Rewind: Michael Kummermehr über “Alfie”

Posted: December 7th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , , | No Comments »

im Gespräch mit Michael Kummermehr über “Alfie” von Burt Bacharach (1966).

Kannst Du Dich noch daran erinnern, wann Du das erste Mal bewusst Burt Bacharach gehört hast?

Ja, ich glaube das müsste im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor der Kabelfernsehzeit gewesen sein. Als ich ein Kind war, Mitte/Ende der 70er, lief „Butch Cassidy And The Sundance Kid“ mit Robert Redford und Paul Newman. Einer der Westernklassiker, den man aber als Kind komisch findet, weil die Cowboys auch Fahrrad fahren und oft verliebt sind. Besonders “Raindrops Keep Fallin’ On My Head”, von Billy Joe Thomas gesungen, ist einer der Radiohits, die man schon als Sechsjähriger im Ohr hat, was einen aber noch nicht zum erklärten Bacharach-Fan macht. Allein deshalb, weil man in dem Alter glaubt, dass der Sänger seine Lieder da im Radio selber macht. Ich denke, wer Burt Bacharach ist, habe ich im Ansatz erst in den frühen 90ern verstanden. In der Spex gab eine Rubrik namens „Legendäre Typen“ (die Spex war damals noch ein reines Herzblutprodukt und heute vergleichbar mit einem gut gemachten Blog, also in Themenauswahl und Meinungsmachertum sehr subjektiv, sehr unberechenbar, oft gewagt und fast ebenso oft gewinnend charmant). Diese Reihe handelte von einflussreichen Über-Kreativen wie Arthur Baker, Tony Wilson und… Burt Bacharach – Ein Hugh Hefner mit Steinway Flügel. Das war ungefähr zu der Zeit als, die Interpretationen von „Look Of Love“ von Wild Bunch und „Say a Little Prayer“ von Bomb The Bass herauskamen.

Übrigens: Wenn man alte Tapes von Soul II Soul oder Wild Bunch Warehouse Parties der späten 80er und frühen 90er hört, ist man erstaunt, dass da 60ies-Instrumentals von Schifrin, so wie den Ventures oder Shadows liefen. Der Name Bacharach fiel mir auch immer auf, wenn wir auf der A61 von Ludwigshafen nach Köln gefahren sind: Dann passierte man die Autobahnausfahrt Bacharach. Ein Städtchen am Rhein im Kreis Mainz Bingen. Bestimmt süß und gutes Essen gibt es da sicher auch. Ich war noch nie da.

Bacharach hat unzählige Klassiker geschrieben. Warum hast Du Dich für “Alfie” entschieden? Was macht den Song so speziell für Dich?

Haha! Frage 2 und schon kommt die rhetorische Frage. Meine Frau und ich haben uns den – jedenfalls kommt es meinen Eltern so vor – bourgeois-exzentrischen Luxus erlaubt, unseren Sohn Alfie zu nennen, ohne Zweitnamen und andere Tricks. Im Standesamt in Pankow, wo ich die Geburtsurkunde abgeholt habe, war deswegen auch echt “High Life”. Die Bediensteten fanden Vor- und Nachnamen einfach oberniedlich. Die Damen um die 50 hatten Tränen der Rührung in den Augen, bevor es Schlag 11.30 in die Mittagspause ging. Meine Frau Andrea kam auf die Idee, Alfie, Alfie zu nennen. Sie fand das Lied schön und wollte einen englischen Namen, den man im Deutschen so aussprechen kann, wie man ihn liest. Weil wir eine Erinnerung an unsere schöne Zeit in London haben wollten und weil unser Kind auf keinen Fall einen dieser Kollwitzplatz-Namen bekommen sollte, Luca oder wie die alle heißen. – Ich meine, Luca oder Leon sind absolut süße Namen, auch diese bildungsbürgerlichen altdeutschen Namen sind spitze, aber deren Individualisierungstauglichkeit geht vor unserer Haustür leider gegen Null.-
Ich muss noch immer an diese Vorlesung in Rechtsphilosophie denken, in der Professor Pawlowski den Hegelschen Weltgeist erklärt hat. Er meinte (das ist 17 Jahre her), dass in zehn Jahren Namen en vogue seien werden, die wir heute (also damals) als unpassend empfinden, und dass dann die zukünftige (also die heutige) Mehrheit, diese Namen als sehr schön und würdig für die eigenen Kinder empfinden würde. Dass also die Mehrheit bzw. die Welt durchdrungen von dem Geist sei, ihren Kindern solche Namen zu geben. Das sei mehr als Gruppenzwang und mehr als Mode. Ich fand es ein bisschen unheimlich. OK…zurück zur Frage. Wir fanden das Lied so gut, dass wir uns gegen den herrschenden Weltgeist gestemmt haben.

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Boys Own – The Complete Fanzines 1986-92 (djhistory)

Posted: December 4th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Wir wollen gar nicht weiter erläutern woran es nun genau liegt, aber Fakt ist, dass man in Buchform auf der Insel deutlich emsiger und unverkrampfter an einer übergreifenden Aufarbeitung der, natürlich meistens rein auf die Insel beschränkten, Clubkultur, arbeitet. Was 1998 mit Sheryl Garratts „Adventures In Wonderland“ seinen Anfang nahm, ging stetig weiter, und just haben die dortigen Chefchronisten Bill Brewster und Frank Broughton den Acid House-Prachtfotoband „Raving 89“ von Neville und Gavin Watson auf die Kaffeetische lanciert, da folgt nun schon der Nachschlag: ein Buch über Boy’s Own, die wichtigste Londoner Fanzine-Institution der klassischen UK Rave-Zeiten von 1986 bis 1992. Es mag der nach wie vor schwelenden Nord-Süd-Rivalität zu verdanken sein, dass nach zahlreichen Veröffentlichungen über Manchesters Legendenclub Haçienda plus Umfeld auch Londons Szeneprotagonisten ihr Zeugnis ablegen. Boy’s Own brachte es in sechs Jahren zwar nur auf 12 Ausgaben, doch das Fanzine erreichte das, was die meisten anderen Fanzines nur beabsichtigen: es hinterließ tiefe Spuren. Außer Magazinen wie der Face, I-D und dem vorübergehenden Konkurrenten Blitz hatten britische Medien für ihre Trumpfkarte Clubkultur zur Gründungzeit von Boy’s Own nicht viele Zeilen übrig. Lokale popkulturelle Entwicklungen, die dem Nachtleben entstammten, exportierte man von der Beat Invasion, über Punk, Post Punk, New Romantics, bis hin zu Rare Soul und Rare Groove zwar stolz und mit voller Hype-Ladung über den Erdball, aber diejenigen, die in den richtigen Clubs zur richtigen Zeit dazu tanzten, hatten nie ein rechtes Sprachrohr. Es brauchte wohl den Enthusiasmusüberschuss des nacheifernden Peripherie-Hipsters, um diesen Zustand zu beenden. Terry Farley, Andrew Weatherall, Cymon Eckel, Steve Hall und Steve Mayes stammten aus dem Londoner Umland, und waren einerseits vom Clubland des Zentrums angezogen, andererseits stolz genug, ihre vormals ausgegrenzte Herkunft nicht zu verleugnen, sobald sie dort Fuß fassen konnten. So drückten sie mit punkgeschultem Schreibmaschinen-Layout der etablierten Szene so hartnäckig und unterhaltsam ihr Themenspektrum zwischen Drogen, balearischen Urlaubsreisen, House, Fußball, Casual-Mode und nächtlichem Troopertum auf, bis sie selbst die Szene wurden. Und fortan regierten die Jungs für lange Zeit mit florierenden Partys, Plattenlabels und Produzentenkarrieren, das Herz am rechten Fleck und voller Liebe für die Sache. Und diese Sache wäre sicherlich anders verlaufen, wenn sie sich ihrer nicht angenommen hätten. Und eigentlich hat sich nichts geändert, nur die Reputation und das Beziehungsgeflecht wurden größer. Weatherall ist immer noch ein einflussreicher Erzbohemien, und Farley rettete seinen Humor, seine Leidenschaft und alle Schreibfehler zum Fanzine „Faith“, das heute als ähnlich wichtige Lektüre gilt. Und dieses Buch ist immer noch eine essentielle Lehrstunde in Ladism, Top Young/Old Boys-Berichterstattung und entspanntem Checkertum. Die Musik dazu mag heute anders klingen, aber alles was noch dazugehört, tobt weiter.

De:Bug 12/09


Rewind: Jan Joswig über “Umleitung”

Posted: November 30th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Jan Joswig über “Umleitung” von Franz Josef Degenhardt (1966).

Wie und wann bist Du auf “Umleitung” bzw. überhaupt auf Franz Josef Degenhardt gestoßen?

Mein Schulfreund und ich dachten es wäre als Korrektiv zu unseren unverschämt blonden Surferhaaren wichtig, wenn wir uns als nachdenkliche Humanisten inszenierten statt als draufgängerische Hedonisten. Während die anderen Haschpfeifen am Gürtel trugen, schleppten wir eine Wandergitarre mit uns rum und hörten Georg Danzer, Konstantin Wecker, Bettina Wegner und Franz Josef Degenhardt. Fast wären wir in die Jugendpolitik gegangen. Ehrlich gesagt, bin ich’s sogar. Ich war Gründungsmitglied des „Grün Alternativen Jugendverbandes“. Aber es war nur wegen der Prinz-Eisenherz-Comics von Hal Foster, die der Kassenwart sammelte. Ich schwör’s beim Singenden Schwert!

Was macht “Umleitung” so wichtig für Dich?

„Umleitung“ ist der Freud’sche Versprecher in Degenhardts Werk, das Stück, das geheime Identitäts-Vorstellungen von ihm verrät: einmal der Star mit Pflaumenhintern-Groupie sein statt immer der Oberlehrer-Entertainer mit Faltenrock-Tanten am Rollkragenzipfel. Ich bilde mir ein, diesen Einblick hat er nur halb bewusst inszeniert. So viel unkontrollierte Sehnsucht und Frustration blitzt sonst nie im Liedermacher-Genre auf. Ferien vom eigenen (politisch-künstlerischen) Ich nehmen und sich endlich „ruhig mal reaktionär sein“ lassen. Als „miesen Chauvi“ haben wir ihn in unseren Wandergitarre-Zeiten dafür geächtet (erinnert sich heute auch keine Sau mehr dran, an dieses Schimpfwort).

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Rewind: Tobias Rapp über “Andromeda Heights”

Posted: November 23rd, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Tobias Rapp über “Andromeda Heights” von Prefab Sprout (1997).

Wie und wann war Deine erste Begegnung mit Prefab Sprout?

Erstaunlich spät. Tatsächlich war “Andromeda Heights” die Platte, mit der ich Prefab Sprout entdeckt habe. Im Grunde fiel sie mir aus dem Himmel, in dem sie spielt, vor die Füße. Ich hatte ganz viel verschiedene Musik in den Neunzigern gehört: Techno, Hiphop, Jazz, Sixties-Pop, alles mögliche, aber nur sehr selten Musik, die von einem so emphatischen Popbegriff lebt, wie Prefab Sprout das tun. Die wollen ja beides: Pop als Zeichensystem benutzen, also in so einem Pop-Referenz-Universum leben, und selbst Pop sein, also mit der großen Geste spielen, “we were quoted out of context, it was great”, wie es in “Electric Guitars“ so schön heißt.

Meine damalige Freundin hat mich auf Prefab Sprout gebracht – und Thomas Groß, der damals Popredakteur der taz war und über die Platte geschrieben hat. Einen schönen Text, in dem er die Platte als große Geste der Modernisierungsverweigerung beschreibt. Das mag sich damals so angehört haben, neben Drum’n’Bass und Tricky. Von heute aus ist die Platte ja ganz eigenartig zeitlos, finde ich.

Von “Andromeda Heights” aus habe ich mir dann die anderen Dinge nach und nach auch angehört. Natürlich ist mir in den Achtzigern “Cars and Girls” auch schon mal untergekommen, wobei mir damals natürlich entging, dass es ein Answer-Song auf auf “Down By The River” von Bruce Springsteen ist. Ich dachte, irgendwie sei das ein Stück über Autos und Mädchen. Ein super Missverständnis und ganz im Sinne von Prefab Sprout, würde ich vermuten, weil ich das einfach als Popsong gehört habe, er also auch ohne den Meta-Pop-AnteiI funktioniert hat. Doch richtig tiefen Eindruck hat er nicht hinterlassen. Das fing erst mit “Andromeda Heights” an.

Warum hast Du Dir “Andromeda Heights” ausgesucht?

Weil es meine Lieblingsplatte ist. Im Sinne von: eine der ganz wenigen Platten, die ich immer wieder hören kann.

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Electribe 101 – You’re Walking

Posted: November 17th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

1990 war in England ein Jahr wuseliger Umorientierung. Die Sommer der Liebe waren vorüber, Breakbeats standen in den Startlöchern um Acid House bei den Kornfeld-Raves abzulösen, Warp brachte Bleep und Clonks, in London und vor allem Manchester machte man sich daran Indiebands wie die Happy Mondays und Primal Scream mit den noch jungen Errungenschaften der Clubkultur zu versetzen, und UK Clubsoul rollte weiter. ”Electribal Memories“ von Electribe 101 brachte alle diese Umtriebe auf den Punkt, aber nicht im Sinne eines Konglomerats, das möglichst trendkonform alle verfügbaren Stilarten im Albumformat abklappert und dabei kaum über das klassische Popprinzip hinausgeht, ein paar Singles, ein paar Balladen und einen tristen Rest von Füllern zu versammeln. Electribe 101 begriffen ihr Album offensichtlich als ernstzunehmende Gelegenheit, Pop und Club nach ihren Vorstellungen zusammenzubringen, und setzten eher auf anhaltende Verehrung denn auf saisonale Hipness. Ihre Musik ist zwar eindeutig im damaligen Zeitgeschehen verwurzelt, doch die Hektik der Bestrebungen anderer, von der allgemeinen Dancefloorbegeisterung zu einem geregelten Einkommen zu gelangen, ist hier nicht zu finden. Vor allem bietet die kühle Metropolenmelancholie der Musik aber eine perfekte Plattform für die aus Hamburg stammende Sängerin Billie Ray Martin, die in einer Zeit, als Sängerinnen meistens entweder Disco-Überbleibsel auf dem dritten, oder austauschbare Radlerhosenhupfdohlen auf dem ersten Bildungsweg waren, eine Ehrfurcht einflößende Erscheinung war, eher von Nico und der dunklen Seite von Post Punk geschult, als von der imperativen Glückseligkeit gängiger Clubmusik. Billie Ray Martin interessiert sich überhaupt nicht für diese Traditionen, die Liebe von der sie in Tracks wie ”Tell Me When The Fever Ended“ oder ”Talking With Myself“ singt ist vor allem enttäuscht und verlassen, abseitig, einseitig und obsessiv. Und ganz besonders trifft das auf ”You’re Walking“ zu, wo die nächtliche Stadt nur noch hinterhältige Verlockungen bietet, und sich Liebe darin erschöpft, dem Objekt der Begierde nachzustellen, ohne jegliche Aussicht damit mehr zu erreichen als ein paar Schnappschüsse, um die hohlen Fantasien am Leben zu erhalten (eine Version des Tracks heißt nicht umsonst ”Peeping Tom Mix“). Es spricht aber auch für die Intensität der Musik von Electribe 101, dass ausgerechnet beim instrumentalen ”Ambient Groove Mix“ die meisten Schauer über den Rücken laufen. Ohne die Narration Martins wirkt der Track wie ein dunkel-fiebriger Soundtrack, und man findet sich unweigerlich selber in der Rolle des Stalkers wieder, der im günstigsten Observationsabstand seiner Zielperson durch den Regen folgt. Das ist als Hörerlebnis ziemlich harter Stoff, aber auch eines der beeindruckendsten Stücke jener Zeit. Und es sticht in der Popgeschichte heraus wie das Stilett im Stativ von Karlheinz Böhms Kamera in Michael Powells Psychopathenklassiker.

de:bug 11/09


Rewind: Jeffrey Sfire on “Mind Warp”

Posted: November 16th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews English | Tags: , , , , , | No Comments »

In discussion with Jeffrey Sfire on “Mind Warp” by Patrick Cowley (1982).

What was your first encounter with “Mind Warp”?

I was living in Chicago going to university and I found “Menergy” in a store and thought “obviously this is for me”. After that I found “Mind Warp”. Instantly there was a connection. I started reading about Patrick and fantasizing about gay disco life in San Francisco. I think every gay kid from my generation is obsessed with a 70’s gay fantasy. I had been hanging out in leather bars and got a tour of a closed bathhouse/disco still preserved from the 80’s. It was all perfect timing.

Why did you choose this particular album from the works of Patrick Cowley? Are there personal favourites among the songs or do you like it in its entirety?

I love it all. It’s great start to finish. It’s pretty serious and much darker which I always seem to gravitate towards. It was the first album of his I listened to which is kind of backwards because it’s his last but it always stuck out even after hearing everything else. The more I listened to it the more I saw and heard. Singing about technology (“Tech-no-logical world”) in 1981 was so interesting to me, and we’re still singing about it now 30 years later! If he only knew. Of course “Mind Warp” the song is a favorite, and the delay on that one synth in “They Came at Night” is amazing! “Goin’ Home” always intrigued me for some reason. I’d later learnt what it was really about. Read the rest of this entry »


Finn Johannsen – Adventures In Modern Music

Posted: November 16th, 2009 | Author: | Filed under: Macro, Mixes | Tags: , , , , , , | No Comments »

A short mix contributed to the radio show of The Wire magazine at Resonance.fm

Howard Shore – Welcome To Videodrome (Varèse Sarabande 1982)
Clock DVA – The Connection Machine (Interfish 1988)
Talking Heads – Drugs (Sire 1979)
Patrick Cowley & Jorge Socarras – Soon (Macro 2009)
Daevid Allen – Are You Ready (Charly 1983)
400 Blows – Strangeways (Revisited) (Illuminated 1984)
Slap – Minta’s Dance (Macro 2008)
The Velvet Underground – Noise (Plastic Inevitable 1979)
White Noise – My Game Of Loving (Island 1969)


Finn Johannsen – La Maison Des Ingénieurs De l’Aggro

Posted: November 12th, 2009 | Author: | Filed under: Macro, Mixes | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

This mix was inspired by a very memorable Macro label night we did in Paris. Peter Kruder, Stefan Goldmann and me were invited by Hardrock Striker. Of course drinks in Paris clubs were expensive and it was Halloween, so everybody with a costume had reduced admission. Which led to a whole crowd in costumes. I messed up a few mixes because I laughed so much about the guys dressed as teletubbies in the front row. See photos below.

Odd Machine – Phase Out
Instra:mental – Leave It All Behind
Zomby – Tarantula
Stress – Down In The Dungeon
Shake – Indagoo
Dread & Fred – Warriors Advance
Posthuman – Callisto
Paul Du Lac- Blow Back
Ricardo Jefferson – The Egg (Part One)
Patrick Cowley & Jorge Socarras – Memory Fails Me (Oni Ayhun Remix)
Mark Grusane & Mike Cole Feat. Deanna – Time & Space (Vocal)
Marcello Napoletano – Space Voodoo
B.D.I. – City & Industry
Anthony “Shake” Shakir – Arise
The Oliverwho Factory – Disco Nights
Rennie Foster – Good Time Charlie
Octave One – A World Divided (Jupiter II Mix)
Gesloten Cirkel – When It’s Late
Iamthatiam – Inri
Moderat – Seamonkey (Surgeon Remix)
Patrick Cowley & Jorge Socarras – Soon (KiNK Remix)
Ben Klock – Ok (Kenny Larkin Remix)
Optic Nerve – Origins
Oni Ayhun – OAR003-B
San Proper – December 10th
Dan Curtin – Other
Tama Sumo & Prosumer – Alien Mutts
Kirk Degiorgio – Isidora
Roska – Sheppard
Lowtec – Angstrom
Peter Kruder – After The Dawn
As One – Freefall
Newworldaquarium – The Force (Âme Remix)
dBridge – Wonder Where
Kinf Midas Sound – One Ting (Dabrye Rmx)


Erobique & Jacques Palminger – Songs For Joy

Posted: November 10th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , | No Comments »

Ich fand immer die Geschichten vom New Yorker Brill Building faszinierend, ein Gebäude in New York, in dem von Ende der 50er bis Mitte der 60er später legendäre Songwriter wie Goffin/King, Greenwich/Weil, Barry Mann, Neil Sedaka und viele mehr in stickigen Winzbüros versuchten, Jugendkultur in großartigen Popsongs abzubilden, den Druck der Stechuhr und der Arbeitgeber nur mit Talent, Belastbarkeit und erheblichen Kenntnissen ihrer Materie die Stirn bietend. So ungnädig diese Arbeitsweise war (alle Beschäftigten wollten eigentlich nur so schnell wie möglich da raus), die örtliche Begrenzung stand großen Gedankenfluchten entgegen, man hörte der Musik ihre anstrengende Entstehung nicht an und viele dieser Songs sind heute Klassiker der Popgeschichte, die perfekte Umsetzung der Träume ihres Zielpublikums. ”Songs For Joy“ ist ein Konzept, mit dem Carsten ”Erobique“ Meyer, Jacques Palminger und Chris Dietermann jeweils einmal in den letzten drei Jahren das Berliner Maxim Gorki Theater besetzt hatten. Jeder war eingeladen, Ideen, Fragmente und Texte dort abzugeben, und in den folgenden zwei Wochen machten sich die drei daran, daraus Songs entstehen zu lassen, die dann in einer Abschlussgala aufgeführt wurden, unter Mitwirkung der vom Musikbusiness größtenteils unvorbelasteten Einsender. Die Herangehensweise war bzw. ist dabei sicherlich etwas ungezwungener als in der obigen Hitfabrik, aber der Anspruch, in kürzester Zeit aus einer Fremdidee einen möglichst zeitlosen und großartigen Popmoment zu schaffen, ist auch hier unverkennbar, und der lässt sich nur einlösen, wenn man Pop wirklich begriffen hat. Dieses Album ist eine Werkschau der unter diesen Bedingungen entstandenen Songs, und es löst den Anspruch nicht nur ein, es ist womöglich das aufrichtigste, unmittelbarste, smarteste, rührendste und liebevollste Statement, das in diesem Land erscheinen konnte, wo Pop immer noch regelmäßig entweder an diffusen Internationalitäts- oder Diskursminderwertigkeitskomplexen zerschellt. Die Kombination der unbedarften aber dadurch absolut nicht minder klugen Texte mit dem Kompositions- und Improvisationstalent der Gastgeber, von unzähligen Bühnenauftritten und innig geliebter und gelebter Musik zwischen Northern Soul und Tropicália, Style Council-Popperpop, Pazifiksonne-Softrock und Chansondisco, großen Balladeuren und vergessenen Randfiguren befeuert, ist schlichtweg wundervoll, und stellt der nicht schweigenden Mehrheit hiesiger Popproduktion mit Ursprung zwischen Fließband und Diskussionsrunde ein seitenlanges Armutszeugnis aus. Mancher kann diese Musik vielleicht nicht verkraften, ohne sich einen Ironiemasterplan oder sonstige Schattenkonzepte einzureden. Aber mancher sollte vielleicht einfach mal versuchen wirklich zu hören, was es hier zu hören gibt: große Umarmungen, große Herzen und große Freude.

de:bug 11/09


Rewind: Surgeon on (Who’s Afraid Of?) The Art Of Noise!

Posted: November 9th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews English | Tags: , , , , | No Comments »

In discussion with Surgeon on (Who’s Afraid Of?) The Art Of Noise! by The Art Of Noise (1984).

How did you first encounter The Art Of Noise?

Difficult to remember as it was so long ago, perhaps it was seeing them perform “Close to (the Edit)” on Top of the Pops wearing those masks. That was in 1984.

What made you decide for this album? Why is it so important to you?

For me it’s a forgotten gem in the history of English electronic music. I fondly remember listening to it again and again. Read the rest of this entry »


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