Im Gespräch mit Ralf Schmidt über “Songs Of Leonard Cohen” von Leonard Cohen (1967).
In jüngeren Jahren kannte ich Leonard Cohen weitestgehend aus dem Radio, meine Mutter hatte zwar Platten von ihm, die ich aber lange Zeit ignoriert habe. War es bei Dir auch so eine Inspiration aus der elterlichen Plattensammlung?
Definitiv, das war eine der ersten Sachen mit denen ich musikalisch in Berührung kam, schon als sehr kleines Kind. Vor allem meine Mutter hörte und hört immer noch gerne seine Musik. Diese frühe Prägung ist sicherlich einer der Gründe, weshalb mich die Musik von Leonard Cohen so berührt. Natürlich hatten meine Eltern auch noch andere Platten im Schrank stehen, die mir nicht so sehr ans Herz gewachsen sind – es gibt also noch andere Gründe, aus denen ich mich für Cohen so begeistern kann. Welche das sind – ich kann es nicht genau sagen. Ich glaube auch, wenn ich es genau wüsste, wäre die Begeisterung nicht so groß. Die wirkliche Beschäftigung mit Cohen kam auch erst, nachdem ich schon lange von zu Hause ausgezogen war. Damals gab es für mich eigentlich nur HipHop, Soul & Funk und elektronische Musik.
Auch wenn man sich anfänglich nicht für Leonard Cohen interessiert, wenn man ihn einmal gehört hat, erkennt man ihn sicherlich immer wieder. Seine Stimme, und seine Art Songs zu schreiben sind schon sehr eigen. Was macht ihn für Dich so besonders? Sind es bestimmte Einzelteile, oder ist es ein Gesamtbild?
Rein musikalisch ist es natürlich als aller erstes seine Stimme, die einen hohen Wiedererkennungswert hat – eigentlich keine im traditionellen Sinne besonders “schöne” Singstimme. Es ist oft eher eine Art Sprechgesang, nicht immer genau im Takt, manchmal fast schon brüchig. Zudem ist seine Art und Weise, mit Melodien und Harmonien umzugehen sehr eigen. Besonders in der Anfangsphase waren seine Arrangements auf den ersten Blick sehr minimalistisch, nur wenige Elemente, meist Akustikgitarre, Streicher, Frauenchöre und sparsam eingesetzte Rhythmuselemente, die jedoch in ihrem Zusammenspiel eine unheimliche Dichte erzeugen. Bei genauerem Hinhören kann man dann jedoch in beinahe jedem dieser Stücke versteckte Schichten freilegen, Effekte, leise Geräusche, teilweise sogar synthetisch anmutende Klänge. Was ihn zudem für mich einzigartig macht, ist seine Fähigkeit, seine Texte, obwohl voll von Metaphern und Bildern, dennoch sehr offen zu halten und dem Hörer die Möglichkeit zu geben, sein eigenes Leben in die Lieder hineinzulegen – ohne dabei beliebig zu wirken. Read the rest of this entry »
In discussion with Luke Howard on “Dr. Buzzard’s Original Savannah Band” by Dr. Buzzard’s Original Savannah Band (1976).
I first fell in love with Kid Creole & The Coconuts in the 80s and then discovered “Dr. Buzzard’s Original Savannah Band” a few years later because August Darnell was involved with it. How was your first time with the band and album?
I came quite late to the album. It was 1991. I was talking with two older friends about our favourite disco artists and they mentioned Dr. Buzzard’s and I hadn’t heard of them, so I quickly found myself a copy. I had known of Kid Creole and Coati Mundi (August Darnell and Andy Hernandez) much earlier, as my sister had been to New York in 1981 and brought back copies of the ZE Records compilation Seize The Beat and the second Kid Creole & The Coconuts album. Also, Kid Creole and the Coconuts went on to be really commercially successful in the UK and they did loads of touring here in the 1980’s. But I’d never heard of Doctor Buzzard until much later.
“Dr. Buzzard’s Original Savannah Band” had a few songs that became notable single successes, but somehow I always thought they worked best being listened to in the context of the whole album. Can you separate the songs from one another? Are there ups and downs?
I think you can separate the songs from each other, yes. They’re all standout songs in my opinion – there’s no fillers on the album. “Sunshower” was big on the Balearic scene in the 90’s, “I’ll Play The Fool” and “We Got It Made” were big on the two-step soul scene in the mid 80’s and “Lemon In The Honey” and “Cherchez La Femme” are disco classics. However, I think it works wonderfully well as a whole album. It’s only seven songs and I think it’s perfect as an album. It’s in my top three favourite albums of all time (I’m not quite sure what the other two are). Read the rest of this entry »
Im Gespräch mit Boris Dlugosch über “Dance To The Music” von Junior Byron (1983).
Hast Du Junior Byrons “Dance To The Music” zum ersten Mal gehört, als Du anfingst ins Front zu gehen?
Ich glaube, ich hatte den Titel zuerst auf einer Front-Cassette, die ich von einem Freund bekommen hatte. Also nicht ‘live’ im Front.
Du warst ja damals noch ziemlich jung. Wie bist Du eigentlich darauf gekommen dort hinzugehen? Hattest Du von Freunden gehört, dass man dort Musik zelebrierte, die Dir gefiel?
Also es war 1984, ich war 16 und die Schwester meines besten Freundes kannte den Kassierer des Front, Boris Breit. Er gab uns Front-Cassetten und hatte zwei Plattenspieler und ein Mischpult. Bei ihm zuhause verbrachten wir dann die Nachmittage nach der Schule und versuchten uns an seinen Plattenspielern und dem Mischpult. Er hatte vor allem Disco-Platten, kaufte aber auch fleißig aktuelleres Zeug bei Tractor-Schallplatten, dem damals besten Laden in Hamburg für Dance-Musik. Er hatte also die Musik, die im Front lief, bei ihm hörte ich die Sachen zuerst und dann wollte ich natürlich unbedingt einmal dorthin. Read the rest of this entry »
Wenn heutzutage ein DJ in einem Techno- oder Houseset eine von der Geschwindigkeit passende Hip Hop-Platte auflegen würde, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit augenblicklich Stille im Saloon, der betreffende Booker würde Stoßgebete gen Himmel richten, und die Forenserver gingen in Rauch auf. Gelegentliche Ausflüge von Erfolgsproduzenten -und Rappern in die Dance-Kultur einerseits, man erinnere sich beispielsweise an Snoop Doggs famosen Flötenhouse-Ausrutscher “Sexual/Sensual Eruption”, und gelegentliche Ausflüge von Erfolgsproduzenten- und DJs in die Hip Hop-Kultur andererseits, man erinnere sich beispielsweise an unselige Gastauftritte auf irgendwelchen Ed Banger-Platten o.ä., haben im Prinzip den Burgfrieden nicht wieder hergestellt. Hip Hopper halten Clubmusik für oberflächlich und schwul (oder auch für nicht lukrativ genug, zu wenig materialistisch, zu wenig poppende Glocks), und Clubmusiker halten Hip Hop für oberflächlich und nicht schwul genug (oder auch für zu lukrativ, zu materialistisch, zu viel poppende Glocks). Man wirft sich gegenseitig vor, falsche Botschaften auszusenden, und bezichtigt sich der Irrelevanz. Die eine Fraktion schüttelt den Kopf über falsche Drogen und Gehampel und sinnlose Eskapismen, die andere Fraktion schüttelt den Kopf über falsche Drogen, Statussymbole und sinnlose Gangsterismen. Die gemeinsamen Wurzeln, sie werden geschichtsklitternd unter den Teppich gekehrt. Die Zeiten, als im Club beides ging, sowieso. Alle Behauptungen, dass man sich da wieder annähern würde, sind Nischeneinblicke ohne Realitätsanbindung. Zulange hat es sich die große Mehrheit der Hip Hop-Kultur unterhalb der 120er-bpm-Grenze in Kopfnickertempi gemütlich gemacht, zulange hat sich die Tanzmusikkultur damit begnügt, der anderen Seite ein generelles inhaltliches Armutszeugnis auszustellen. 1988 etwa war das alles noch kein Problem. Der energetische Sloganismus von Public Enemy oder das unterschätzte Frühwerk der Stereo MCs liefen auf jeder amtlichen britischen oder kontinentaleuropäischen Acid House-Party (wo entgegen dem gegenwärtigen clubkulturellen Revisionismus keineswegs nur 303-Geblubber lief, sondern alles zwischen Barry White und Lisa Stansfield einen Auftritt haben konnte), und selbst ein düster-dräuendes Biest wie “Follow The Leader” war eine frenetisch gefeierte Hymne. Und warum auch nicht? Rakim, der weltcoolste MC, war schon früh via Sampling in den Dance-Kanon aufgenommen, und der soundtrackhafte Charakter des Stücks passte bestens in die funktionale Psychedelik der Strobonebelwelt. Noch war alles gemeinsam 4/4, und solange die DJs es schlüssig zusammenbringen konnten, war es schlüssig zusammengebracht. Und eigentlich könnte das jetzt wieder klappen. Die Slow Motion-House-Bewegung hat sich schon fast so heruntergedrosselt, dass man bei der überwiegenden Hängerdynamik von Hip Hop anklatscht, jeder dritte Pos(t)erboy-Emo-House-Produzent behauptet im ersten Interview, in der Jugend quasi nichts anderes gehört zu haben, ein bisschen House vielleicht noch, und die Rap-Elite ist auf der Sinnsuche immerhin schon bei Daft Punk und Haddaway angelangt. Man könnte also auch problemlos die Edit-Kanone aufeinander richten. Entweder es gibt dann wieder einen Leader mit reichlich Followern, oder man redet anschließend überhaupt nicht mehr miteinander, vielleicht nicht einmal mehr übereinander. Aber probieren geht über studieren.
In discussion with Rusty Egan on “Low” and “Heroes” by David Bowie (1977).
I assume you got into the albums “Low” and “Heroes” at the time they were released, but were you already a fan of his before that?
Yes, since Ziggy Stardust.
David Bowie was always famous for continuously reinventing his career, but did this phase particularly appeal to you?
Bowie’s Berlin Years I believe were the foundation of The Blitz Club playlist. Via Bowie I found Kraftwerk, and that lead to Neu!, Can, Cluster and Krautrock as it was called, Bryan Ferry then led to the work of Brian Eno, and his Ambient series …all this music lead to the basis of my collection. If you join the dots Bowie, Eno, Iggy, Kraftwerk, Mick Ronson, Lou Reed. Read the rest of this entry »
Im Gespräch mit Tobias Freund über “Take Away/The Lure Of Salvage” von Andy Partridge (1980).
Auf Deiner Myspace-Seite steht, dass Du seit 1980 Musiker bist, das Jahr also, in dem “Take Away/The Lure Of Salvage” erschien. Ich nehme an, Du warst schon früh ein Fan von XTC?
Die erste Platte von XTC hab ich 1979 entdeckt, „Go 2“. Ich lebte damals in Frankfurt am Main und bin mit meinem Freund öfters nach der Schule in einen Plattenladen nach Offenbach gefahren. Es war einer der einzigen Läden zu der Zeit, der neue außergewöhnliche Platten verkaufte. Ich erinnere mich, dass es immer total spannend war in den Laden zu fahren, man hat immer irgendetwas Neues, Unbekanntes gefunden. Neben XTC hab ich unter anderem das „Black And White“-Album der Stranglers entdeckt, auch eine meiner damaligen Lieblingsplatten. Mich hat immer sehr das Artwork einer Platte angesprochen, ich hab mir des Öfteren platten “blind” gekauft, allein weil mir das Cover gefallen hat. Meistens bin ich nicht enttäuscht worden. Bei „Go 2“ war es genau so, das Cover hat mich gleich fasziniert, noch heute finde ich es eines der besten Artworks, simpel und effektiv. Weiße Schrift auf schwarzem Untergrund über die ganze Vorder- und Rückseite. In dem Text wird das Artwork erklärt und der Leser wird manipuliert die platte zu kaufen. Ich habe die Idee des Covers für die nsi.-Veröffentlichungen auf meinem Label Non Standard Productions aufgegriffen. Allerdings nur das Layout, Courier ist seitdem für mich der Punk unter den Fonts.
Waren XTC eine typische Band dieser frühen Post Punk-Phase, oder waren sie einzigartig?
Für mich waren XTC einzigartig, sie waren frischer, witziger und haben sich nicht zu ernst genommen, außerdem sind es unglaublich gute Musiker. Sie haben sich mehr getraut gewohnte Strukturen aufzubrechen, auf ihren Platten gab es immer Experimente. Zum Beispiel konnte Andy Partridge seine Stimme wie ein Instrument einsetzen, er hat versucht jedem Lied eine eigene Note zu geben, zornig, verrückt oder hysterisch. Read the rest of this entry »
“LFO” ist eine dieser Platten, die sich ganzen Generationen ins Gedächtnis gebrannt haben. Was war Dein “erstes Mal” mit dem Track?
An mein erstes Mal mit dem Track kann ich mich gar nicht so genau mehr erinnern, ich war damals 13/14 Jahre alt. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob ich es im Radio bei BBC gehört hatte, oder ob ich es quasi nachrecherchiert hatte, weil ich davon gelesen hatte, ich glaube es war im Radio gewesen.
Ich kann mich aber noch sehr gut an das absolut überwältigende Gefühl erinnern das entstand während ich den Track zum ersten Mal hörte. Als Musikliebhaber ist man ja irgendwie immer im Sisyphos-Modus auf der Suche nach dem perfekten Stück Musik, und bei dem Track hatte ich für eine kurze Zeit das Gefühl da ist es! Wie es halt so ist, hielt sich das absolute Gefühl nicht so lange, aber es ist bis heute einer der ganz wenigen Tracks geblieben, der für mich persönlich dem sehr sehr nahe gekommen ist und bis heute immer wieder neu auf die alte Art zu begeistern weiß. Der Hörgenuss war schon ziemlich vollgepackt, denn davon mal abgesehen dass „LFO“ von LFO mit seinem unwiderstehlichen melancholischen Futurismus eine Vielzahl von Gefühlen beim Hören aktiviert, wurde bei dem Track damals als Bonus noch ein Aha-Erlebniss mitgeliefert, denn so etwas hatte man wirklich noch nie vorher in dieser Form und Intensität gehört.
Hattest Du Warp Records damals schon als ein Label auf dem Radar, bei dem sich spannende Entwicklungen anbahnen würden?
Ja unbedingt! Ich war zwar noch kein fanatischer Fan dieses Stils der Bleeps und Clonks, aber Releases wie die Forgemasters “Track With No Name” oder DJ Mink “Hey Hey Can You Relate?” oder auch Nightmares on Wax mit “Dextrous” bzw. “A Case of Funk” haben bei mir schon früh die Kinnlade fallen lassen und zählten zu meinen damaligen Lieblingstracks. Trotzdem passierte damals in so vielen Bereichen elektronischer Club Musik Neues, dass zumindest ich, mit dem Wissen eines 13 Jährigen, das Potenzial des Labels schwer einordnen konnte. Es war eine Zeit, in der ununterbrochen eine revolutionäre Aufbruchstimmung bemerkbar war. Man konnte aber rückblickend schon erkennen das trotz schneller, von der Presse initiierten “Bleeps & Clonks” Hype-Schlagzeilen, etwas mit mehr Substanz als ein Zeitgeisttrend dahinter steckte. Read the rest of this entry »
In discussion with Dave Mothersole on “Techno! The New Dance Sound Of Detroit” (1988).
You wrote in a recent article about the roots of the music played in Goa that you came back to the UK from there and found acid house in full swing. Did that connect with what you heard in India, or was it something else entirely?
It was the very start of acid house. I got back from India in March 1988 – Shoom was still at the fitness centre in Southwark (although I never went) and a month or two later Spectrum opened at Heaven on Monday nights.
It was different from what I’d experienced in India. In some ways it was more tame as people had to go back to work or college or whatever after the weekend or on a Tuesday morning after Spectrum, where as in Goa partying was a full time occupation for most people and therefore more extreme. Goa was like Mad Max with palm trees and techno – almost totally lawless in those days, so nothing compares to it really. I’d been there the previous season (86 / 87) too and I’d come back with all these stories about freaks dancing all night to music that sounded like one long track – like all the best music you’d ever heard with all the crap parts taken out. How it didn’t stop all night and how everyone was freaking out to it on acid and on this new drug called ecstasy. I think my friends back home all thought I was mad, but when acid house came out they were like ‘ok, I get you now’. So I was pleased that they finally knew what I was on about. There were things I didn’t like though, like the MCs. Partying in Goa was like a mystical, very psychedelic experience. Almost a spiritual thing and it was all about getting inside the groove and letting the music take over, so to have some guy shouting ‘hands in the air’ every few minutes as everyone faced in the same direction was a bit distracting. So in that way it was different.
The music was totally different too. The influence of the soul scene (where most of the DJs came from) was very strong so there where a lot of song based tracks with very soulful vocals. The themes were different as well – the famous Martin Luther King speech over Mr Fingers; Ce Ce Rogers ‘Someday’; ‘Promised land’ – these were all Black American themes – songs about the struggle for liberation and freedom. They translated perfectly to multicultural, 80’s England though. Before acid house black and white kids didn’t mix so much on the dance floor, there were exceptions but on the whole the clubs were either separate or divided. Acid house changed all that overnight and these songs, with lyrics about reaching the promised land and living together as one family had a very powerful resonance with the audiences. I think it was a tremendous relief for my generation to finally come together in this way. And this applied not just to the divisions between black and white, but also to class divisions and those that separated the various different youth cults. It was an amazing time – an entire generation taking the same drug at the same time. Listening to the same music, feeling the same emotions. My friends all went from wearing designer clothes and hanging out at the pub to clubbing every weekend in dungarees, purple kickers and long sleeve tops and hoodies with peace signs, smileys and flowers and stuff on them. Some of them even quit their jobs and started throwing parties, selling drugs, DJing – anything they could do that would let them carry on partying. It was a huge change and it happened really fast. By the summer of 88 loads of people were into it and come the summer of 89 it was massive. Huge parties, every club in the country playing house music, office workers out on Friday shouting ‘mental’, mainstream compilation albums full of acid house hits and 10 year old kids dressed like ravers.
Was it like hearing the roots in Goa, and then back in the UK, acid house seemed to be the next step musically?
I wouldn’t say the next step from Goa, as the scene in Goa existed in it’s own little bubble. Culturally, I was very pleased that we were the first country to take the concept of dancing to electronic music on ecstasy, and push it straight into the mainstream. This wasn’t a new concept – people had been doing it throughout the 80’s in Chicago, New York, in Dallas (at the Stark Club), in Ibiza and of course in Goa – but we kind of democratised it. You didn’t have to be a freak in India, a New York club kid or a jet set Ibiza type anymore. You could be an ordinary kid, you know, from pretty much anywhere in the UK. That was really cool.
Musically, house had been popular in England since 85 / 86. ‘Jack Your Body’ was number one in the pop charts in 86 for example, and ‘Love Can’t Turn Around’ was top five in the same year. So I was already familiar with house music and indeed it’s roots as I’d been into the soul scene before and had grown up dancing to records like D-Train’s ‘You’re The One For Me’, ‘Beat The Street’ by Sharon Redd and Sinnamon’s ‘Thanks To You’. And then the whole electro thing hit big in England, so yeah, it was the next step musically for sure, but it was ecstasy that made it explode in the way it did. Much as I was familiar with it though, house music could still be shocking. I remember standing in the queue outside Spectrum for the first time and hearing this thunderous acid track booming out of the club and thinking ‘fuck me, this music is dark’.
On the whole though, the music in Goa was far more foreign to me. I lived in Italy as a boy and went on holiday there most summers right up until I went to India, so I was familiar with italo disco, but that was my only reference point. That an a few Front 242, Yello and Nitzer Ebb records my brother had. It might sound strange but until acid house broke, European club music was very rare at parties in England. After acid house that all changed, first with stuff like A Split Second and Code 61, then later with all the R&S and Music Man stuff and after that the Frankfurt stuff and whatever. Pre acid house though, only a few gay clubs played euro beat (as we called it) so hearing it in Goa – particularly in the psychedelic way they played it there – was a complete revelation to me. Read the rest of this entry »
Im Gespräch mit Ulrich Schnauss über “Force Majeure” von Tangerine Dream (1979).
Ich nehme mal an, Tangerine Dream waren nicht so ein gängiges musikalisches Thema zur Zeit Deiner Jugend. Kannst Du Dich noch daran erinnern, wann und wie Du die Band für Dich entdeckt hast?
1991 erschien das Album “Frequencies” von LFO – eine Platte, die mich sehr nachhaltig beeindruckt hat – zum einen musikalisch, zum anderen da sich im Inlay der Text des Openers “What Is House” befindet: im Prinzip einfach eine Aufzählung der wichtigsten Vertreter der elektronischen Musik der vorangegangen Jahrzehnte. In dem Alter hatte ich tatsächlich keine Ahnung, wer Yellow Magic Orchestra oder Tangerine Dream sind – als großer LFO-Fan hat es mich aber interessiert, wen die beiden da als ihre Vorbilder nennen. Ich habe mich dann einfach Stück für Stück durch die Liste durchgearbeitet – als ich schließlich bei “Tangerine Dream” angekommen bin, hatte ich so eine Art musikalisches Erweckungserlebnis.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Du in den 90ern im kleinen Rahmen eines Clubs Deiner Geburtsstadt Kiel ein DJ-Set mit Deinen liebsten Tangerine Dream-Platten bestritten hast. Hattest Du damals schon die musikalischen Ideen im Kopf, die Du dann an anderen Orten umgesetzt hast? Wie wichtig waren Tangerine Dream für Deine persönliche Entwicklung als Künstler?
Ja, ganz bestimmt – ich habe eigentlich seit meiner Kindheit eine bestimmte Art von Musik im Kopf, die ich gerne irgendwann machen würde – alles was ich veröffentliche ist Teil eines langsamen Annäherungsprozesses an dieses Ziel.
Tangerine Dream war für mich in verschiedener Hinsicht wichtig – grundsätzlich erst einmal um zu erkennen, dass man mit Hilfe von elektronischen Instrumenten nicht nur Dance-Musik machen kann – für Jemanden, der zum ersten mal bewusst Synthesizer im Rahmen von Acid House gehört hat, ist das nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Zum anderen finde ich Edgar Froeses Herangehensweise an dieses elektronische Instrumentarium immer wieder inspirierend und das ist zu einer Art Leitidee auch für mich geworden: anstatt die Technik zum Fetisch zu erheben und die Transformation zur “Menschmaschine” zu propagieren (wenn auch zunächst in ironischer Brechung), steht das Werk von Tangerine Dream für ein Modell, bei dem der Mensch der bestimmende Faktor bleibt – das Sounddesign von Tangerine Dream unterscheidet sich grundsätzlich: warme, organische Farben, die den Hörer auf eine “Reise im Kopf” (pardon für das Klischee!) schicken – weit entfernt von technokratischer Kälte und büro-germanischer Sterilität (wobei ich nicht bestreiten will, dass sich unter dieser Voraussetzung nicht auch interessante Musik produzieren lässt – mich persönlich hat das allerdings nie sonderlich gereizt). Read the rest of this entry »
In discussion with Mike Thorne on “Strange Days” by The Doors (1967).
Were you a Doors fan since their debut album, or was “Strange Days” the album that got you into their music?
I heard their first album shortly after release in 1967 and thought it astonishing. There was a presence and directness to the songs and the playing that was so fresh and new. Also, the sound and production were exceptional – everything still sounds so clear and present.
What drew you to them in the first place, especially compared to other rock groups of that era? What made them special? Was it Jim Morrison, the musicians, or their peculiar moody and dark approach to rock?
The band were clearly a distinctive group of talented people, interacting very constructively, and delivered the noise and force that’s always been attractive. They were one clear pole. In the days when music mattered, you were either a Beatles or a Stones person, with Pink Floyd or Soft Machine. There’s a parallel contrast between the Jefferson Airplane and the Doors. Even though I liked much of their output, the Airplane could be ‘nice’ in the unthinking hippy way in times when we were all feeling our way. Much of their output didn’t have anything like the power of Somebody To Love or White Rabbit, and could be downright sappy. The Doors always played rough and direct. More recent public polarities include the Blur/Oasis media circus, but that wasn’t so much about stylistic contrast. Read the rest of this entry »
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