Hofuku Sochi im Live-Modus-Video-Audio-Mix im Hamburger Angelklub, und der Titel ist Programm. Wo die Krautrock-Elektroniker den Weltraum erforschten, kehren Stachy und Co. vor der eigenen Küste und tauchen weit runter. Der Sound ist jedoch durchaus vergleichbar. Es rumort und wabert, romantisiert drehen Bleep-Spiralen ihre Runden, später rücken ziemlich funktionstüchtige Dub-Basslines ein und es wird die Party forciert. Der freundlichste Ambient seit The Orb, mit entprechend lustig-anachronistischer Bildspur voller Cyberplankton und Sinuskurven, die an die seligen Zeiten erinnern, als X-Mix auf VHS der heiße Scheiß war. Dafür gehört ihnen die Calypso anvertraut und sie sollen solange auf große Erkundungsfahrt gehen, wie sie es für nötig erachten.
Welcome to the D.H.S. After Hours, the time when things make sense, friends will be friends and love is in the air. We firmly believe in the art of ending a night in style. In fact, we believe in it so firmly that we have become notorious for extending the very last song for quite some time. After all, there is always a next tune. Always. And who knows what tomorrow might bring?
Dedicated to those who are the last to order and the last to leave.
Andy Williams – The Village Of St. Bernadette Perry Como – We’ve Only Just Begun Sergio Mendes & Brasil 66 – Look Who’s Mine Shirley Bassey – I Won’t Last A Day Without You Bill Conti – You Take My Heart Away Dusty Springfield – Take Another Little Piece Of My Heart Five Stair Steps – Ooh Child Diana Ross – Ain’t No Mountain High Enough The 5th Dimension – Magic In My Life Charlene – I’ve Never Been To Me Carole King – Up On The Roof The Walker Brothers – My Ship Is Coming In Glenn Campbell – Wichita Lineman Mireille Mathieu – J’oublie La Pluie Et Le Soleil Andy Williams – A Song For You The Hollies – He Ain’t Heavy, He’s My Brother The Fugs – Burial Waltz The Beach Boys – Feel Flows Lou Reed – Perfect Day Sammy Davis Jr. – I’m Over 25 But You Can Trust Me Telly Savalas – Looking Back At Thirty Herb Alpert & The Tijuana Brass – Without Her David McWilliams – The Days Of Pearly Spencer Gary Puckett & The Union Gap – The Beggar The Kinks – Waterloo Sunset Richard Harris – Mac Arthur Park Frank Sinatra – Sunrise In The Morning Elvis Presley – The Impossible Dream Vikki Carr – Eternity Mary Roos – Morgens Um Fünf
Todd Rundgren – Breathless Phil Manzanera – Frontera Yosui Inoue – Kagirinai Y?b? Love – Between Clark And Hilldale Lighthouse – One Fine Morning The Kinks – Shangri-La Roxy Music – Could It Happen To Me? David Bowie – Changes Todd Rundgren – I Saw The Light Electric Light Orchestra – Evil Woman Bo Donaldson & The Heywoods – Who Do You Think You Are Merrilee Rush – Save Me Nicolette Larson – Lotta Love The Hollies – Draggin’ My Heels Daryl Hall – Stop Loving Me, Stop Loving You The Four Seasons – Long Ago Hamilton, Joe Frank And Reynolds – Fallin’ In Love Michael Franks – St. Elmo’s Fire JJ Cale – Magnolia Arlo Guthrie – Last To Leave
Die tanzbare Seite von Library Music wurde ja schon mal ab den mittleren 90ern im Zuge des damaligen Easy Listening-Hypes aufgedeckt, etwa von dem KPM-Sampler auf Strut und diversen halbseidenen Compilations aus Italien. Jetzt hat die anhaltende Begeisterung für das Kosmische wieder die Tore geöffnet, Raymond Scott ist wieder wer, und in den Archiven der Fließband-Studiotüftler der 60er bis 80er sollte auch noch zur Genüge Material abzugreifen sein, um bis zur nächsten Obskuritäten-Baisse Spezialwissen zu streuen. Nur machen den Job hier jetzt nicht mehr etwa The Karminsky Experience oder andere Zeitgenossen, sondern die Franzosen Alexis Le-Tan und Jess aus dem Tigersushi-Umfeld. Was sie zusammengetragen haben, klingt ähnlich wie zur ersten Renaissance: die funky Seite von Muzak, Auftragsdisco, sowohl einsetzbar um deine eingeweihten Freunde mit dem nächsten Checker-Mixtape zu überrumpeln, als auch als Hintergrundmusik für retro-futuristische Designideen. Das Genre bringt eine gewisse Formatfreude und Homogenität schon mit sich, aber diese Zusammenstellung ist trotzdem durchgehend treffsicher ausgeführt. Erfreulicherweise gibt es auch ein paar ziemlich gestörte Moog-Experimente, Flash Rock-Versuche und auch ein paar echte verhinderte Floorfiller zu hören. Vermutlich rutschen deren Komponisten schon bald wieder in den Schatten zurück, da heißt es zugreifen.
Compost bringt die Münchener Disco-Tradition mit dieser Mix-CD von Panoptikums Tom Wiegand zurück aufs Parkett. Zudem war man war ja schließlich der Nischenforschung vom Gardasee schon örtlich am nächsten dran. Der Untertitel „Space Disco“ ist dennoch etwas großzügig angelegt, denn die Titel von Selection und Jagg sind verdiente Italo-Boogie-Schwerter, und Two Man Sound bzw. Tony Allen künden wohl eher von der Begeisterung für Afro- und Latin-Perkussion der italienischen DJ-Vorreiter als von den unendlichen Weiten des Weltraums und den Bestrebungen, diese auf den Tanzboden zu transformieren. Dort landet man aber ohne Umwege bei den Ausflügen von Fachblatt-Schlagzeug-Legende Curt Cress, Ströer und Lee Harmony, Panoptikum selbst sowie dem britischen Library-Präsi Alan Hawkshaw und dem Moog-Reggae von Ken Elliott und seinen Vulkaniern. Das Grande Finale gebührt dem Remix von „Ain’t Nobody“, den Frankie Knuckles vermutlich tatsächlich herbeihalluziniert hat. Als Mix folgt diese wirklich schöne Auswahl einer einnehmenden und flott vorgetragenen Dramaturgie, die jeder, der sich von der gelegentlichen Nöligkeit von Vollbart-Disco-Verfechtern belästigt fühlt, als geradezu vorbildlich empfinden dürfte.
Blitzeblanken, elektroiden Hip Hop im Mittelgeschwindigkeitsbereich mit ein paar dampfenden Soul-Einlagen hat uns Sepalot von Blumentopf auf seinem ersten Album gefertigt. Frank ‚N’ Dank, MC Blu und Saigon sind aufgesprungen, Miss Platnum, Ladi6 von Fat Freddy’s Drop und Olivier Daysoul singen dazu. Anvisiert ist also die glaubwürdige Seite der Party, mit Anbindung an internationales Geschehen zwischen JDilla, P-Funk-Erinnerungen und einer kleinen Prise Mark Ronson. Die Zeiten, in denen man bei deutschen Produktionen in diesem Sektor die sich messen könnende Umsetzung hervorheben musste, sind eh gegessen, das setzen wir jetzt voraus. Professionalität verträgt sich jedoch auch oft unzureichend mit Individualismus, und zuweilen drängt das Slickness-Gebot die Songs etwas in die Beliebigkeit und bestens erkundete Gebiete, darin den Standards aus Übersee auch total auf Augenhöhe. Aber gut, wenn man sich nie auf Ganovengedöns festgelegt hat, dann ist man jetzt für alles offen. Ähnlich effizient hätte Sepalot vermutlich auch Krautrock-Breaks choppen können, oder eben Westcoast-Soft Rock, um überregional zu bleiben.
Funktional-minimaler Chord-House aus Frankfurt. Im Original ist es perkussiv und von einer kaskadigen Ohrwurmmelodie getragen, die an Kevin Saunderson erinnert, jedoch minus den Funk, den Schmutz und die Gefühle. Der Remix von Broombeck verzichtet auf diese Signalwirkung und hüpft etwas ziellos voran bis ein sich beschleunigender Echokammer-Break kurz Verwirrung stiften soll. Danach hüpft er etwas zappeliger weiter, aber nicht wesentlich. Die Version von Dadableep hat auch so einen blinkernden Pingpong-Groove, aber erheblich mehr Spielzeit. Gefüllt wird diese vor allem durch spiralige Bleeps, später noch eine Lasur dräuender John Carpenter-Flächen. Sensou nimmt die Akkorde des Originals wieder auf, und den Groove der anderen Versionen dazu. Wenn das alles von der gleichen Person fabriziert wurde, ich wäre nicht verwundert.
Ian Pooley passt selbstverständlich in den gegenwärtigen Wust aus techigem Deep House und Disco-Zerlegung, er ist diese Themen ja schließlich auch schon vor Jahren angegangen. Das klingt vielleicht gefälliger als bei anderen aktuellen Produzenten, dafür weiß er aber, wie man ein Album strukturiert und diese Mischung aus Effizienz und Enthusiasmus vor allem seiner Veröffentlichungen aus den mittleren 90ern ist immer noch intakt. Wo andere osteuropäische Atonaljazzer und Gleichgesinnte verarbeiten, beharrt er auf seine Brasil-Anleihen. Wo andere Disco bis in die letzte Library-Ecke drängen, sucht er sich David Joseph aus. Wo andere den Kumpel, der auch singt, ins Studio holen, swappt er Gegenleistungen mit Robert Owens. Wo andere die Marktführer werkgetreu nachbauen, passt er sich Entwicklungen allenfalls an. Das ist eben der Unterschied. Ich finde das völlig in Ordnung.
A mix I contributed to the excellent blog Another Night On Earth, which sadly seems not to be active anymore. Blogs were really important in those days. I read a lot of them and I tried to support them with mixes as well. Then along came Facebook and whatever else followed, and killed off the whole scene. And now the blog spirit is back at platforms like substack, because so many people yearn for such content again. It’s a funny world.
B-Side – Bones Cabaret Voltaire – Sensoria Clock DVA – Sound Mirror Act – Snobbery And Decay The Fyling Lizards – Hands 2 Take 400 Blows – The Charmer Soft Cell – ….So Visage – Again We Love Japan – Life In Tokyo Shriekback – Accretions Godley & Creme – Woodwork Altered Images – Disco Pop Stars Matia Bazar – I Bambini Di Poi Thomas Dolby – Urges The Residents – Excerpt From “For Elsie” Tuxedomoon – Atlantis Gentle Ihor – Psalm 151 Yazoo – In My Room A.P.O. – O Superman
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