Promomixes was a website conceived by Todd L. Burns. The concept was that DJs do an application tape for a club they would have loved to play at. My choice was Front club in Hamburg, of course. The site had a number of incredible mixes, but is sadly defunct.
Dream 2 Science – My Love Turns To Liquid (Original Mix) (Power Move) Foremost Poets – Reasons To Be Dismal? (City College Mixes) (SBK) Lovechild – Sweet Ambience (Club Mix) (Strictly Rhythm) Logic – The Final Frontier (Acoustic Mix) (Strictly Rhythm) The Utopia Project – File #1 (Nu Groove) Orbital – Chime (JZJ Oh Ya Mix) (FFRR) Circuit Feat. Koffi – Shelter Me (Digital Mix) (Cooltempo) Da Posse – In The Life (Keys Mix) (Republic) Nexus 21 – Self Hypnosis (Network) Heychild – Heychild’s Theme (Network) Nicolette – Single Minded People (Shut Up And Dance) Rhythim Is Rhythim – The Beginning (Transmat) Break The Limits – Hypnotizer (Break The Limits) LFO – LFO (Remix) (Warp) N.Y. House’N Authority – Forty House (Nu Groove) BFC – It’s A Shame (Fragile) Octave One Feat. Lisa Newberry – I Believe (Vice Mix) (Transmat) Baby Ford – The World Is In Love (Dub) (Sire) The Beloved – The Sun Rising (Norty’s Spago Mix) (Atlantic) Electronic – Getting Away With It (Extended) (Factory) Sister Sledge – Thinking Of You (Atlantic)
Im Gespräch mit Sebastian Dresel über “Now Is Early” von Nicolette (1992).
Wie bist Du zuerst auf “Now Is Early” gestoßen?
Das war insofern einfach, als dass alles was auf “Shut Up & Dance” kam einfach Pflichtübung war. Aus irgendeinem, mir schlussendlich nicht erklärlichen, aber ausgesprochen glücklichen Umstand, hatten in unserem überschaubaren Mannheim schon Jahre zuvor einige Leute ein sehr feines Gehör für alles entwickelt, was in England so geschah. Interessant für mich ist diesem Zusammenhang aber vor allem auch das “Wo?” . Ich habe damals in der hiesigen WOM-Filiale (für diejenigen die sich nicht erinnern – eine Plattenladenkette namens „World of Music“) am so genannten “Vorspieltresen” gearbeitet. WOM war ein Franchise-Laden, was bedeutete, dass man in der Order deutlich autarker war als reine Filialen einer großen Kette, die teilweise zentral bestückt wurden. Und so war ausgerechnet eine WOM-Filiale mitten in Mannheim einer der am besten sortiertesten Plattenläden, die mir je über den Weg gelaufen sind.
Gregor “DJ. GO.D.” Dietz (der sich u. a. als “Brainstorm” auf R&S Records bemerkbar gemacht hat und mit seinem damaligen Partner auch die famosen TZ 8 und 9 verantwortet) – der, zu meinem immer noch anhaltenden Grauen, vor 4 ½ Jahren verstorbene großartige Freund, Musiker und DJ – hat die “Disco-Abteilung” (die Zusammenfassung der Stilistika in dieser Abteilung ist ein Thema für sich, auf das ich gleich nochmal komme) geleitet und Holger “Groover” Klein (der – das muss man auch unbedingt sagen, schlicht derjenige war, der “Breakbeats” in Deutschland vor jedem anderen gesportet hat) hat ebenfalls da gearbeitet. Ich stand also am Vorspieltresen und habe den ganzen Tag für alle möglichen Leute ihre Platten aufgelegt. Angesichts der anderen Abteilungen, die durchweg von ziemlichen Freaks bestückt wurden, war das eine wahnsinnige Vielfalt an Input für einen jungen Typen. So wird mir zum Beispiel Nirvanas “Nevermind” immer in erster Linie als eine Platte in Erinnerung sein, die zunächst einmal monatelang weitestgehend unberührt im Regal vergammelte, obwohl sie der zuständige Typ aber auch wirklich jedem aufzudrängen versucht hat. Ich gebe zu, dass ich an meiner Schule auch nicht mit Wissensvorsprung-Überheblichkeit gespart habe. Wollte ja monatelang keiner wissen.
Aber zurück zur Disco-Abteilung, in der dann die erste Stereo MCs oder Silver Bullet zusammen mit diesen ganzen Soul Sachen Marke Levert, zunächst auch dem ganzen Acid-Jazz-Katalog, C&C Music Factory, Archie Bell and the Drells, Mister Fingers, KLF, Chill Records oder Plus 8 und vor allem den ganzen wunderbaren ersten Warp-Records wie etwa Sweet Exorcists „Clonk“ in einer Ecke versammelt standen. Der damalige Manchester-Rave-Zusammenhang war bei Wave einsortiert und ich entsinne mich der Debatten, warum eigentlich. Zumal Holgers Blick auf Breakbeats sicher eher aus einem Zusammenhang entstand, der sich aus The Jam, Orange Juice, Clash und dem Factory Records-Backkatalog samt des ganzen On-U-Universums (den ich eher über die Depeche Mode Mixe und dann vor allem über Gary Clails wunderbaren „Emotional Hooligan“ erschlossen habe) und eben den späteren Manchester Bands speiste und quasi nahtlos daraus erwuchs.
Biz zum heutigen Tage scheint es mir nicht fraglich, warum sämtliche Nitzer Ebbs, Weathermen und Front 242s des Planeten damals eben nicht bei „Disco“ (und damit eben in der Nähe von Techno) einsortiert waren und insofern House, Techno und Breakbeat der Zeit immer auch „räumlich“ in einem Zusammenhang mit Soul und Hip Hop und Jazz standen. Insofern auch nicht verwunderlich, dass so Typen wie Talla später wieder nur Schrott gemacht haben. Irgendwie haben wir hier so eine Hacienda-Sozialisation nachempfunden ohne es genau zu wissen (zumindest ich nicht). Dass Holger dieses „It’s grim up north“ T-Shirt abgegriffen hat, schmerzt mich bis heute. Und wenn ich jetzt den Titel von Peter Hooks Buch lese „How Not To Run A Club“ dann fällt es schwer, das nicht auch auf’s Milk zu beziehen. Eine ausgesprochen wertvolle Erkenntnis übrigens, dieses immer wiederkehrende Phänomen des Dilettantismus.
Aber nochmal zur eigentlichen Frage. Auf „Now Is Early“ zu stoßen war zunächst keine Entscheidung aufgrund der Platte selbst. Ich kannte Nicolette vorher schon weil ich „O si Nene“ als 12“ gekauft hatte und das rauf und runter lief. Die B-Seite war ja zusätzlich mit einem „Strings of Life“ Sample bestückt, was eben auch den damals ja ganz eindeutigen, ja zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Detroit und England verdeutlicht. „Waking Up“ war ja auch noch früher und man wollte alleine des Remixes wegen die ganze Platte haben. Mal ganz abgesehen davon, dass „Waking Up“ dann im Milk zu den allabendlichen Putzlicht-Platten zählte. In einer Reihe mit „Loaded“, „Strings Of Life” (Beatless), M1s „Feel The Drums“ oder YBU’s „Soul Magic”. Ziemlich balearisch ging es da zu. Auch wenn ich dieses Wort damals sicher nicht verwandt habe.
Warum hast Du Dir dieses Album ausgesucht? Was macht es so wichtig für Dich?
Zum einen die bis zum heutigen Tage immer noch nicht annähernd ausgelotete Frage, wie aus dem „Dance“-Zusammenhang (oder wie man es auch immer nennen will) auch wieder der klassische „Song“ erwachsen kann. Also eine Art Rückwärtsbewegung im Disco-Historien-Sinne. „Now Is Early“ ist eine Signature-Platte einer Zeit, die ich für mich als irre prägend wahrgenommen habe. Es wäre schlicht verlogen zu behaupten, dass sie mir damals als so besonders aufgefallen sei, wie ich sie heute einschätze. Ich empfand das auf gewisse Weise als normal, mit Ansätzen konfrontiert zu werden, die mir unbekannt waren, mich begeistert, aufgeregt aber auch gefordert haben.
Vielleicht habe ich sie auch genau aus diesem Grund ausgesucht. Weil sie für Stilprägung steht und gleichzeitig immer solitär geblieben ist. Aufregend ist sie auch heute noch. Als Mike Skinner auf „Original Pirate Material“ bzw. auf „Sharp Darts“ fragte „’ave you ever ’eard a beat like this?“ habe ich mich schon denken hören: „yeah, mate! I ’ave. Kind of.“ Als ich über die Auswahl nachgedacht habe, habe ich mit meinem besten Kumpel King Kummi of D*ruffalo Fame auch über „Road To Nowhere“ von den Young Disciples gesprochen. Eine echt schwierige Entscheidung, weil „Road To Nowhere“ so unfassbar toll ist. Aber „Now is Early“ verbildlicht eben auch vieles, was mir Techno jemals bedeutet hat. Von ihr gehen so viele Pfade aus, dass ich sie kaum zusammenfassen kann.
Die Assoziationsketten reichen von King Tubby bis zu Grant Green auf Blue Note, den ich etwa zur selben Zeit für mich entdeckt habe. Auch die für mich absolut glasklare Logik hinter der Verbindung zu Two-Tone und so etwas erscheint mir weniger über Umweg meiner wunderbaren Vespa, als über eine tiefer liegende Ästhetik zu funktionieren. Ich würde das nicht Mod nennen, aber den Begriff im Sinne seiner modernistischen Bedeutung muss man schon mal fallen lassen. Wenngleich sicher weniger im Sinne besonderer modisch-zeitloser Vorlieben dieser Tage. Aber es erscheint mir heute schon irgendwie stimmig, dass ich meine musikalische Identität damals irgendwie als Daisy-Age-Raver-Pop-Scooter-Boy gesehen habe. Aber damals war ich schwer zerrissen, weil ich vermutlich lieber irgendetwas von all dem richtig gewesen wäre. Was aber auch irgendwie nicht ging. Man hat eben auf dem Weg ins Milk Toots & The Maytals gehört und auf dem Rückweg Inner City. Read the rest of this entry »
Shut Up And Dance waren neben 4 Hero die ersten Vertreter dessen, was zunächst als Breakbeat Techno bezeichnet wurde, dann als Jungle, dann als Drum And Bass, und dann als alles was findigen Journalisten und Szeneleuten zum Thema noch so einfiel. Am Anfang wollten PJ und Smiley einfach nur Hip Hop machen und verarbeiteten die Begeisterung für die aufblühende Rave-Kultur nebenbei in instrumentalen Tracks, die auf Hip Hop-Beats mit 45 Umdrehungen umherratterten. Mit ihren Texten machten sie ihren Turf Hackney zur international anerkannten Problemzone und mit ihrer Haltung zwischen Post-Thatcher-Wut, asiatischem Kampfsport, Gossenhumor und DIY-Punk in Loops überrollten sie jeden, der einfach nur Dancefloor machen wollte. Gesamplet wurde zwischen Detroit Techno und Synthiepop aus den Charts alles, was nicht niet- und nagelfest war: Prince, Eurythmics, Rhythim Is Rhythim, Duran Duran, Vice. Das war bedingungslos frisch und dreist und man fragte sich, ob die das wirklich alles durften. Durften sie nicht. Shut Up And Dance gingen 1992 den logischen Schritt weiter und aus kontextfreien Samples wurde die kontextuelle Coverversion. Die dröge Countryrockballade „Walking In Memphis“ von Marc Cohn wurde so zum Erlebnisbericht des Ravers, der seinen E-Spaß schildert und dennoch nicht so genau weiß, ob das noch alles mit rechten Dingen zugeht. Dazu die passenden Lärmsignale, Beats und Hymnenbreaks. Dummerweise rauschte der Track in völliger Ungeklärtheit mit dem ursprünglichem Erfinder auf die Nummer 1 der UK-Charts und Marc Cohn sah sein Werk nicht kongenial umgedeutet, sondern schlichtweg verunglimpft, dachte an Gilbert O’Sullivan und Biz Markie und schaltete sehr humorlos die Anwälte ein. Shut Up And Dance wurden so zum Patient Null der Dance-Szene, ihr Label wurde haarscharf am totalen Ruin vorbeiverklagt und lag danach lange Zeit brach, und die Platte wurde wohl zu einer der am schwierigsten zu ergatternden Nummer 1-Hits überhaupt. Bei einer drei Jahre später entstandenen Coverversion des Songs von Cher war das schon alles kein Problem mehr und sie steuerten einen ähnlich gelagerten offiziellen Remix bei (1996 kam auch noch eine Version von Scooter dazu, was damals noch die Höchststrafe war, und kein postironischer Ritterschlag). Gebrannte Kinder waren PJ und Smiley aber trotzdem, und obwohl sie mittlerweile ein gesundes Auskommen in der latent bigbeatigen UK-Breaks-Szene haben, die sowieso einst auf ihrem Mist gewachsen war, die Wut, Unverfrorenheit und Wucht ihrer frühen Tracks ist in der Zeit nach „Raving I’m Raving“ von einer anderen Qualität.
We’re sorted out for E’s and Wizz, the stereo of the overcrowded Jensen Interceptor heading up the M25 is blasting out The Spinmasters, while the Druffalos either make guestlist calls, read the latest Morley or WSC, sort out which trainers to wear or look nervously on the fuel display. We await 20000 hardcore members in longsleeves in a disused hangar in the middle of a field. We saw the lasers a while ago but we already missed the exit three times, ran out of water and beer, got police on our back, and it’s getting pitch dark.
This is the sound of the Druffalo Hit Squad’s UK edition of the international Rave Chronicles. Now hear this!
Bassheads – Non Verbal Communication (Deconstruction) Shades Of Rhythm – Musical Freedom (Aquatic) Yin Yang – Oh One (Rumour) Dr. Baker – Kaos (Desire) Orbital – Fahrenheit 3D3 (FFRR) The Garden Of Eden – The Serpent In The Garden (Pepper) Mark Rutherford – Get Real (Fourth & Broadway) Nemesis – After The Storm (Intrigue) Break The Limits – Fire Away (Break The Limits) Hardcore – Get A Little Stupid (XL) Nicolette – Single Minded People (Shut Up And Dance) Paradox – Jailbreak (Ronin) For This II – Trak 1 (Ozone) Eurythmics – Sweet Dreams (RCA) Midi Rain – Always (Vinyl Solution) N Joi – Malfunction (Deconstruction) Bizarre Inc – Technological (Blue Chip) Baby Ford – Fordtrax (Rhythm King) Altern 8 – Objective (Network) C & M Connection – Bio Rhythms (Network) The Black Dog – Erb (General Productions) Nightmares On Wax- Aftermath (Warp) Unique 3 – The Theme (Ten) Cyclone – A Place Called Bliss (Network) Fila Brazillia – Mermaids (Pork) A Guy Called Gerald – Untitled (CBS) 808 State – Pacific State (ZTT) Fine Young Cannibals – I’m Not The Man I Used To Be
This is very early electronic music, from White Noise’s first album from 1969. They were among the first to use synthesizers in a rock context and their music became very influential later on. This particular track seems indeed way ahead of its contemporaries, and it is pretty wild.
I didn’t know that at all. I had problems listening through it, it is almost disturbing. From today’s point of view it maybe is not that overtly experimental anymore, but setting it into the time of its production, it is very cool.
There certainly was not much comparable music back then.
The sound is very good. They already had synthesizers? There is a lot of space in the production. If you would not have told me, I would never have guessed that it is so old. The arrangement and the noisy parts reminded me of destructed Amen breaks, totally distorted. Very interesting.
Quartz – Chaos
The next one is by Quartz from France . Also early synthesizer music, but within a disco context.
I was not into that at all. My calendar does not really start before 1990 or so. Even stuff like early Model 500, Cybotron, it is ok, but it’s not mine. I also can’t get into Kraftwerk. What has been called techno from 1990 on was what got me to listen to music consciously for the first time. I was never the one to check the influences on music that I like. I know Disco only from TV, Saturday Night Fever and such. I was never really interested in it.
Is that based on a basic antipathy towards the sounds of disco music?
There was a short period I found it exciting, around the time the filter and cut-up disco house arrived with DJ Sneak, all the sample stuff. But that was over pretty soon when all the records started to sound the same. So yes, it is based on principle that I don’t like the sounds too much.
So you were more interested in how a track was built on samples than where they came from?
Exactly. It was fascinating to me how all could be said in a loop that went for three minutes, if it was a cool one. Longer than that it could get boring. Of course you can’t compare that to what happens in the original disco track, there was more happening there than in house tracks, which only used bits. It was interesting that many people used the same samples and you became aware that there must some source for it. But sample based productions are not my philosophy. I never wanted to just use bits of other people’s music.
Those disco house records also did not always pay tribute to disco, they deconstructed it, and often in a not very respectful manner.
Not at all. It’s strange how American producers often deal with each other, all that stealing amongst themselves. But in the end we all benefited from that (laughs). Read the rest of this entry »
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