio hören. Das ist ja auch etwas anderes, als wenn du dir selber Musik auflegst. Solche Pop-Momente kannst du nicht selber initiieren. “Tainted Love” war dann auch die erste Single, die ich mir wirklich mit so einem nicht mehr ganz so schwammigen Pop-Bewusstsein gekauft habe. Das war ein regelrechter Akt. Sonst hab ich entweder auf die LPs gewartet oder mir die Sachen einfach vom Radio aufgenommen. Dann kam “Non-Stop Erotic Cabaret”. Allein der Titel zog mich an. Der hatte so was Verruchtes, aber auch so einen Gossenglamour, der gut zu meinen sonstigen Vorlieben (Throbbing Gristle, D.A.F., Velvet Underground, Prince, Suicide, The Stooges) passte. Ausschlaggebend war dann die “Sounds”-Kritik von Kid P., wo über “Vaudeville-Tingel-Tangel”, “grelle Schminke und grosse Gefühle”, “kleine Hollywood-Dramen”, “keine saubere Teeny-Fun-Musik” geschrieben wurde. Interessanterweise gab es die LP dann in dem einzigen Laden in Salzburg, der eine kleine Abteilung mit “Punk”/”New Wave” hatte, nicht. Also ging ich in ein klassisches Plattengeschäft, wo ich die LP dann auch gleich fand. Was ja auch toll war. Komische Platten in komischen Läden kaufen ist das eine, komische Platten in sozusagen “normalen” Läden kaufen ist schon was anderes. Das hat durchaus was leicht Subversives. Gerade weil es um eine dezidierte Pop-Platte ging, die ich nun quasi heimlich in einem anderen Laden kaufte. Etwa so wie wenn das Päckchen, das auf dem Cover Marc Almond aus seiner Lederjacke zieht, abgeholt werden würde.
Warum hast Du Dir “Non-Stop Erotic Cabaret” ausgesucht? Was macht das Album für Dich so besonders?
So pathetisch das jetzt auch klingen mag: Ich habe damit endgültig das Land Pop betreten. Und zwar im Hier und Jetzt. Die Wege dorthin waren schon angelegt worden, aber so aktuell Girl-Groups, Phil Spector, Glam, die Walker Brothers, Frank Sinatra und Dean Martin für mich damals auch waren, so sehr tönten sie dennoch aus einer Pop-Vergangenheit. Und bei Soft Cell kam einfach ganz viel zusammen. Vieles, was noch in einer Art wabbrigem Vorbewussten schlummerte, wurde nun klarer und konnte auch benannt werden. Aber es gab auch viel Neues zu entdecken. Sachen, die erst später wichtiger wurden wie Almonds Queerness oder die Connections zur Industrial-Szene. Auch wenn das 1981/82 nicht wirklich im Focus meiner Begeisterung war. Da war es das Opulente plus dem Elektronischen, die durchgängige Tanzbarkeit (die ich nicht erwartet hatte) und dieses Geheimnisvolle. Popmusik mit einer gewissen sublimen Gefährlichkeit. Eher Shangri-Las plus Velvet Underground. Die Platte hat sich durch Jahre hindurch immer wieder fast von selber retroaktiviert und wuchert immer noch über sich selbst hinaus. Auch wenn ich mal länger Abstinenz gehalten habe, hat sich dennoch was getan. Mit Soft Cell hab ich mich dann auch endgütig den großen Pop-Dramen und den in Musik gegossenen Tragödien hingegeben. Was nicht immer auf Verständnis stoß. Aber war mir auch immer Roy Orbison lieber als Nick Cave. Ich hatte durch und mit Soft Cell einen Schatz gefunden, eine Art Geheimnis entdeckt. Die Beschäftigung mit Pop nahm ernsthaftere Züge an. Zudem wollte ich ja auch irgendwie kapieren von was Leute wie Diederichsen bei “Sounds” schrieben, wenn es um so was wunderbar Faszinierendes wie auch hin und wieder Einschüchterndes wie “Pop-Diskurs” ging. Gerade weil Soft Cell überall in den Hitparaden waren und aus fast jedem Radio tönten, also auch vom Mainstream gehört wurden, empfand ich mein clandestines Popgeheimwissen in Sachen Soft Cell schon als Hipness. Weniger im Sinne einer elitären Haltung – ich freute mich ja mit anderen, und dachte auch, jetzt wird es was in Sachen Pop und Revolution, wenn auch nur musikalisch – als eines elitären Wissens. Vielleicht ist das ja auch das immer noch Wichtige an “Non-Stop Erotic Cabaret”: Eine Platte die genau zwischen Teenage und Adoleszenz, zwischen einfach als Fan reinfallen und beginnendem reflexiven Popdenken auf einen zugekommen ist. Mit der es aber auch nie ein Erwachsenwerden geben wird. Wo das Aufgekratzte, nach dem Uplifting, nach der Party zwar reduziert, aber nie ad acta gelegt wird. Zudem waren Soft Cell die einzigen, die das ABBA-T-Shirt von Throbbing Gristles Chris Carter ernstgenommen haben.
Dass ich eigene Lost Weekend-Erfahrungen in “Clubland” in Songs wie “Bedsitter” wieder fand, war aber auch super.
Mike Francis – Let Me In Claudja Barry – Love For The Sake Of Love Delegation – 12th Home Lamont Dozier – Take Off Your Make-Up Phyllis Hyman – Kiss You All Over Bardeux – When We Kiss (Sex Mix) Hong Kong Syndikat –Too Much ((Rio-Sugar-Hat Mix) Beverly And Duane – Take A Ride Gene Chandler – Make The Living Worthwhile (Disco Version) Bionic Boogie – Dance Little Dreamer Loose Ends – Hangin’ On A String (Frankie Knuckles Mix) Switch – Keeping Secrets Arnie’s Love – I’m Out Of Your Life Karl Frierson – Walkin’ In New York Delegation – Where’s The Love (We Used To Know) Tina Turner – Let’s Stay Together Viola Wills – Somebody’s Eyes Stevie B – Midnight Music Technique – (Looking For Someone To Love) Tonight B.W.H. – Stop Voyage – I Surrender Pointer Sisters – Automatic Bucks Fizz – I Hear Talk Demis Roussos – Love Is Detroit Spinners – Ghetto Child (7” Boilerhouse Remix) Fine Young Cannibals – I’m Not The Man I Used To Be Tafuri – What Am I Gonna Do About Your Love? (Extended Vocal) Orange Juice – Flesh Of My Flesh (Long Version) Fashion – Love Shadow (Smokey Dialogue) Kissing The Pink – Big Man Restless Blancmange – The Game Above My Head Talk Talk – Such A Shame (US Mix) Kate Bush – Running Up That Hill The B-52’s – Deep Sleep It’s Immaterial – Heaven Knows Dhuo – Walkin’ The Carpenters – I Won’t Last A Day Without You Southern Exposure –On Our Way
In discussion with Philip Marshall about the album “Introspective” by the Pet Shop Boys (1988).
There is plenty to choose from in the history of the Pet Shop Boys, why did you pick this album? It’s all about time, and my personal trajectory. In late 88 I was 16, going on 17… And life was unfurling before me. No longer trapped in suburbia, I was spending increasing times in London Town, growing up, and learning all about myself – clubbing and all that entails included. I dug deep into London’s rich vein of “equity culture”, and quickly discovered my late teenage was perfectly in sync with the most exciting of explosions in music culture since post-punk. At this time, lines were blurred. I made a commitment to myself, and sold off hundreds of indie vinyl down the Notting Hill record & tape exchange in order to fund my new-found love of nightlife and the music coupled to it. No mop-headed moaning guitar drivel would ever sully my collection again (or, so I thought back then…). An end to teenage angst, sold by the crate-load. Out with the gloom. In with 808 State, Electribe 101 and never ending weekends… But, the electronic pop I had loved when young stayed with me…
I think it is safe to say that they wanted to do something different from their first two albums. How do you place this in the output of the Pet Shop Boys?
It’s all about timing – “Introspective” was released that November, when my introspection first ended. A thread – from a pop past, to a future life. For them, it was a definite embrace of the then fresh house culture that Europe had plunged into – a relatively brave move for an established pop act and before others, such as ABC, jumped that train… As far as placing in their personal timeline, well one of the things I love about this album is its single-minded stance. Although the songwriting and lyricism is as strong as what went before and what was to come, its formatting, arrangement and structure was wilfully, almost arrogantly, other. Here was a group having number one hits in Europe and the USA, coming off the back of two consecutive number ones, and returning with a release that 1.) was six tracks long, 2.) comprised of extended mixes, 3.) didn’t have their image on the cover, 4.) was oblique, lyrically, in parts… The confidence and, presumably, freedom from EMI’s meddling that their earlier success lent them, afforded them the space to make an other statement. A few weeks ago, I was tearing through the English countryside with Jon Wozencroft , on our way to a Suffolk performance. His car had a cassette player, and we were rifling through his old tape collection. “Introspective” was played. We agreed; it is the “Sgt. Pepper” of house – the sound of a band at the peak of its popularity stretching and flexing its remit without fear of a crash. Read the rest of this entry »
This is a 70’s reggae track by Jackie Mittoo. It’s almost Minimal, very basic.
True. It’s got some Techno appeal, it’s just rhythm. That’s what I like about this Dub stuff, there are so many things you can recognize that were used later on in electronic music like House and Techno. Dub was so important for that.
So these ancient production techniques are still valid? There seems to be a direct line from Jamaica to today’s productions.
Yeah, I listen to Dub. I don’t listen to a lot, but I like some of it. But I like to use the state of mind of Dub in my music. It’s more a musician thing. I like to use the techniques of it. I’m getting more into the music, too. It’s amazing, the way they were mixing the bass and the drums in the 70’s. Really crazy.
They also put some emphasis on just doing tracks, not songs.
It really is the basis of what came afterwards, from Hip Hop to House to Techno. Drum and Bass also, of course. They all took elements from Dub, that’s really interesting.
> Yukihiro Takahashi – Walking To The Beat (Pick Up Records)
The next one is by Yellow Magic Orchestra’s Yukihiro Takahashi. A Synthpop track.
It is interesting. It has this kind of proto-House feeling. What I really liked was this crazy soprano sax solo at the end. It is almost like Free Jazz, for 30 or 40 seconds, and then it stops. That was quite bold.
I think he actually wanted to do some kind of pop hit though. The singer on this record is the one from the 80’s pop group Icehouse for example. But for a pop hit it is probably too weird.
I think the harmonies are built up quite traditionally, but this solo part really surprised me. It is almost like New York ‘s Post Punk era. Trying some new crazy stuff.
Maybe you should use some sax solo in a House track.
Well, I used to play sax in the past.
Really?
Yeah, for a long time. But I kind of really got tired of the sound and I don’t think I’m going to use it. But you never know. I started playing Alto Saxophone when I was 13 years old. I had tried piano a few years ago, but I wasn’t so much into it. I don’t remember why I chose saxophone, but I remember I wanted to do a wind instrument. With the saxophone, I learned to play jazz and I absolutely loved it! I began rehearsing with a few bands, mostly Jazz or Funk groups. When I discovered DJing, I was instantly hooked and I started playing less and less saxophone, until I quit around 2001. DJing, collecting and discovering music became more important for me. I dabbled into production around 1996, but got a home studio setup two years later. I remember that my main reason for producing was that I found that certain records were lacking something or were arranged in a way that I thought was not so effective. I was thinking “Hmm, the producer should have put this part first” or “the chord there doesn’t sound nice although the beat is dope”. After a while I just thought I should make my own tracks.
I remember that a lot of the early Deep House tracks used the same sax sound. Really flat and synthetic. They seldom used a real saxophone, always this cheap sound effect.
Compost bringt die Münchener Disco-Tradition mit dieser Mix-CD von Panoptikums Tom Wiegand zurück aufs Parkett. Zudem war man war ja schließlich der Nischenforschung vom Gardasee schon örtlich am nächsten dran. Der Untertitel „Space Disco“ ist dennoch etwas großzügig angelegt, denn die Titel von Selection und Jagg sind verdiente Italo-Boogie-Schwerter, und Two Man Sound bzw. Tony Allen künden wohl eher von der Begeisterung für Afro- und Latin-Perkussion der italienischen DJ-Vorreiter als von den unendlichen Weiten des Weltraums und den Bestrebungen, diese auf den Tanzboden zu transformieren. Dort landet man aber ohne Umwege bei den Ausflügen von Fachblatt-Schlagzeug-Legende Curt Cress, Ströer und Lee Harmony, Panoptikum selbst sowie dem britischen Library-Präsi Alan Hawkshaw und dem Moog-Reggae von Ken Elliott und seinen Vulkaniern. Das Grande Finale gebührt dem Remix von „Ain’t Nobody“, den Frankie Knuckles vermutlich tatsächlich herbeihalluziniert hat. Als Mix folgt diese wirklich schöne Auswahl einer einnehmenden und flott vorgetragenen Dramaturgie, die jeder, der sich von der gelegentlichen Nöligkeit von Vollbart-Disco-Verfechtern belästigt fühlt, als geradezu vorbildlich empfinden dürfte.
And yet another guest spot at Hamburg’s cherished Betalounge location. Well I told you before how much I loved playing there. If, as usual, I was playing records there that I selected for a gig in town later, that gig was probably a good one, as it contains a lot of records I always loved to play. I remember people hanging out during my set there asking me about Minako’s “Town”, a Japanese disco gem. Hamburg clubbers are often very knowledgeable about music so that surprised me. Result!
Mr. Fingers – What About This Love (Even Deeper Mix) Code 718 – Equinox (Heavenly Club Mix) Was (Not Was) – Listen Like Thieves (Giant Club Mix) De La Soul – A Rollerskating Jam Named Saturdays (Mo Mo Dub) De La Soul – A Rollerskating Jam Named Saturdays (6:00 A.M. Mix) ABC – The Greatest Love Of All (Mayday Mix) Thompson Twins – Groove On (Extended Groove Mix) Aurra – A Little Love (Just A Little Silky Mix) Johnny Dynell – Love Find A Way (Club Mix) Electribe 101 – Talking With Myself (Frankie Knuckles Mix) Wamdue Kids – That’s The Feeling Richard Rogers – Can’t Stop The Feeling (Morales Sleaze Mix) Swing Out Sister – Notgonnachange (Classic Club Mix) Tafuri – What Am I Gonna Do About Your Love? (Silk On Steel Extended Mix) Joanna Law – Love Is Not Enough (Mix D’Ambience)
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