Finn Johannsen – La Maison Des Ingénieurs De l’Aggro

Posted: November 12th, 2009 | Author: | Filed under: Macro, Mixes | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

This mix was inspired by a very memorable Macro label night we did in Paris. Peter Kruder, Stefan Goldmann and me were invited by Hardrock Striker. Of course drinks in Paris clubs were expensive and it was Halloween, so everybody with a costume had reduced admission. Which led to a whole crowd in costumes. I messed up a few mixes because I laughed so much about the guys dressed as teletubbies in the front row. See photos below.

Odd Machine – Phase Out
Instra:mental – Leave It All Behind
Zomby – Tarantula
Stress – Down In The Dungeon
Shake – Indagoo
Dread & Fred – Warriors Advance
Posthuman – Callisto
Paul Du Lac- Blow Back
Ricardo Jefferson – The Egg (Part One)
Patrick Cowley & Jorge Socarras – Memory Fails Me (Oni Ayhun Remix)
Mark Grusane & Mike Cole Feat. Deanna – Time & Space (Vocal)
Marcello Napoletano – Space Voodoo
B.D.I. – City & Industry
Anthony “Shake” Shakir – Arise
The Oliverwho Factory – Disco Nights
Rennie Foster – Good Time Charlie
Octave One – A World Divided (Jupiter II Mix)
Gesloten Cirkel – When It’s Late
Iamthatiam – Inri
Moderat – Seamonkey (Surgeon Remix)
Patrick Cowley & Jorge Socarras – Soon (KiNK Remix)
Ben Klock – Ok (Kenny Larkin Remix)
Optic Nerve – Origins
Oni Ayhun – OAR003-B
San Proper – December 10th
Dan Curtin – Other
Tama Sumo & Prosumer – Alien Mutts
Kirk Degiorgio – Isidora
Roska – Sheppard
Lowtec – Angstrom
Peter Kruder – After The Dawn
As One – Freefall
Newworldaquarium – The Force (Âme Remix)
dBridge – Wonder Where
Kinf Midas Sound – One Ting (Dabrye Rmx)


Erobique & Jacques Palminger – Songs For Joy

Posted: November 10th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , | No Comments »

Ich fand immer die Geschichten vom New Yorker Brill Building faszinierend, ein Gebäude in New York, in dem von Ende der 50er bis Mitte der 60er später legendäre Songwriter wie Goffin/King, Greenwich/Weil, Barry Mann, Neil Sedaka und viele mehr in stickigen Winzbüros versuchten, Jugendkultur in großartigen Popsongs abzubilden, den Druck der Stechuhr und der Arbeitgeber nur mit Talent, Belastbarkeit und erheblichen Kenntnissen ihrer Materie die Stirn bietend. So ungnädig diese Arbeitsweise war (alle Beschäftigten wollten eigentlich nur so schnell wie möglich da raus), die örtliche Begrenzung stand großen Gedankenfluchten entgegen, man hörte der Musik ihre anstrengende Entstehung nicht an und viele dieser Songs sind heute Klassiker der Popgeschichte, die perfekte Umsetzung der Träume ihres Zielpublikums. ”Songs For Joy“ ist ein Konzept, mit dem Carsten ”Erobique“ Meyer, Jacques Palminger und Chris Dietermann jeweils einmal in den letzten drei Jahren das Berliner Maxim Gorki Theater besetzt hatten. Jeder war eingeladen, Ideen, Fragmente und Texte dort abzugeben, und in den folgenden zwei Wochen machten sich die drei daran, daraus Songs entstehen zu lassen, die dann in einer Abschlussgala aufgeführt wurden, unter Mitwirkung der vom Musikbusiness größtenteils unvorbelasteten Einsender. Die Herangehensweise war bzw. ist dabei sicherlich etwas ungezwungener als in der obigen Hitfabrik, aber der Anspruch, in kürzester Zeit aus einer Fremdidee einen möglichst zeitlosen und großartigen Popmoment zu schaffen, ist auch hier unverkennbar, und der lässt sich nur einlösen, wenn man Pop wirklich begriffen hat. Dieses Album ist eine Werkschau der unter diesen Bedingungen entstandenen Songs, und es löst den Anspruch nicht nur ein, es ist womöglich das aufrichtigste, unmittelbarste, smarteste, rührendste und liebevollste Statement, das in diesem Land erscheinen konnte, wo Pop immer noch regelmäßig entweder an diffusen Internationalitäts- oder Diskursminderwertigkeitskomplexen zerschellt. Die Kombination der unbedarften aber dadurch absolut nicht minder klugen Texte mit dem Kompositions- und Improvisationstalent der Gastgeber, von unzähligen Bühnenauftritten und innig geliebter und gelebter Musik zwischen Northern Soul und Tropicália, Style Council-Popperpop, Pazifiksonne-Softrock und Chansondisco, großen Balladeuren und vergessenen Randfiguren befeuert, ist schlichtweg wundervoll, und stellt der nicht schweigenden Mehrheit hiesiger Popproduktion mit Ursprung zwischen Fließband und Diskussionsrunde ein seitenlanges Armutszeugnis aus. Mancher kann diese Musik vielleicht nicht verkraften, ohne sich einen Ironiemasterplan oder sonstige Schattenkonzepte einzureden. Aber mancher sollte vielleicht einfach mal versuchen wirklich zu hören, was es hier zu hören gibt: große Umarmungen, große Herzen und große Freude.

de:bug 11/09


Rewind: Surgeon on (Who’s Afraid Of?) The Art Of Noise!

Posted: November 9th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews English | Tags: , , , , | No Comments »

In discussion with Surgeon on (Who’s Afraid Of?) The Art Of Noise! by The Art Of Noise (1984).

How did you first encounter The Art Of Noise?

Difficult to remember as it was so long ago, perhaps it was seeing them perform “Close to (the Edit)” on Top of the Pops wearing those masks. That was in 1984.

What made you decide for this album? Why is it so important to you?

For me it’s a forgotten gem in the history of English electronic music. I fondly remember listening to it again and again. Read the rest of this entry »


Patrick Cowley & Jorge Socarras – Burn Brighter Flame

Posted: November 9th, 2009 | Author: | Filed under: Macro | Tags: , | No Comments »

MACRO M15 Patrick Cowley & Jorge Socarras – Burn Brighter Flame

Rewind: Sebastian Dresel über “Now Is Early”

Posted: November 2nd, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Sebastian Dresel über “Now Is Early” von Nicolette (1992).

Wie bist Du zuerst auf “Now Is Early” gestoßen?

Das war insofern einfach, als dass alles was auf “Shut Up & Dance” kam einfach Pflichtübung war. Aus irgendeinem, mir schlussendlich nicht erklärlichen, aber ausgesprochen glücklichen Umstand, hatten in unserem überschaubaren Mannheim schon Jahre zuvor einige Leute ein sehr feines Gehör für alles entwickelt, was in England so geschah. Interessant für mich ist diesem Zusammenhang aber vor allem auch das “Wo?” . Ich habe damals in der hiesigen WOM-Filiale (für diejenigen die sich nicht erinnern – eine Plattenladenkette namens „World of Music“) am so genannten “Vorspieltresen” gearbeitet. WOM war ein Franchise-Laden, was bedeutete, dass man in der Order deutlich autarker war als reine Filialen einer großen Kette, die teilweise zentral bestückt wurden. Und so war ausgerechnet eine WOM-Filiale mitten in Mannheim einer der am besten sortiertesten Plattenläden, die mir je über den Weg gelaufen sind.

Gregor “DJ. GO.D.” Dietz (der sich u. a. als “Brainstorm” auf R&S Records bemerkbar gemacht hat und mit seinem damaligen Partner auch die famosen TZ 8 und 9 verantwortet) – der, zu meinem immer noch anhaltenden Grauen, vor 4 ½ Jahren verstorbene großartige Freund, Musiker und DJ – hat die “Disco-Abteilung” (die Zusammenfassung der Stilistika in dieser Abteilung ist ein Thema für sich, auf das ich gleich nochmal komme) geleitet und Holger “Groover” Klein (der – das muss man auch unbedingt sagen, schlicht derjenige war, der “Breakbeats” in Deutschland vor jedem anderen gesportet hat) hat ebenfalls da gearbeitet.
Ich stand also am Vorspieltresen und habe den ganzen Tag für alle möglichen Leute ihre Platten aufgelegt. Angesichts der anderen Abteilungen, die durchweg von ziemlichen Freaks bestückt wurden, war das eine wahnsinnige Vielfalt an Input für einen jungen Typen. So wird mir zum Beispiel Nirvanas “Nevermind” immer in erster Linie als eine Platte in Erinnerung sein, die zunächst einmal monatelang weitestgehend unberührt im Regal vergammelte, obwohl sie der zuständige Typ aber auch wirklich jedem aufzudrängen versucht hat. Ich gebe zu, dass ich an meiner Schule auch nicht mit Wissensvorsprung-Überheblichkeit gespart habe. Wollte ja monatelang keiner wissen.

Aber zurück zur Disco-Abteilung, in der dann die erste Stereo MCs oder Silver Bullet zusammen mit diesen ganzen Soul Sachen Marke Levert, zunächst auch dem ganzen Acid-Jazz-Katalog, C&C Music Factory, Archie Bell and the Drells, Mister Fingers, KLF, Chill Records oder Plus 8 und vor allem den ganzen wunderbaren ersten Warp-Records wie etwa Sweet Exorcists „Clonk“ in einer Ecke versammelt standen. Der damalige Manchester-Rave-Zusammenhang war bei Wave einsortiert und ich entsinne mich der Debatten, warum eigentlich. Zumal Holgers Blick auf Breakbeats sicher eher aus einem Zusammenhang entstand, der sich aus The Jam, Orange Juice, Clash und dem Factory Records-Backkatalog samt des ganzen On-U-Universums (den ich eher über die Depeche Mode Mixe und dann vor allem über Gary Clails wunderbaren „Emotional Hooligan“ erschlossen habe) und eben den späteren Manchester Bands speiste und quasi nahtlos daraus erwuchs.

Biz zum heutigen Tage scheint es mir nicht fraglich, warum sämtliche Nitzer Ebbs, Weathermen und Front 242s des Planeten damals eben nicht bei „Disco“ (und damit eben in der Nähe von Techno) einsortiert waren und insofern House, Techno und Breakbeat der Zeit immer auch „räumlich“ in einem Zusammenhang mit Soul und Hip Hop und Jazz standen. Insofern auch nicht verwunderlich, dass so Typen wie Talla später wieder nur Schrott gemacht haben. Irgendwie haben wir hier so eine Hacienda-Sozialisation nachempfunden ohne es genau zu wissen (zumindest ich nicht). Dass Holger dieses „It’s grim up north“ T-Shirt abgegriffen hat, schmerzt mich bis heute. Und wenn ich jetzt den Titel von Peter Hooks Buch lese „How Not To Run A Club“ dann fällt es schwer, das nicht auch auf’s Milk zu beziehen. Eine ausgesprochen wertvolle Erkenntnis übrigens, dieses immer wiederkehrende Phänomen des Dilettantismus.

Aber nochmal zur eigentlichen Frage. Auf „Now Is Early“ zu stoßen war zunächst keine Entscheidung aufgrund der Platte selbst. Ich kannte Nicolette vorher schon weil ich „O si Nene“ als 12“ gekauft hatte und das rauf und runter lief. Die B-Seite war ja zusätzlich mit einem „Strings of Life“ Sample bestückt, was eben auch den damals ja ganz eindeutigen, ja zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Detroit und England verdeutlicht. „Waking Up“ war ja auch noch früher und man wollte alleine des Remixes wegen die ganze Platte haben. Mal ganz abgesehen davon, dass „Waking Up“ dann im Milk zu den allabendlichen Putzlicht-Platten zählte. In einer Reihe mit „Loaded“, „Strings Of Life” (Beatless), M1s „Feel The Drums“ oder YBU’s „Soul Magic”. Ziemlich balearisch ging es da zu. Auch wenn ich  dieses Wort damals sicher nicht verwandt habe.

Warum hast Du Dir dieses Album ausgesucht? Was macht es so wichtig für Dich?

Zum einen die bis zum heutigen Tage immer noch nicht annähernd ausgelotete Frage, wie aus dem „Dance“-Zusammenhang (oder wie man es auch immer nennen will) auch wieder der klassische „Song“ erwachsen kann. Also eine Art Rückwärtsbewegung im Disco-Historien-Sinne. „Now Is Early“ ist eine Signature-Platte einer Zeit, die ich für mich als irre prägend wahrgenommen habe. Es wäre schlicht verlogen zu behaupten, dass sie mir damals als so besonders aufgefallen sei, wie ich sie heute einschätze. Ich empfand das auf gewisse Weise als normal, mit Ansätzen konfrontiert zu werden, die mir unbekannt waren, mich begeistert, aufgeregt aber auch gefordert haben.

Vielleicht habe ich sie auch genau aus diesem Grund ausgesucht. Weil sie für Stilprägung steht und gleichzeitig immer solitär geblieben ist. Aufregend ist sie auch heute noch. Als Mike Skinner auf „Original Pirate Material“ bzw. auf „Sharp Darts“ fragte „’ave you ever ’eard a beat like this?“ habe ich mich schon denken hören: „yeah, mate! I ’ave. Kind of.“ Als ich über die Auswahl nachgedacht habe, habe ich mit meinem besten Kumpel King Kummi of D*ruffalo Fame auch über „Road To Nowhere“ von den Young Disciples gesprochen. Eine echt schwierige Entscheidung, weil „Road To Nowhere“ so unfassbar toll ist. Aber „Now is Early“ verbildlicht eben auch vieles, was mir Techno jemals bedeutet hat. Von ihr gehen so viele Pfade aus, dass ich sie kaum zusammenfassen kann.

Die Assoziationsketten reichen von King Tubby bis zu Grant Green auf Blue Note, den ich etwa zur selben Zeit für mich entdeckt habe. Auch die für mich absolut glasklare Logik hinter der Verbindung zu Two-Tone und so etwas erscheint mir weniger über Umweg meiner wunderbaren Vespa, als über eine tiefer liegende Ästhetik zu funktionieren. Ich würde das nicht Mod nennen, aber den Begriff im Sinne seiner modernistischen Bedeutung muss man schon mal fallen lassen. Wenngleich sicher weniger im Sinne besonderer modisch-zeitloser Vorlieben dieser Tage.
Aber es erscheint mir heute schon irgendwie stimmig, dass ich meine musikalische Identität damals irgendwie als Daisy-Age-Raver-Pop-Scooter-Boy gesehen habe. Aber damals war ich schwer zerrissen, weil ich vermutlich lieber irgendetwas von all dem richtig gewesen wäre. Was aber auch irgendwie nicht ging. Man hat eben auf dem Weg ins Milk Toots & The Maytals gehört und auf dem Rückweg Inner City. Read the rest of this entry »


@ Social Club

Posted: October 31st, 2009 | Author: | Filed under: Gigs, Macro | Tags: , , , | No Comments »

 


Musik hören mit: Tama Sumo

Posted: October 30th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , , , , , | 1 Comment »

Lowtec – Angstrom (Polyfon) 2009

Das ist neueren Datums. Redaktionshit.

So viel zum Thema trippig. Könnte ich dafür schon anwenden den Begriff.

Ist das eine Platte über die Du im Plattenladen nachdenken würdest?

Wahrscheinlich ja. Möchte sie aber noch ein bisschen länger hören.

Bist du jemand der Platten im Laden etwas länger hört?

Ich höre gerne ein bisschen länger, weil ich ansonsten gerne mal etwas nicht entdecke, und dann denke „das ist es nicht“. Aber dann merke ich, dass sich das entfaltet, wenn man ein bisschen länger reinhört. Umgekehrt ist es mir auch schon mal passiert, dass ich ganz schnell reingehört hab und mich zuhause frage, was ich da mitgenommen habe. Das hier mag ich von der Stimmung ganz gern. Die hat schon ein bisschen was Düsteres, aber gleichzeitig auch was ganz Entspanntes, wo man sich reinlegen und dahin fließen kann.

Ein Soundtrack-Feeling?

Ja, auf jeden Fall. Da kann man schon mal ein bisschen wackeln, das könnte ich mir für ein Anfangsset super schön vorstellen. Zum Reinkommen.

Das ist die neue Lowtec.

Jetzt wo du es sagst finde ich es gar nicht so abwegig. War jetzt überhaupt nicht der Erste, der mir einfiel, aber doch schön.

Terre Thaemlitz – Hush Now (DJ Sprinkles Broken Record Mix) (Public Record) 2006

Alt?

Ulkigerweise nicht. Das ganze Knacken gehört konzeptuell dazu und ist ganz schön übertrieben. Also wir haben hier Jemanden, der schon ein sehr komplexes Verhältnis zur Clubkultur hat.

Obwohl ich sagen muss, dass ich die Knackgeräusche im Moment dezenter angenehmer finden würde. Also es nervt mich gerade. Am Anfang dachte ich noch: „Oh, da bin ich wirklich voll reingefallen, dachte halt es ist ein altes Stück.“ Das ist mir zu inflationär eingesetzt. So ein bisschen ab und zu hätte ganz viel Charme haben können. Aber so ist es: „Guck mal, ich hab eine lustige Idee.“

Der Mixtitel ist „Broken Record Mix“.

Das ist mir jetzt gerade zu gewollt.

Und wie findest du die Musik ansonsten?

Die könnte hübsch sein. Ich höre ich mir aber lieber eine alte Platte an mit ein bisschen Knistern. Und ich finde das Vocal-Sample total blöd, ist so ein bisschen cooles „Hey Hey Hey“. Es kommt auch zu oft.

Das ist Terre Thaemlitz als DJ Sprinkles.

Das find ich erstaunlich, weil ich den eigentlich toll finde. Die Idee an sich wäre nicht schlecht, aber es ist mir überall zuviel Gewürz drin.

Aber es geht schon in die Richtung von „Midtown 120 Blues“.

Ich würde das Sample rausnehmen und das Knistern reduzieren. Dann wäre es echt super. Hat eine schöne Stimmung und einen tollen Oldschool-Charakter.

Die Art von Bassline benutzt er gerne, erinnert an „Nude Photo“ von Derrick May.

Das finde ich ja ganz toll. Ah, jetzt wird es auch mit dem Knistern weniger. Vielleicht gibt es das auch als „nur leicht angestaubte Platte“-Mix.

Das ist nur als MP3-File erschienen.

Ohne Sample und mit weniger Knistern wäre es der Hit. Aber es gibt tatsächlich andere Tracks von ihm mit ähnlichen Basslines. Wirklich schade, weil ich den sonst ganz grandios finde.

Aber es ist eigentlich eine sehr konsequente Haltung, etwas so Schönes zu verhunzen. Vielleicht bringt er es ja noch ohne Knacken heraus.

Konsequente Haltung ist natürlich ein Argument, aber ich frag mich immer, was eine konsequente Haltung nützt, wenn es mich nervt. Und ich finde das so schade, weil das ohne das Knacken garantiert eine Platte wäre, die ich kaufen würde. Read the rest of this entry »


Cristina – Cristina

Posted: October 27th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

ZE Records, die beste Schnittstelle zwischen Post Punk und Disco die man sich überhaupt jemals herbeisehnen konnte, ist nach wie vor faszinierend wenig ausgelaugt von fortlaufenden Retrospektiven und allgemeinem Beifall. Die Musik war einfach zu gut, von dem unsäglichen Davitt Sigerson mal abgesehen, den ich mir immer als eine Rockparodie schön gedacht habe, der aber leider wirklich nur Rock war, und wirklich kein guter. 1980 war das Label auf dem ersten kreativen Höhepunkt, August Darnell wurde zusammen mit Andy Hernandez aus den Trümmern von Dr. Buzzard’s Original Savannah Band herübergeholt, und zusammen wurden sie als Kid Creole und Coati Mundi zu Hausproduzenten erkoren. Schon das erste Album von Kid Creole & The Coconuts, ”Off The Coast Of Me“, machte klar, dass Darnell keineswegs daran dachte, seine textlichen, musikalischen und konzeptuellen Geniestreiche bei Dr. Buzzard und Machine zurückzulassen, er überführte sie einfach in den neuen Lebensraum. Und da sein Talent zu dieser Zeit vor brillanten Ideen unbändig umhersprühte, gab es nicht die geringsten Abstoßungsreaktionen. Demzufolge war es natürlich eine Prachtidee, ihn mit dem Debütalbum von Cristina zu betrauen, einem sehr schicken Mädchen aus gutem intellektuellem Hause, das vorher vornehmlich smarte Texte für die lokale Hipsterpresse verfasste, und dann nach Überredung des Labelmitinhabers und späteren Ehemannes Michael Zilkha die Single ”Disco Clone“ aufnahm, eine furiose Ansage an die im Aussehen und Persönlichkeit gleichgeschalteten Hühner im Club, mit kongenialer Musik, die sehr zickig gängige Disco-Arrangements mit schrägen Refrains und merkwürdigen Latin-Eskapaden verband. Cristina hatte eine eher begrenzte Singstimme, aber sie strahlte im Überfluss alles aus, was einer Diva der Disco-Gegenkultur förderlich war: gebildete Cleverness, kalkulierte Distanziertheit und nicht zuletzt fragiler Sex-Appeal, der durch treffsicher modisches Auftreten noch forciert wurde. Darnell war natürlich schlau genug, sie die ganze Gegensätzlichkeit und Komplexität ihrer exaltierten Kunstfigur ausleben zu lassen, und ergänzte ihre Posen mit luftig-beschwingtem Latin-Disco und exotischen Dschungelklängen auf der absoluten Höhe seines Könnens. Dadurch ergab sich, dass Cristina immer glaubwürdig war, sei es als Disco Clone-Fortsetzung in Polnareffs ”La Poupée Qui Fait Non“ oder als frustrierte Strohwitwe in ”Blame It On Disco“, und vielerlei andere tolle Rollen mehr. So perfekt kam das danach nicht mehr zusammen, die Musik ihres zweiten, von Don Was produzierten, Albums hatte andere Qualitäten, konnte jedoch mit der schlauen City-Dekadenz ihrer Texte nicht mehr mithalten, und sie zog sich wieder aufs Schreiben zurück. Was für eine Verschwendung!

Cristina – Cristina (ZE Records, 1980)

de:bug 10/09


Rewind: Hendrik Lakeberg über “True Faith”

Posted: October 26th, 2009 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Hendrik Lakeberg über „True Faith“ von New Order (1987).

Wie bist Du auf „True Faith“ gekommen? Was war der erste Zusammenstoß mit dem Stück?

Ich bin ja gerade auf dieses Stück gekommen, weil das Stück mich eben nicht schon seit Jahrzehnten bewegt. Es war eher eine Intuition. Mir ist der Moment eingefallen, als ich das zum ersten Mal gehört habe, und der illustriert ganz gut warum ich es ausgewählt habe. Ich war ungefähr 20 und kannte das Stück nicht von der Zeit als es herausgekommen ist, da war ich 9 Jahre oder so und hatte es zu dem Zeitpunkt also nicht gekauft. Ich habe es im Radio gehört und mochte es, wusste aber nicht, wer das war. Dann war ein Tag, wo ich die Straße lang gelaufen bin, und dieses Stück als Ohrwurm im Kopf hatte, und es kam genau in dem Moment aus irgendeinem Auto, ich glaube es war sogar ein Cabrio, das an der Ampel stand. Das war seltsam, und es war das erste Mal, dass ich es ganz bewusst gehört habe. Und ich habe gedacht, dass ich herausfinden muss, was das für ein Stück ist und habe mich darum gekümmert. Und seitdem ist es immer wieder eins meiner Lieblingslieder gewesen. Es gab es eine Zeit, da habe ich es gar nicht gehört, dann wieder, dann habe ich Platte mal verloren und wieder gekauft. Das Stück hat mich irgendwie begleitet.

Und das immer noch?

Ja, jetzt gerade nämlich wieder. Ich weiß nicht genau warum, aber es hat wieder mit dieser Intuition zu tun. Ich glaube, dass Pop bzw. Musikhören ganz viel damit zu tun hat. Nicht mit einer bewussten Entscheidung, sondern mit dem Empfinden, dass dir irgendetwas an einem Stück gefällt, und du weißt gar nicht warum. Es ist wie etwas Vorbewusstes. Das Stück hat textlich ganz viel damit zu tun, das etwas zu Ende geht und etwas Neues anfängt. Vielleicht liegt es daran, aber ich kann es Dir nicht sagen. Es ist nur so ein Gefühl. Read the rest of this entry »


Sensory Elements – Vol. 1

Posted: October 20th, 2009 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Wie schon bei Acid House interpretierte man in England die amerikanischen Entwicklungen auch bei Deep House etwas anders. Diese EP von 1992 gehörte zu den ersten bedeutenden Versuchen, die US-Originale des sanften Sounds der frühen 90er auszulegen, die besonders in New York insbesondere von Legenden wie Wayne Gardiner und vielen anderen Hispano-Jungtalenten auf Labels wie Strictly Rhythm, Nervous, Nu Groove und zahlreichen Kleinstlabels ausgelebt wurde. Weiche Kicks, warme Akkorde, bequem identifizierbare Vocal-Samples und allerlei Zierrat im Arrangement war das Gebot der Stunde, was später oft dazu führte, das man diese Spielart von House despektierlich als Flötenhouse verunglimpfte. Adam Holden, Rob Mello und Zaki Dee waren keine Stümper auf dem Gebiet, sie brachten es später zur beachtlichen Weihe eines kultisch verehrten Gastspiels auf Prescription, und auch hier war schon alles im Lot. Die melancholische Emotionalität und Leichtigkeit im Klang der US-Vorbilder wurde mindestens eingeholt, House wurde hier gespielt und nicht zusammengebaut, und sorgte auf so mancher Tanzfläche für Momente voller selig geschlossener Augen. Im Vergleich griffen die Jungs aber auch die Errungenschaften vor der eigenen Tür auf, insbesondere Joey Negros Art Disco mit Deep House zu verbinden, scheint auch hier durch, und bei aller Tiefe haben diese Tracks auch diesen wohligen mediterranen Schimmer, den die italienischen House-Produktionen der frühen 90er auf der Insel hinterlassen hatten. In Anbetracht des übersichtlichen englischen Sommerwetters ist diese EP Eskapismus der höchsten Edelstufe, und enthält darüber hinaus mit „Explain It“ einen der erschütterndsten House-Lovesongs ever, über den die Originators in den US-Großstädten explizit und zeitlebens den Mantel neidvollen Stillschweigens ausgebreitet haben. Dem Vergessen gilt es nun wirklich entgegen zu gehen, mit dem richtigen Talent geht House immer noch überall, auch wenn die Urheber dieses Wunderwerks in den Folgejahren mit die Regel bestätigenden Ausnahmen lieber zu den Gründerväter von Boompty zählten anstatt die internationale Deep House-Bruderschaft in Schach zu halten.

Sensory Elements – Vol. 1 (Azuli, 1992)

de:bug 10/09


Page 122 of 161
1 120 121 122 123 124 161