Die EP zur LP, mit Produktionshilfe von Jimpster und Atjazz. Ersterer liefert eine etwas geschniegelte Mixtur aus Naked Music und Dubtechno, die er zur Sicherheit noch mit ziemlich klischeebelasteten Peaktime-Tricks auspolstert. Das hätte die Ausnahmestimme von Owens natürlich gar nicht nötig gehabt. Atjazz macht es etwas weitsichtiger und stellt einen polierten Downtempo-Groove zur Verfügung, der ein bisschen die Vermutung nahe legt, man könne in England die Renaissance vom Clubsoul der späten 80er gar nicht mehr abwarten. Er illustriert aber in jedem Fall die Vielseitigkeit von Owens’ Stimme, die vielleicht eher ganz wenig im Hintergrund braucht um zu glänzen oder etwas, das vom Gros seiner zahlreichen Gastauftritte als Sänger abweicht. Seine einzige Eigenproduktion vom Album, „Press On“, kommt ganz klassisch mit einer Botschaft, einer Fläche, einer Bassline und einem Piano aus und das funktioniert immer noch gut. Er sollte das in Zukunft unbedingt wiederholen, vor allem auch auf Albumlänge.
Four Roses Recordings passieren nach der schönen EP vom Motor City Drum Ensemble Ende letzten Jahres nun fast schon im Schlendergang die letzten Kilometer gen Deepenhausen, wo schon ein ganzer Pulk im Zielbereich mit vollem Jubelarsenal erwartungsvoll die Ankunft erwartet. Für den Rest der Saison werden sie wohl zu den A-Teams gehören. Verantwortlich für den ungefährdeten Rennverlauf sind diese zwei verkopften House-Trips, beide entspannt im Tempo, aber mit Druck im Sound. Schon der Groove ruft Wild Pitch ins Gedächtnis, die Akkorde und Flächen gehen Echo über Dub, mit sehr verfänglichen Untertönen, die bei „Fuelta“ schon fast an eine Deep-Variante von „Jesus Loves The Acid“ erinnern, und es wird denn auch Schicht um Schicht intensiviert, bis man am Ende völlig endorphintrunken den Reißverschluss zum Zielfoto hochzieht. Grand!
Ripperton übernimmt die etwas undankbare Aufgabe „Tides“ zu remixen, nachdem Carl Craig damit schon ziemlich nachhaltig und lagerübergreifend gelandet war. Von diesem Ufer mag er sich dann auch nicht allzu weit entfernen. Etwas kühler im Gesamteindruck, etwas nach hinten erweitert, andere Bassline, den Gesang etwas ausgebaut und verschoben. Das ist aber alles nicht anders genug um nicht gerade dadurch das herauszustellen, was das Original so überzeugend vorgab: Aus wenigen Zutaten in einer ausgefuchsten Dramaturgie die totale Hymne machen. Auf der anderen Seite haben sich 7 Samurai als Panoptikum für ihren Remix von Invisible Sessions „Till The End“ wohl ein paar Notizen zu Innervisions gemacht, aber sie emanzipieren sich, indem sie ein herbstliches Piano mit ein paar verträumten Detroit-Flächen klüngeln lassen. Das klingt zuerst, als würde ein wenig der Zug fehlen, entwickelt sich dann aber zusehends ganz prächtig.
Schottlands feinstes Techno-Label legt nach längerer Funkpause nach und die Prämisse ist in diesem Fall immer noch Detroit, aber nur als Grundgefühl, verkrampfter Authentizitätszwang ist hier Fehlanzeige. Iridite-Supremo Brunton steckt auf „Mixed Metaphors“ ansteckend das Koordinatensystem seiner Vorlieben ab: eine bohrende modulierende Sequenzerpumpe fiebert mit nervösen Flächen um die Wette, hektische Perkussion hängt Sekunden dahinter. In klug kalkulierten Abständen trifft das zusammen und erzeugt eine Klangüberladung, die gleich danach ihrer nächsten Manifestierung entgegenarbeitet. Und man wartet schon freudig darauf. Marco Bernardi arbeitet das zu einer rasanten Vocoder-Electro-Nachtfahrt um, die gekonnt alle genrespezifischen Parameter erfüllt und dank der erwähnten Sequenzer noch einigen Mehrwert erreicht. Rei Loci alias Methodology dann mit einer gedubbten Version, die sich schlau um vordergründige Trippigkeit drückt und gehörig auf die Tube drückt. Dreimal doll.
Mark E ist erwiesenermaßen jemand, der den Wust der Einflüsse und Klänge in seinem Kopf zu eigenständiger und überraschender Musik ordnen kann und damit ist er bei Running Back genau richtig. Auf seiner zweiten EP für das Label holt er konsequent weit aus. Er interpretiert beim Titeltrack „Lost Again“ von Yello als reduzierten, hypnotisch stampfenden Darkroomsubwoofertest und „Pulse Friction“ ist ein einziger Arpeggio-Strudel mit dunklen Weiten, der sich komplett kitschfrei mit DJ Pierre und Cajmere zum Soundaustausch verabredet hat. „Slave 1“ ist ein Midtempo-Knäuel mit zahlreichen Schlaufen aus Dub, Boogie und Deep House, das zuerst einem Zustand gepflegter Breite entgegen zu schliddern scheint, dann doch in ein fiebriges Crescendo umschwingt, um schlussendlich in seine Einzelteile zu verfusseln. Große Klasse, das alles.
Dear me, I was recording so many mixes with early 90s house in 2007/08, it almost feels like I was trying to ignite a revival all by myself. The 90s house revival eventually happened not much later, but then I was interested in other music and did not care anymore. I had all the records so I probably could have done a lot of gigs milking the monentum, but hey. My timing is often so bad, it is almost proverbial.
The Opious Project – Jazz Party The Rude Awakening – The Dip Maurice – Melody Sure Is Pure – One Drop Of Rain Rags – Abstract Sound Source – A Naked Theme Davina – Don’t You Want It The Sugarcubes – Leash Called Love Sound On Sound – Time To Feel Loveroot – Hold Me Right Mental Instrum – Bott-ee Rider Hidden Agenda – Story Of My Life The Believers – Who Dares To Believe In Me? S.D.M. – Where Did House Go Joe T. Vannelli – Play With The Voice Sensory Elements Vol. 1 – Something 4 U Yohan Square – Love Of Life
Da muss schon etwas Gewichtigeres in die Speichen geworfen werden als die Bestreikung fast aller öffentlichen Verkehrsmittel, um die goldene Nacht der diesjährigen Transmediale ins Wanken zu bringen. Das Aufgebot war einfach zu opulent. Dementsprechend füllten sich die grieseligen Hallen der Maria sehr zusehends und früh schon kam Bewegung auf. Thematisch war die Nacht in zwei Teile gefaltet. Hüben Techno in Dub, drüben House. Für Ersteres zeichnete die Modern Love-Posse verantwortlich, die in voller Mannschaftsstärke erschienen war. Angefangen mit einem schönen Set vom wie immer fulminanten DJ Miles, später Pendle Coven, Andy Stott und Claro Intelecto an den Laptops. Es ist auffällig, dass sich alle Beteiligten so unisono in diesen raureifigen, aufgeräumten Labelsound einfügen. Das wird wirklich konsequent durchgezogen und mittlerweile auch deutlich ansteckender dargeboten als beim letzten Berliner Gastspiel in der Panoramabar. Der rechtmäßige Star auf diesem Floor war aber natürlich Moritz von Oswald, der, in Begleitung von Max Loderbauer an einem wunderschönen Modularungetüm und Vladislav Delay an sämtlicher Perkussion, wieder einmal vorführte, wie man diesen Sound wirklich intensiv macht. Es war beeindruckend, und eher im Stil seiner aktuelleren Remixe und Produktionen als an Basic Channel-Traditionsverwaltung. Da kommt hoffentlich noch mehr. Auf dem anderen Floor brachte Kalabrese mit seinem mitunter wirklich etwas rumpeligen Orchester das Unternehmen in Gang. Nicht so bewegend wie auf Tonträger aber mit reichlich Charme ausgeführt, und als der Grime-Look der Sängerin dann auch unverhofft auf Grime-Bass traf, gab es kein Halten mehr. Leider wurde der Zug mit einer nervtötend langen Umbauphase aufs Spiel angehalten, doch dann kam Larry Heard. Und man merkt, dass er sich jetzt auch immer mehr als DJ wohl fühlt. Anfangs noch sichtlich nervös begann er wie eine etwas wackelige Ausgabe einer guten Inner City-Nacht und wurde dann immer doller. Clivillés & Cole, der Percolator, sogar Plastic Dreams. Herrlich. Zum Abschluss dann „Can You Feel It“, mit einer improvisierten, wundervollen Darbietung des Gesangsparts von Robert Owens. Alle sind zu Tränen gerührt, Heard eingeschlossen. In diese Stimmung passen anschließend Prosumer, Murat Tepeli und Elif Bicer perfekt, da wird fürwahr ein Kreis geschlossen. Das kann alles immer noch sehr viel Spaß machen.
At last, The Druffalo Hit Squad comes down from the mountain for the tenth time. And you better believe the gospel according to…
Data – Living Inside Me The Associates – Waiting For The Loveboat Sparks – Music That You Can Dance To Bobby O – German Girl De Rogue – Nightlife Fashion Brother Beyond – The Harder I Try The B-52’s – Summer Of Love Neil Young – Computer Age Was (Not Was) – Anything Can Happen A Certain Ratio – 27 Forever Kevin Rowland – Tonight The Blow Monkeys – This Is Your Life Karen Finley – Tales Of Taboo Animotion – Obsession Matia Bazar – I Feel You Moses – Our Revolution M.K. All Stars – Bohemian Rhapsody
You’ve been around for over twenty years and you were one of the first voices of House. Now you release your first artist album since quite a while.
Yes, for quite a while. I’m like an old relic, still there, haha. I’m lucky and feel like I’ve evolved with what’s happening in the music world. House people tend to stay stagnant or stay stately within their zone. I feel fortunate that I’ve been able to travel around globally and constantly meet new cultures and stay impressed of what they’re doing. With innovation you have to be aware of what is in order to take it another level and hopefully with this new album I’ve achieved and accomplished that. Taking things into another direction and stating to the world that I’m aware of now and what’s happening. There are still elements of my origins and past, it’s all about a fusion. Being aware of the world opposed to just an area.
You’ve made a lot of collaborations, as a featured vocalist with other producers. Now you worked with other producers again but what made you decide to release under your own name? Did you feel the need to make a step in that direction again?
Definitely, because management and a lot of people were like: “You are just featuring on other people’s album and it’s about them. They are getting the profile and you’re just a feature singer. Why don’t you put out an album?” And I was like, let me turn this around and do it back to front. I’m going to get producers to guest on my album. Read the rest of this entry »
Recent Comments