V.A. – Extra (Studio K7)

Posted: October 7th, 2005 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

Die Umschichtung der Formatprioritäten und die Klingelton-Krise der Musiksender haben eine fruchtbare Brache hinterlassen, in der sich das Medium Musik-Clip nun mehr und mehr als Special-Interest DVD wieder findet. Kreative Speerspitzen mit krediblem Backstock wie Jonze, Gondry, Cunningham und Konsorten setzen sich die Retrospektiven gleich selber, von Paradise Garage, Sheffield-Wave bis hin zu Genialem Dilettantismus bekommt jede einflussreiche Periode der Popgeschichte ihre Dokumentation. Da die Viacom-Familie seit geraumer Zeit sowieso eher jeden Quatsch außer Musikvideos sendet, bietet es sich natürlich an, Sendungen wie Electronic Beats als Slices fortzuführen oder wie hier eine ‚Selection Of Outstanding Electronic Music Videos’ zu kompilieren. Es stellt sich die Frage, ob elektronische Musikclips per se schon künstlerischen Renegatentum-Mehrwert innehaben weil man sie im Fernsehprogramm mit der Lupe suchen muss. Bestimmt das Nischendasein auch die Freiräume in der Konzeption und wie nutzt man das? Die Clips auf dieser DVD bieten recht vielfältiges Anschauungsmaterial, doch manchmal fragt man sich, warum die Regisseure jedem Glitch visuell entsprechen müssen oder ob die Bildsprache da eigentlich wirklich so advanced ist wie sie tut. Die vorhandenen Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit werden zuweilen von den Infos im Booklet erst recht unterstrichen, wo man mit Superlativen und Referenzen von Eisenstein, Caspar David Friedrich bis Warhol eingebettet in einen großzügigen popkulturellen Kontext, nur so um sich schmeißt. Tatsächlich muten aber, wenn auch auf dem technisch neuesten Stand, einige Clips wie Coverversionen von Stephen R. Johnson oder Godley & Creme an, versetzt mit Mandelbrot-Flair (Bleip – Clicks), quietschbuntem Allerlei oder Stop And Go-Trickrobotern wie von Ata Tak (Bogdan Raczynski – Ahou Bouken). In narrativen Momenten orientiert man sich zuweilen an Dunkel-Tech-Paranoia vom Schlage eines Darren Aronofsky (Slam – Alien Radio). Wong Kar-Wai punktet souverän mit einer 1:1 Direktübertragung seiner Kinoarbeiten für DJ Shadow, das schöne Gebrüder Grimm meets Kompakt-Video vom Superpitcher ist enthalten, die Imbisstypen in Richard Anthonys Clip für Garniers rotgesichtigen Mann sind immer noch lustig und Designers Republic haben für Funkstörung einen formschönen Update von Sign Of The Times fabriziert, inklusive Nerd-Statistiken und schamloser Promotion, in grauer Vorzeit ja mal Sinn und Zweck des Mediums. Nun aber ist es Art, baby, in your face.

De:Bug 10/05


Finn Johannsen – Digging Your Same Old Scene

Posted: October 6th, 2005 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: | No Comments »

If you had your formative years in terms of music in the late 70s and early 80s, of course you cannot shake off Synthpop. I gladly never tried. Do not look for deep crate digging results here, this is just me revisiting turning on the radio and feeling blessed to hear someting like this. Pop perfection.

Human League – Life On Your Own
Malcolm McLaren – Madam Butterfly
Pet Shop Boys – Love Comes Quickly
The Blow Monkeys – Digging Your Scene
The Art Of Noise – Beat Box (Diversion One Excerpt)
Matia Bazar – Ti Sento
Animotion – I Engineer
Blancmange – Living On The Ceiling
Yello – Lost Again
Eurythmics – Love Is A Stranger
Depeche Mode – Enjoy The Silence
It’s Immaterial – Space
Kate Bush – Experiment IV
Virna Lindt – Whistle Wind
Roxy Music – Same Old Scene
A.R. Kane – Love From Outer Space
The The – Uncertain Smile


Interview: DJ Minx

Posted: August 9th, 2005 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , , | No Comments »

Was war der Ausgangspunkt für die Enstscheidung in der Detroiter Musikszene aktiv zu werden?

Der Entschluss DJ zu werden war von meinem grundsätzlichen Interesse an Musik bestimmt, in allen Facetten. Ich begann mich für elektronische Musik zu interessieren aufgrund stilistischer Merkmale und vor allem wegen der Art, wie diese Musik die Leute berührt hat. Wo sonst bekommt man schon eine solche Bandbreite an Genres, alle zusammengefasst in einem Groove mit derartig viel Schwung? Platten wie Mr. Vs ‘I Got Rhythm’ oder Mike 303s ‘St. Sylvestre’ bleiben wohl ein Leben lang in meiner Kiste.

Du hast diverse Radiosendungen gemacht, unter anderem das weithin bekannte Format Deep Space Radio. Was für Kontakte und Einflüsse kommen aus diesem Zeitraum?

Kevin Saunderson war ein maßgeblicher Einfluss. Er hat mich immer unterstützt, zuerst gefiel ihm meine Radio-Stimme, dann respektierte er auch meine ganzen sonstigen Aktivitäten. Wenn Leute aus anderen Ländern Detroit einen Besuch abstatteten, brachten Derrick May und Juan Atkins die Zeit auf, sie für ein Treffen mit mir ins Studio zu bringen. Read the rest of this entry »


Interview: Miss Kittin

Posted: November 9th, 1999 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , , | No Comments »

Wie bringst Du Unterhaltung ins Djing?

Ich langweile mich nie. Ich wechsle die Atmosphäre, spiele unerwartete Melodien und riskiere etwas.

Spielst Du Freestyle? Wie machst Du das?

Ja, ich spiele Freestyle. Nur einen Sound zu spielen ist öde und außerdem mag ich verschiedene Stilarten. Zum größten Teil benutze ich Minimal Techno gemischt mit Electro, House, Breakbeats und Anderem. Freestyle ist aber gefährlich, denn es muß harmonisch sein.

Ist Retro notwendig?

Nein, ist es nicht. Daß ist geschmacksabhängig oder man will sich damit an schöne Momente erinnern. Ich bin retro zum Spaß oder um zu überraschen, aber nicht automatisch. Read the rest of this entry »


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