Interview: Rick Wade

Posted: November 9th, 2007 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , | No Comments »

Man ordnet Dich meistens in Detroit ein, aber Du bist eigentlich in der Nähe von Chicago aufgewachsen?

Ja, ich zog während meines ersten Jahres an der Universität of Michigan in Ann Arbor zurück in die Gegend um Detroit. Augewachsen bin ich aber in einer kleinen Stadt mit 5000 Einwohnern namens Buchanan, Michigan. Es war sehr ländlich, viele Bauernhöfe und nichts zu tun. Es gab da nicht mal einen McDonald’s. Es war ganz schön langweilig.

Spielte das musikalische Erbe beider Städte eine Rolle für Dich? Sowas wie Radioshows und musikalische Pioniere, oder DJs und Clubs?

Das Gute an Buchanan war, das es eine der letzten Städte an der Grenze zwischen Indiana und Südwest-Michigan ist, also nur ein Stunde von Chicago entfernt. Wir konnten also die ganzen Fernseh- und Radiosender Chicagos empfangen. Ich wuchs mit WBMX und ihren ganzen Mixshows auf. Ich liebte es, wie sie zwei Songs zusammenmixten bis es wie einer klang, insbesondere die alten Disco- und Electrosachen. Ich wusste damals nicht einmal, was ein DJ ist, ich wollte nur Songs zusammenmixen. Ich ging in den Plattenladen und diese Songs waren nur als 12“ erhältlich, ich brauchte einen Plattenspieler und dann einen Mixer um sie zusammen zu bringen. Auf Partys hatte ich dann die Platten und die Turntables und so wurde ich fast automatisch zum DJ. Read the rest of this entry »


Bruce Lenkei – Moonlight Zombie Dance (Permanent Vacation)

Posted: November 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Nach ein paar Releases auf dem Netlabel Comfort Stand nun dieses interessante Spacediscogebilde, das sich mit Marimbas und allerlei verqueren Akkordfolgen ins Gehör einhakt. Ein versonnener Melodienexkurs auf trägem Dub-Fundament. Der Remix von Michoacan klaubt sich die Motive etwas hektisch zusammen und führt das Arrangement auf rasseligem Plingplong-Electro aus. Im Resultat tanzfreundlicher, aber auch uncharmanter.

De:Bug 11/07


Gladio – Hadrian’s Wall EP (Mighty Robot Recordings)

Posted: November 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Legowelt unterwegs als Gladio, mit der Mission in Territorien vorzudringen, in die noch keine Legionen vorzudringen wagten. Entsprechend entschlossen dräuen die Basslines und die Roland-Beats stehen in Phalanx. The keeper is Jack, in eine Toga gehüllt, und es gibt fiese Acidbowle in Schläuchen. Ergibt standesgemäß einen Triumphzug und haufenweise neue Sklaven.

De:Bug 11/07


Junior Rafael – Junior Rafael Presents Darkroom Trax (Mighty Robot Recordings)

Posted: November 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , | No Comments »

Der zweite Streich der Glasgower Mighty Robots hat laut Labelinfo den mittlerweile 43-jährigen Puertoricaner Music Box-Gänger Junior Rafael ausgegraben, dessen Tracks auf dieser EP 1991 aufgenommen wurden und angeblich wegen seiner expliziten Queer Attitude nie veröffentlicht wurden. „I was too gay for Chicago and too Chicago for New York”. Wie dem auch sei, seine Musik ist auf jeden Fall allemal gut genug für jeden, der sich jemals an der Art erfreuen konnte, wie das Acid- und Trackstyle-Erbe von Trax stilistisch bei Dance Mania und später Relief fortgeführt wurde. Schön stoische Imperativmusik, mit der man heutige Tanzflächen noch böse aufmischen kann.

De:Bug 11/07


Lexx – Axis Shift (Permanent Vacation)

Posted: November 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , | No Comments »

Zürichs Feinster vereint auf „Axis Shift“ souverän Spaceboogie mit Deep House. Klingt zuerst ein bisschen wie ein überfälliges Gipfeltreffen von Balihu und Innervisions, entscheidet sich aber gegen camp oder episch und findet mit milder Gelassenheit zielsicher zu beträchtlichen Hitqualitäten. „El Sueno Lucido“ ist der verhallte Klang vom Strand herüber, wo sich Akustikgitarre und Psychedelia in einer total entspannten Midtemporomanze mit Inselflair in die Arme fallen.

De:Bug 11/07


Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (Anime Virtual GmbH)

Posted: October 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Einer der unlängst größten Anime-Erfolge in den japanischen Kinos hatte zuletzt auch auf dem Fantasy Filmfest sein Hitpotential demonstriert und kommt jetzt als umfangreiche Doppel-DVD auf den hiesigen Markt. Hosoda wird schon als Nachfolger von Miyazaki gehandelt, und das nicht ohne Grund. Der Film über das Mädchen, das entdeckt, das es den Zeitablauf auf Reset stellen kann, ist ähnlich den Ghibli-Klassikern voller Detailliebe, Texturen gleich Gemälden und einer Atmosphäre mit dieser friedlichen Sogwirkung, in der man schon bald nicht mehr bedenkt, dass man abermals von großäugiger Niedlichkeit in schrägen Plots gerührt ist. Die Art wie die Schülerin die Zeitsprünge anwendet ist komplett nachvollziehbar, die Art wie die Abläufe ihres Lebens dadurch mit allen positiven und negativen Konsequenzen zwischen Romantik, Drama und Komik durcheinander wirbeln ist es auch, in zuweilen virtuosen Erzählstrukturen ohne unnötiges Animationsblendwerk. Im Kern ist der Film aber auch eine sachte Initiationsgeschichte vom Verlust der Unschuld und eine fragile Teenagerliebe wider Irrtum und Vernunft, über der die Zeit der Reife schon verlustvoll dräut. Man kann nur beten, dass das nicht gerade für irgendein Starlet in L.A. als Realfilm mit launigen Nebenrollen und Alternative Jukebox-Soundtrack gepitcht wird.

De:Bug 10/07


John Rocca – I Want It To Be Real (Beggars Banquet)

Posted: October 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , | No Comments »

John Rocca ist in der Geschichtsschreibung tanzbarer Musik immer eine rätselhafte Gestalt geblieben obwohl er mit Freeez Electro nachhaltig einen Pop-Stempel aufdrückte, in der Frühphase von House sporadisch sein Unwesen trieb und dann später als Midi Rain ein paar wunderschöne Hymnen zwischen Rave und Wild Pitch hinterließ. Seitdem ist seine tolle quecksilbrige Stimme verschollen. Als exemplarisch für seine Musik bleibt für mich diese Platte, die später von Carl Craig und Derrick May für Incogdos „Simply Just A Ventage“ zum Dauersuchbegriff des Detroit Techno ausgeweidet wurde. Pop goes my love!

De:Bug Online 10/07


Rodney Hunter – Hunterville (G-Stone)

Posted: October 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Auf dem zweiten Album haben sich Rodney Hunter und Komplize Peter Kruder prachtgelaunt einen Maßanzug aus slickem Großstadtboogie mit breitem Referenzspektrum geschneidert, irgendwo zwischen Supermax, Michael Jackson/Quincy Jones, D-Train, R&B-Status Quo und Strom für die Party aus der nächsten Laterne. Absolut ansteckend, mit gewiefter Expertise im Kleingedruckten, verspiegelten Winkeln, Traditionsromantik und Forschrittswillen, dem Rums zum Bums und dem Herz am rechten Fleck. Typen, die der plattgesampleten Orgelmelodie von „Gypsy Woman“ völlig einleuchtend einen Jiggy-Kontext verpassen und sowieso derart vernünftig, umsichtig und effektiv ihre Skills verteilen, würde ich ohne Bedenken die Penthouseparty anvertrauen.

De:Bug 10/07


Interview: Wahoo

Posted: September 9th, 2007 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , | No Comments »

Ist das Album für euch so eine Art Querschuss? Es ist ja schon ein Popalbum. Was für ein Statement wollt ihr damit vorlegen?

Georg: Wir haben schon vor, mit dieser Platte mehr Leute zu erreichen als mit dem was wir sonst machen, ohne uns zu verbiegen. Ich habe auch festgestellt, dass viele meiner größten Idole oder Einflüsse nicht aus dem Underground kommen, sondern eigentlich eher aus dem Mainstream, bzw. Underground heißt nicht immer, dass es was Tolles ist. Der Anteil von absolutem Oberschrott und guten Sachen ist genauso hoch wie im Mainstream. Daher haben wir alles rein gebracht was wir gut finden und uns vielleicht ein bisschen mehr an unseren Vorbildern orientiert, die Major Label Artists sind. Aber natürlich ist beispielsweise immer noch eine ordentliche Portion von dem drin, was Dixon auflegt. Wir haben einfach angefangen, es gestutzt und kompakt gemacht, sodass die Songs auch alleine stehen können.

Dixon: Das war auch wichtig für uns, wir wollten es hörbar machen. Wir haben ja recht lange dran gesessen. Vorher gab es einige Sketches und es gab öfters Momente wo wir uns gefragt haben: Kann man das so durchhören? Jetzt haben wir ein Album gemacht, das ich höre ohne zu denken, jetzt lege ich doch mal lieber die White Stripes ein oder die Map of Africa oder Amy Winehouse. Ich habe mir im Urlaub diverse CDs gekauft und fühlte mich gut als ich dann unsere CD eingelegt habe und die auch durchhören konnte. Mir ging es bis jetzt immer so, dass man, wenn man länger an Sachen gesessen hat, was bei uns meistens der Fall ist, es einfach nachher nicht mehr hören kann. Ich kann es noch hören. Ich kann es durchlaufen lassen ohne dass ich denke: Lass mich jetzt in Ruhe!

Georg: Das war bei mir auch so. Es ist auch ein Album, das ich zuhause hören kann wenn ich Freunde da habe ohne mich dabei unwohl zu fühlen, auch wenn vorher irgendeine High Production-Platte lief, oder Rock. Ich habe dann nicht das Gefühl, jetzt lege ich was Nerdiges auf, auf das nur ein paar bestimmte Leute stehen. Man muss nicht viel erklären, es läuft einfach und die Leute wissen worum es geht. Es löst etwas aus, vielleicht auch bisschen der Humor bei einigen Songs. Das war bei vielen anderen Sachen von uns nicht so. Die waren auch nicht unbedingt schwierig, mein Album war für viele auch ein Popalbum, aber sie gingen in eine bestimmte Richtung und waren auch lange nicht so ambitioniert. Ich habe mich auch vom Songwriting her viel bewusster da rangesetzt als bei meinem ersten Album. Read the rest of this entry »


Antena – Versions Spéciales # 2 (Permanent Vacation)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

Der finale Tusch der Neubearbeitungen zu Antenas Album “Camino del Sol”. Stimmig zusammengepackt die Mixe von Escort und Enne, die sich ziemlich genau an dem 80er-Jazzpop orientieren, den man damals ungnädig verstieß, als dieser etwas später nicht mehr nur mit Geschmäcklertum flirtete, sondern zu Acid Jazz verödete. Hier ist es aber noch die Vorstellung von Pool-Coolness und, aus denen etwa Everything But The Girls grandioses Debütalbum entsprang. „En Cavale“, das damalige Soloalbum von Antenas Isabelle, ging auch sehr kokett in diese Richtung weiter. Man kann zu alten Favoriten ja so ungerecht sein, da kommt das gerade richtig um die Wiedergutmachung einzuläuten. Der Prince Charming ist hier jedoch abermals der Mix von Pink Alert, der dir erst den Rücken eincremt und dich dann mit einem Gewinnerlächeln von der Liege ins Becken schubst. Der geheime Star unter den diesjährigen Sommerhits.

De:Bug 09/07


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