Auf dem zweiten Album haben sich Rodney Hunter und Komplize Peter Kruder prachtgelaunt einen Maßanzug aus slickem Großstadtboogie mit breitem Referenzspektrum geschneidert, irgendwo zwischen Supermax, Michael Jackson/Quincy Jones, D-Train, R&B-Status Quo und Strom für die Party aus der nächsten Laterne. Absolut ansteckend, mit gewiefter Expertise im Kleingedruckten, verspiegelten Winkeln, Traditionsromantik und Forschrittswillen, dem Rums zum Bums und dem Herz am rechten Fleck. Typen, die der plattgesampleten Orgelmelodie von „Gypsy Woman“ völlig einleuchtend einen Jiggy-Kontext verpassen und sowieso derart vernünftig, umsichtig und effektiv ihre Skills verteilen, würde ich ohne Bedenken die Penthouseparty anvertrauen.
Ist das Album für euch so eine Art Querschuss? Es ist ja schon ein Popalbum. Was für ein Statement wollt ihr damit vorlegen?
Georg: Wir haben schon vor, mit dieser Platte mehr Leute zu erreichen als mit dem was wir sonst machen, ohne uns zu verbiegen. Ich habe auch festgestellt, dass viele meiner größten Idole oder Einflüsse nicht aus dem Underground kommen, sondern eigentlich eher aus dem Mainstream, bzw. Underground heißt nicht immer, dass es was Tolles ist. Der Anteil von absolutem Oberschrott und guten Sachen ist genauso hoch wie im Mainstream. Daher haben wir alles rein gebracht was wir gut finden und uns vielleicht ein bisschen mehr an unseren Vorbildern orientiert, die Major Label Artists sind. Aber natürlich ist beispielsweise immer noch eine ordentliche Portion von dem drin, was Dixon auflegt. Wir haben einfach angefangen, es gestutzt und kompakt gemacht, sodass die Songs auch alleine stehen können.
Dixon: Das war auch wichtig für uns, wir wollten es hörbar machen. Wir haben ja recht lange dran gesessen. Vorher gab es einige Sketches und es gab öfters Momente wo wir uns gefragt haben: Kann man das so durchhören? Jetzt haben wir ein Album gemacht, das ich höre ohne zu denken, jetzt lege ich doch mal lieber die White Stripes ein oder die Map of Africa oder Amy Winehouse. Ich habe mir im Urlaub diverse CDs gekauft und fühlte mich gut als ich dann unsere CD eingelegt habe und die auch durchhören konnte. Mir ging es bis jetzt immer so, dass man, wenn man länger an Sachen gesessen hat, was bei uns meistens der Fall ist, es einfach nachher nicht mehr hören kann. Ich kann es noch hören. Ich kann es durchlaufen lassen ohne dass ich denke: Lass mich jetzt in Ruhe!
Georg: Das war bei mir auch so. Es ist auch ein Album, das ich zuhause hören kann wenn ich Freunde da habe ohne mich dabei unwohl zu fühlen, auch wenn vorher irgendeine High Production-Platte lief, oder Rock. Ich habe dann nicht das Gefühl, jetzt lege ich was Nerdiges auf, auf das nur ein paar bestimmte Leute stehen. Man muss nicht viel erklären, es läuft einfach und die Leute wissen worum es geht. Es löst etwas aus, vielleicht auch bisschen der Humor bei einigen Songs. Das war bei vielen anderen Sachen von uns nicht so. Die waren auch nicht unbedingt schwierig, mein Album war für viele auch ein Popalbum, aber sie gingen in eine bestimmte Richtung und waren auch lange nicht so ambitioniert. Ich habe mich auch vom Songwriting her viel bewusster da rangesetzt als bei meinem ersten Album. Read the rest of this entry »
Der finale Tusch der Neubearbeitungen zu Antenas Album “Camino del Sol”. Stimmig zusammengepackt die Mixe von Escort und Enne, die sich ziemlich genau an dem 80er-Jazzpop orientieren, den man damals ungnädig verstieß, als dieser etwas später nicht mehr nur mit Geschmäcklertum flirtete, sondern zu Acid Jazz verödete. Hier ist es aber noch die Vorstellung von Pool-Coolness und, aus denen etwa Everything But The Girls grandioses Debütalbum entsprang. „En Cavale“, das damalige Soloalbum von Antenas Isabelle, ging auch sehr kokett in diese Richtung weiter. Man kann zu alten Favoriten ja so ungerecht sein, da kommt das gerade richtig um die Wiedergutmachung einzuläuten. Der Prince Charming ist hier jedoch abermals der Mix von Pink Alert, der dir erst den Rücken eincremt und dich dann mit einem Gewinnerlächeln von der Liege ins Becken schubst. Der geheime Star unter den diesjährigen Sommerhits.
1990 wurden Samples noch nach Quantität eingesetzt und geloopte Breakbeats schlichen sich mehr und mehr in den Rave-Kanon ein. Dave Angel und Dave Dorrell nahmen sich unheilvoll biblische Wortschnipsel, eine sich sofort in den Ohren festsetzende Bassline und ordentlich Drumkick und legten dreist den Hit der Eurythmics darüber. Erstaunlicherweise funktionierte das Sound-Sammelsurium dieses frühen Mash Ups fabelhaft zusammen und überzeugte nach längerer Clubrotation auch die Urheber selbst, woraufhin der Bootleg schließlich als offizieller Remix veröffentlicht wurde. Von da an war Drum and Bass nur noch eine Frage der Zeit.
Der heimische Deep House-Aufschwung, Aufzucht und Hege. Die stolzen Eltern bei Innervisions sind schon zu anderen Gestaden aufgebrochen, doch Manuel Tur und Dplay verweilen nach ähnlich gelagerten EPs auf Freerange und Compost Black Label noch eine Runde in satter Deepness mit dem Morgengrauen im Anschlag und Wärme im Herzen. So klingt die moderne Wehmut nach dem Überschwang, nach gegenseitigen Blicken des Einvernehmens quer über die Tanzfläche und dem latenten Gefühl, dass man sich durchaus noch zu einem weiteren Kollektivdrama aufschwingen könnte, sofern es sich so anfühlt wie hier.
Die Buddelaristokraten aus NYC nach dem Gipfeltreffen mit ihrem japanischem Pendant DJ Muro erneut mit einer Mix CD auf BBE. Das wird auch in Zukunft so bleiben, die beiden haben für fünf Ausgaben „Off Track“ unterschrieben. Vormals hießen ihre regelmäßigen Archivbegehungen „On Track“ und waren als Breaks, Scratches und sonstige Schnipsel auf mehrere Mixtapes verteilt. In diesem Format werden die Funde respektvoller angegangen, erst ausspielen, dann crossfaden, hier und da ein sachter Edit. Kon gibt den funky Dance Cop, Amir den funky Jazz Cop. Beide wissen wie man ein Set strukturiert und dabei stilistisch variabel bleibt. Der genauere Blick auf die vertretenen Künstler macht der Reputation entsprechend wenig Sinn, man wurde ja nicht als Koryphäen des Offensichtlichen gebucht. Ebenso kryptisch: der Bronxbezug aus dem Titel. Mal sehen ob jetzt die anderen Boroughs nachfolgen, und wie sich das vielleicht unterscheidet. Und fast schade, dass die Jungs nicht mit der gleichen Expertise etwa No Wave oder obskure Samplehouseplatten erledigen, New York City hätte da ja noch einige andere Sammelgebiete in der Hinterhand.
Simon James und D-Hastie landeten mit Westcoast-Wohlfühlmusik bei Guidance und morphten später zu Bartdisco auf Rong. Diese Stücke orientieren sich liebevoll gleichermaßen an den flächigen Früh90er-Downtempohymnen und den psychedelischen 70er/80er-Softrock-B-Seiten, aus denen sich die frühere und die aktuelle Balearic-Begeisterung speist. Die Fülle der Referenzen macht leicht schwindlig, aber Space ist hier keine bloße Floskel und der Dub hält Wache. 24 Hour Chillout People.
We’re still wiggling from the fabulous boogie investigation that was Druffmix 4, but that Druffalo Hit Squad won’t stop for long. And you know us, we’re equipped with hearts and taste buds of equal grandness, and we’re going to use it. So let us take us you on a sentimental journey that embraces the meltdown of most supreme moments in House Music and P-O-P, incorporating some of our favourite adoration targets, as remixed by classy top old boys from Chicago to Madchester and all points in between. On display: classy divas of all genders, startling cover versions, in your face camp, boundless love, utter confusion, hip swing, liberation anthems, hedonist mantras, and pianos pianos pianos pianos pianos pianos
Brothers and sisters, you better believe in the gospel according to…
Ziggy Marley And The Melody Makers – Power To Move Ya (Smoove Power) Jimi Somerville – Heartbeat (E-Smoove Anthem 12” Vocal) Bruce Roberts feat. Elton John – When The Money’s Gone (E-Smoove Club Mix) Billie Ray Martin – Your Loving Arms (Sound Factory Vocal) INXS feat. Ray Charles – Please (You Got That…) (Club Mix) The Sugarcubes – Birthday (Tommy D Mix) 10000 Maniacs – More Than This (TNT Extended Mix) Yazz & Aswad – How Long (Earl’s Whirl) ABC – The Real Thing (Frankie Knuckles Mix) Pet Shop Boys- Being Boring (Marshall Jefferson Remix) The Associates – Heart Of Glass (Auchterhouse Mix) Dr Robert & Kym Mazelle – Wait (Long) Double Dee feat. Dany – Found Love (Historic Danny Tenaglia’s International Mix) Latour – Cold (Ralphi’s Club Mix) Julio Iglesias – Guajira/Oye Como Va (Main Pass) Sisqo – Incomplete (Jonathan Peters Mainstream Extended) Ultra Naté – Free (Mood II Swing House Mix) M People – How Can I Love You More (Sasha’s Master Mix) A Certain Ration – Won’t Stop Loving You (Bernard Sumner Remix) De La Soul – A Rollerskating Jam Names Saturdays (6:00 A.M. Mix) Scandalous feat. MJ White – Still Irresistible (Club Vocal) Jackie 60 pres. The Jackie MCs – The Jackie Hustle (Johnny D’s Duelling MC Mix) Uncanny Alliance – I’m Beautiful Dammitt! (Radio Version)
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