Rodney Hunter – Hunterville (G-Stone)

Posted: October 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Auf dem zweiten Album haben sich Rodney Hunter und Komplize Peter Kruder prachtgelaunt einen Maßanzug aus slickem Großstadtboogie mit breitem Referenzspektrum geschneidert, irgendwo zwischen Supermax, Michael Jackson/Quincy Jones, D-Train, R&B-Status Quo und Strom für die Party aus der nächsten Laterne. Absolut ansteckend, mit gewiefter Expertise im Kleingedruckten, verspiegelten Winkeln, Traditionsromantik und Forschrittswillen, dem Rums zum Bums und dem Herz am rechten Fleck. Typen, die der plattgesampleten Orgelmelodie von „Gypsy Woman“ völlig einleuchtend einen Jiggy-Kontext verpassen und sowieso derart vernünftig, umsichtig und effektiv ihre Skills verteilen, würde ich ohne Bedenken die Penthouseparty anvertrauen.

De:Bug 10/07


Antena – Versions Spéciales # 2 (Permanent Vacation)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

Der finale Tusch der Neubearbeitungen zu Antenas Album “Camino del Sol”. Stimmig zusammengepackt die Mixe von Escort und Enne, die sich ziemlich genau an dem 80er-Jazzpop orientieren, den man damals ungnädig verstieß, als dieser etwas später nicht mehr nur mit Geschmäcklertum flirtete, sondern zu Acid Jazz verödete. Hier ist es aber noch die Vorstellung von Pool-Coolness und, aus denen etwa Everything But The Girls grandioses Debütalbum entsprang. „En Cavale“, das damalige Soloalbum von Antenas Isabelle, ging auch sehr kokett in diese Richtung weiter. Man kann zu alten Favoriten ja so ungerecht sein, da kommt das gerade richtig um die Wiedergutmachung einzuläuten. Der Prince Charming ist hier jedoch abermals der Mix von Pink Alert, der dir erst den Rücken eincremt und dich dann mit einem Gewinnerlächeln von der Liege ins Becken schubst. Der geheime Star unter den diesjährigen Sommerhits.

De:Bug 09/07


Eurythmics – Sweet Dreams Nightmare Mix (RCA)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

1990 wurden Samples noch nach Quantität eingesetzt und geloopte Breakbeats schlichen sich mehr und mehr in den Rave-Kanon ein. Dave Angel und Dave Dorrell nahmen sich unheilvoll biblische Wortschnipsel, eine sich sofort in den Ohren festsetzende Bassline und ordentlich Drumkick und legten dreist den Hit der Eurythmics darüber. Erstaunlicherweise funktionierte das Sound-Sammelsurium dieses frühen Mash Ups fabelhaft zusammen und überzeugte nach längerer Clubrotation auch die Urheber selbst, woraufhin der Bootleg schließlich als offizieller Remix veröffentlicht wurde. Von da an war Drum and Bass nur noch eine Frage der Zeit.

De:Bug Online 09/07


Manuel Tur & Dplay – Rest Your Senses / Lobata (Drumpoet Community)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Der heimische Deep House-Aufschwung, Aufzucht und Hege. Die stolzen Eltern bei Innervisions sind schon zu anderen Gestaden aufgebrochen, doch Manuel Tur und Dplay verweilen nach ähnlich gelagerten EPs auf Freerange und Compost Black Label noch eine Runde in satter Deepness mit dem Morgengrauen im Anschlag und Wärme im Herzen. So klingt die moderne Wehmut nach dem Überschwang, nach gegenseitigen Blicken des Einvernehmens quer über die Tanzfläche und dem latenten Gefühl, dass man sich durchaus noch zu einem weiteren Kollektivdrama aufschwingen könnte, sofern es sich so anfühlt wie hier.

De:Bug 09/07


V.A. – Kon & Amir Present Off Track Vol. 1: The Bronx (BBE)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Die Buddelaristokraten aus NYC nach dem Gipfeltreffen mit ihrem japanischem Pendant DJ Muro erneut mit einer Mix CD auf BBE. Das wird auch in Zukunft so bleiben, die beiden haben für fünf Ausgaben „Off Track“ unterschrieben. Vormals hießen ihre regelmäßigen Archivbegehungen „On Track“ und waren als Breaks, Scratches und sonstige Schnipsel auf mehrere Mixtapes verteilt. In diesem Format werden die Funde respektvoller angegangen, erst ausspielen, dann crossfaden, hier und da ein sachter Edit. Kon gibt den funky Dance Cop, Amir den funky Jazz Cop. Beide wissen wie man ein Set strukturiert und dabei stilistisch variabel bleibt. Der genauere Blick auf die vertretenen Künstler macht der Reputation entsprechend wenig Sinn, man wurde ja nicht als Koryphäen des Offensichtlichen gebucht. Ebenso kryptisch: der Bronxbezug aus dem Titel. Mal sehen ob jetzt die anderen Boroughs nachfolgen, und wie sich das vielleicht unterscheidet. Und fast schade, dass die Jungs nicht mit der gleichen Expertise etwa No Wave oder obskure Samplehouseplatten erledigen, New York City hätte da ja noch einige andere Sammelgebiete in der Hinterhand.

De:Bug 09/07


Woolfy Vs Projections – The Return Of Starlight (Permanent Vacation)

Posted: September 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Simon James und D-Hastie landeten mit Westcoast-Wohlfühlmusik bei Guidance und morphten später zu Bartdisco auf Rong. Diese Stücke orientieren sich liebevoll gleichermaßen an den flächigen Früh90er-Downtempohymnen und den psychedelischen 70er/80er-Softrock-B-Seiten, aus denen sich die frühere und die aktuelle Balearic-Begeisterung speist. Die Fülle der Referenzen macht leicht schwindlig, aber Space ist hier keine bloße Floskel und der Dub hält Wache. 24 Hour Chillout People.

De:Bug 9/07


Mole People – Break Night (Strictly Rhythm)

Posted: August 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Armand van Helden war nie der Subtilste und verhedderte sich meistens in wirren und überknalligen Novelty-Konstrukten von fragwürdiger Substanz, doch zuweilen glückten ihm durchaus Geistesblitze. Als Mole People klaubte er sich die dubbige Deepness von Basic Channel und den langen Atem der Dramaturgie von Wild Pitch zusammen und ließ darunter sein Beat-Patent à la „Zulu“ und „Witch Doctor“ traben. Heraus kam ein hypnotischer Klassiker, der den Test der Zeit souverän absolvieren konnte. Pragmatiker der er ist, erkannte van Helden das Potential dieses Entwurfes und benutzte ihn, nur unwesentlich abgewandelt, kurz danach für einen Remix von Barbara Tuckers Garage-Evergreen „I Get Lifted“ bevor er sich dann doch endgültig für das Plakative entschied.

De:Bug Online 08/07


Manasyt – Tales Of Ignorance (MNX Recordings)

Posted: July 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Apokalypse-Elektro mit Verbandskasten im Lieferumfang und der Lizenz zum Löten. Das Abwasserrohr aus dem er ans Tageslicht tritt führt etliche Kilometer durch endlose Katakomben zu verschollenen Laboratorien, in denen sich Maschinen schäbigster Bauart zu einem Eigenleben entschlossen haben, nachdem sie mit wackeligen Teleskoparmen ein vermodertes Masterkontrollprogramm von Newcleus und Skinny Puppy aus der Kitteltasche des verstorbenen Ingenieurs gefischt haben, der schon als Narbengewebe mit dem Drehhocker und der Tastatur verschmolzen war. Wenn es wenigstens irgendeine Lichtquelle geben würde, könnte das barmherziger klingen, aber selbst die letzten Infrarotzellen sind schon lange verreckt und meisten Restenergiereserven gehen für Rhythmus und Bass drauf, der Rest ist Klanggebritzel in den letzten Spasmen. Skynet-Disco-Code, auf ewig in der Zeit herumgeschickt.

De:Bug 07-08/06


Rustie – Jagz The Smack EP (Stuffrecords)

Posted: July 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Rustie aus Glasgow hat Dubstep aus dem angestammten Lebensraum weggeschossen, und demonstriert, dass sich der Zeitlupensound prima mit Detroiter Hochhausschluchten-Elektro-Einflüssen und nervösen Krach-IDM-Soundgechoppe kreuzen lässt. Erhebt sich streckenweise noch nicht über das chaotisch-begeisterte Erstentwurfsstadium, aber wenn bei „Pendulum“ der Flüssigbasszerrer auf die belgischen Ravestabs trifft, sollten alle Haarspraydosen abgefackelt werden. Sonst Ortswechsel.

De:Bug 07-08/06


Soif De La Vie – Goddess Of Love (Uff-Zick)

Posted: July 5th, 2007 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Das Leben hält Momente bereit, in denen man nichts dringender braucht als einen pfeilschnellen Hi-NRG-Torpedo, der mit billigen Sequencern und schmierigen Verlockungen den Hochkulturballast im Kopf versenkt und als sexy Glitzerstrahl direkt in die Nacht fährt. Soif De La Vie haben mit diesem Wunderwerk der Lehre von Moroder, Cowley und Orlando noch ein Kapitel hinzugefügt, das es gehörig in sich hat. Auf zehn Minuten Länge gibt es hier das volle Programm der dynamischen Disco-Futuristik und dazu derrwischt eine Frau, vor der man wirklich Angst bekommt und doch, ihrer Willkür möchte man sicher jederzeit ausliefern, zumal der letzte Wille schon längst sturmreif geschossen ist. So ist das bei wahren Göttinnen.

De:Bug Online 07/07


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