Another appearance at the beloved Betalounge. I was probably booked to play a disco set at night in Hamburg and played some of the stuff I was about to play at the Betalounge in the afternoon. I loved doing that so much. They had a lot of listeners tuning in, and you had this sensation of sharing your music with so many people worldwide, at once. Well, it was about the music then. Now you get way more listeners via streams and on camera. So you can see the DJ too, doing it live. Well, for what it’s worth.
Einer der unlängst größten Anime-Erfolge in den japanischen Kinos hatte zuletzt auch auf dem Fantasy Filmfest sein Hitpotential demonstriert und kommt jetzt als umfangreiche Doppel-DVD auf den hiesigen Markt. Hosoda wird schon als Nachfolger von Miyazaki gehandelt, und das nicht ohne Grund. Der Film über das Mädchen, das entdeckt, das es den Zeitablauf auf Reset stellen kann, ist ähnlich den Ghibli-Klassikern voller Detailliebe, Texturen gleich Gemälden und einer Atmosphäre mit dieser friedlichen Sogwirkung, in der man schon bald nicht mehr bedenkt, dass man abermals von großäugiger Niedlichkeit in schrägen Plots gerührt ist. Die Art wie die Schülerin die Zeitsprünge anwendet ist komplett nachvollziehbar, die Art wie die Abläufe ihres Lebens dadurch mit allen positiven und negativen Konsequenzen zwischen Romantik, Drama und Komik durcheinander wirbeln ist es auch, in zuweilen virtuosen Erzählstrukturen ohne unnötiges Animationsblendwerk. Im Kern ist der Film aber auch eine sachte Initiationsgeschichte vom Verlust der Unschuld und eine fragile Teenagerliebe wider Irrtum und Vernunft, über der die Zeit der Reife schon verlustvoll dräut. Man kann nur beten, dass das nicht gerade für irgendein Starlet in L.A. als Realfilm mit launigen Nebenrollen und Alternative Jukebox-Soundtrack gepitcht wird.
John Rocca ist in der Geschichtsschreibung tanzbarer Musik immer eine rätselhafte Gestalt geblieben obwohl er mit Freeez Electro nachhaltig einen Pop-Stempel aufdrückte, in der Frühphase von House sporadisch sein Unwesen trieb und dann später als Midi Rain ein paar wunderschöne Hymnen zwischen Rave und Wild Pitch hinterließ. Seitdem ist seine tolle quecksilbrige Stimme verschollen. Als exemplarisch für seine Musik bleibt für mich diese Platte, die später von Carl Craig und Derrick May für Incogdos „Simply Just A Ventage“ zum Dauersuchbegriff des Detroit Techno ausgeweidet wurde. Pop goes my love!
Auf dem zweiten Album haben sich Rodney Hunter und Komplize Peter Kruder prachtgelaunt einen Maßanzug aus slickem Großstadtboogie mit breitem Referenzspektrum geschneidert, irgendwo zwischen Supermax, Michael Jackson/Quincy Jones, D-Train, R&B-Status Quo und Strom für die Party aus der nächsten Laterne. Absolut ansteckend, mit gewiefter Expertise im Kleingedruckten, verspiegelten Winkeln, Traditionsromantik und Forschrittswillen, dem Rums zum Bums und dem Herz am rechten Fleck. Typen, die der plattgesampleten Orgelmelodie von „Gypsy Woman“ völlig einleuchtend einen Jiggy-Kontext verpassen und sowieso derart vernünftig, umsichtig und effektiv ihre Skills verteilen, würde ich ohne Bedenken die Penthouseparty anvertrauen.
Ist das Album für euch so eine Art Querschuss? Es ist ja schon ein Popalbum. Was für ein Statement wollt ihr damit vorlegen?
Georg: Wir haben schon vor, mit dieser Platte mehr Leute zu erreichen als mit dem was wir sonst machen, ohne uns zu verbiegen. Ich habe auch festgestellt, dass viele meiner größten Idole oder Einflüsse nicht aus dem Underground kommen, sondern eigentlich eher aus dem Mainstream, bzw. Underground heißt nicht immer, dass es was Tolles ist. Der Anteil von absolutem Oberschrott und guten Sachen ist genauso hoch wie im Mainstream. Daher haben wir alles rein gebracht was wir gut finden und uns vielleicht ein bisschen mehr an unseren Vorbildern orientiert, die Major Label Artists sind. Aber natürlich ist beispielsweise immer noch eine ordentliche Portion von dem drin, was Dixon auflegt. Wir haben einfach angefangen, es gestutzt und kompakt gemacht, sodass die Songs auch alleine stehen können.
Dixon: Das war auch wichtig für uns, wir wollten es hörbar machen. Wir haben ja recht lange dran gesessen. Vorher gab es einige Sketches und es gab öfters Momente wo wir uns gefragt haben: Kann man das so durchhören? Jetzt haben wir ein Album gemacht, das ich höre ohne zu denken, jetzt lege ich doch mal lieber die White Stripes ein oder die Map of Africa oder Amy Winehouse. Ich habe mir im Urlaub diverse CDs gekauft und fühlte mich gut als ich dann unsere CD eingelegt habe und die auch durchhören konnte. Mir ging es bis jetzt immer so, dass man, wenn man länger an Sachen gesessen hat, was bei uns meistens der Fall ist, es einfach nachher nicht mehr hören kann. Ich kann es noch hören. Ich kann es durchlaufen lassen ohne dass ich denke: Lass mich jetzt in Ruhe!
Georg: Das war bei mir auch so. Es ist auch ein Album, das ich zuhause hören kann wenn ich Freunde da habe ohne mich dabei unwohl zu fühlen, auch wenn vorher irgendeine High Production-Platte lief, oder Rock. Ich habe dann nicht das Gefühl, jetzt lege ich was Nerdiges auf, auf das nur ein paar bestimmte Leute stehen. Man muss nicht viel erklären, es läuft einfach und die Leute wissen worum es geht. Es löst etwas aus, vielleicht auch bisschen der Humor bei einigen Songs. Das war bei vielen anderen Sachen von uns nicht so. Die waren auch nicht unbedingt schwierig, mein Album war für viele auch ein Popalbum, aber sie gingen in eine bestimmte Richtung und waren auch lange nicht so ambitioniert. Ich habe mich auch vom Songwriting her viel bewusster da rangesetzt als bei meinem ersten Album. Read the rest of this entry »
Der finale Tusch der Neubearbeitungen zu Antenas Album “Camino del Sol”. Stimmig zusammengepackt die Mixe von Escort und Enne, die sich ziemlich genau an dem 80er-Jazzpop orientieren, den man damals ungnädig verstieß, als dieser etwas später nicht mehr nur mit Geschmäcklertum flirtete, sondern zu Acid Jazz verödete. Hier ist es aber noch die Vorstellung von Pool-Coolness und, aus denen etwa Everything But The Girls grandioses Debütalbum entsprang. „En Cavale“, das damalige Soloalbum von Antenas Isabelle, ging auch sehr kokett in diese Richtung weiter. Man kann zu alten Favoriten ja so ungerecht sein, da kommt das gerade richtig um die Wiedergutmachung einzuläuten. Der Prince Charming ist hier jedoch abermals der Mix von Pink Alert, der dir erst den Rücken eincremt und dich dann mit einem Gewinnerlächeln von der Liege ins Becken schubst. Der geheime Star unter den diesjährigen Sommerhits.
1990 wurden Samples noch nach Quantität eingesetzt und geloopte Breakbeats schlichen sich mehr und mehr in den Rave-Kanon ein. Dave Angel und Dave Dorrell nahmen sich unheilvoll biblische Wortschnipsel, eine sich sofort in den Ohren festsetzende Bassline und ordentlich Drumkick und legten dreist den Hit der Eurythmics darüber. Erstaunlicherweise funktionierte das Sound-Sammelsurium dieses frühen Mash Ups fabelhaft zusammen und überzeugte nach längerer Clubrotation auch die Urheber selbst, woraufhin der Bootleg schließlich als offizieller Remix veröffentlicht wurde. Von da an war Drum and Bass nur noch eine Frage der Zeit.
Der heimische Deep House-Aufschwung, Aufzucht und Hege. Die stolzen Eltern bei Innervisions sind schon zu anderen Gestaden aufgebrochen, doch Manuel Tur und Dplay verweilen nach ähnlich gelagerten EPs auf Freerange und Compost Black Label noch eine Runde in satter Deepness mit dem Morgengrauen im Anschlag und Wärme im Herzen. So klingt die moderne Wehmut nach dem Überschwang, nach gegenseitigen Blicken des Einvernehmens quer über die Tanzfläche und dem latenten Gefühl, dass man sich durchaus noch zu einem weiteren Kollektivdrama aufschwingen könnte, sofern es sich so anfühlt wie hier.
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