Im Gespräch mit Cio D’Or über “Upekah” von Son.sine (2000).
Neuseeland ist eher nicht für elektronische Musik bekannt. Wie bist du auf Son.sine gestoßen? Kennst Du andere Produktionen von diesem Künstler?
Ich hörte ihn das erste Mal in einem Mix und verliebte mich sofort in den Track, unwissendlich, wer der Künstler ist. Danach brachte mir ein Freund einige Tracks von sich mit, sowie auch diesen. Da kein Name auf dem Wav-File war, wusste ich noch immer nicht, von wem das Stück ist. Bei meinem letzten Radiomix für Oceanclub baute ich ihn mit ein und er war das einzige unbenannte Stück. Erst Chris von mnml ssgs meinte dann „Wow…there is Son.sine’s „Upekah“ from Nurture“, und somit konnte ich ihn endlich orten. Andere Produktionen hörte ich mir noch an, die mir auch gut gefallen haben, aber „Upekah“ ist für mich nicht zu toppen. Neuseeland scheint ein guter Ort für Musikproduktionen zu sein.
Wie würdest Du diese Platte beschreiben?
Unendliche Tiefen mit einer zärtlichen und berührenden, fast schmerzenden Schönheit, die sowohl Trauer als auch Glück in sich trägt. Mit einer großen Portion Sehnsucht und dennoch Hoffnung und Unendlichkeit, einem grandiosen, subtilen Rhythmus und die Auflösung heißt: Vorangehen, nach vorn schauen, und dennoch den Moment leben und bejahen. Am Schluss hat der Track sogar etwas Forsches und Treibendes. Einfach eine großartige Widerspiegelung diverser Emotionen und absolut Weltklasse in ihrer Vielschichtigkeit in dieser Kategorie Musik! Wow! Danke, Son.sine! Read the rest of this entry »
In discussion with Jorge Socarras about “You Forgot To Answer” by Nico, from the album “The End” (1974).
What makes this song so special for you? Are there personal experiences involved or is it more a decision of musical taste?
For me a song that is truly special effects a seamless conflation of aesthetic and subjective elements. The combination allows me, as listener, to at the same time admire and experience the song. We could say that it blurs the distinction between objective and subjective, balances the either/or of the question. This is precisely what I find so special about “You Forgot To Answer”.
Nico seemed to be very determined and uncompromising with what she wanted to do as an artist. How would you place this song in her musical history?
I see this song as representing the pinnacle of her musical achievement. The artistic promise that she showed on “Chelsea Girl” and “The Velvet Underground with Nico” is at “The End” stage fully realized. Not to say that these early achievements aren’t beautiful and worthwhile – on the contrary. But her artistry is most unmistakably individuated and formidable on “The End” album, especially in “You Forgot To Answer”. That uncompromising quality you mention is so articulated and refined in this song that one could almost interpret it as a refutal of her earlier, more celebrity-identified persona (or personas). John Cale, of course, played no small part in Nico’s coming to artistic maturation. Their creative relationship was so evidently mutually inspiring – she playing muse, he Svengali. She was the ideal songstress and he the ideal arranger for the quite serious music they envisioned. Read the rest of this entry »
Another mix with some record store techno/house finds.
Posthuman – Monsters Exist H.O.D. – Alive And Kicking Moderat – Rusty Nails (Shackleton Mix) DJ Gregory – Head Dubbing Marcel Fengler – Twisted Bleach Wax 20002 – Untitled Hunch – Travel The Earth Agoria – Solarized The Tetrode Sessions – Large Crowd Orlando Voorn – Love Break (Chopped) Prosumer & Murat Tepeli – U & I Hunee – Rare Silk Boo Williams – Home Town Chicago John Beltran – Placid Angles
Seit House Mitte der 90er Jahre die Großraumclubs eroberte, befindet sich House mit Gesang in einer erheblichen Schaffenskrise. Wo vorher Hymnen mit schönen Melodien mit Armgeruder im Club mitgesungen wurden, herrscht nun Überforderung hinsichtlich der Diva plus Kirchenchor-Standards und Unterforderung hinsichtlich der Tatsache, dass in dieser Konstellation nicht mehr eingängige Songs in der Tradition von Soul und Disco benötigt werden, sondern nur noch einschüchternde Breitwandspiritualität. Und wenn mich später heute noch ein Blitz aus dem Himmel treffen mag, der Gospel ist schuld. Dabei gibt es eigentlich genug Beispiele, wie man das Thema für alle Seiten gewinnbringend angeht ohne sich in imperativen Grußformeln auf Filterdiscobasis für die Handtaschenklientel zu erschöpfen oder gleich die ganz große Messe abzuhalten. Lovesongs zum Beispiel, die einfach so schön und wahrhaftig sind, dass der Himmel nicht erst beschrieen werden muss damit er sich öffnen möge. Bei dieser Platte von 1992 macht er das jedenfalls ganz von selbst. Ursprünglich von Mood II Swing zur ihrer besten Schaffensperiode ausgetüftelt, machen Masters At Work in ihrem Remix aus dem Song eine herzerweichende Erklärung an die bittersüße Hilflosigkeit, die nur die ganz große Liebe auszulösen vermag. Elegant schwingt er dahin, dieser Track, von wenig mehr zusammenhalten als einem genialen Klavierakkord und diesem überzeugenden Hilferuf von Silvano, der mich aus etwas rätselhaften Gründen immer an eine Garage-Version von Chris Isaaks “Wicked Game“ erinnert. Aber rätselhafte Assoziationen sollte man niemals verleugnen.
Oft genug hat man eine Stimmung in der nur kompromissloser Lärm hilft und man eine Platte braucht, die einem mit ungebremster Wucht den Kopf gerade rückt. Ich habe dafür stets dieses großartige, 1988 erschienene Album parat, funktioniert immer. Selten war ein Bandname unprogrammatischer, World Domination Enterprises brachten es nur auf ein paar Singles, ein Studio- und ein Livealbum, aber das macht rein gar nichts, mehr hätte man auch gar nicht verkraften können. Der Sound von World Domination Enterprises ist so massiv, dass es schon fast lächerlich ist. Bass und Schlagzeug sind eine einzige Wand, und dazu kommt dann noch eine Gitarre die in ungefähr so klingt, als würde sie nicht gespielt, sondern mit einer Flex gescratcht. Dazu hat Keith Dobson die weltcoolste Stimme und Haltung, die man sich dazu hätte ausdenken können, und sprechsingt sich hämisch durch seine linken Texte, allesamt triefend vor Zynismus und hinterhältigem Humor. Stilistisch wird Hip Hop, Industrial, Flash Rock, Post Punk, Disco und Dub von hinten in die Beine gegrätscht und selbst die Coverversionen (LL Cool J, U Roy und Lipps Inc.) klingen wie der fiese Auswurf einer kleinstadtgroßen Großfabrik im Ostblock der 70er Jahre. Es schadet einfach nie, wenn man einzigartig ist.
Und hier noch das spinnerte Manifest von der Coverrückseite: “WARNING Last year WORLD DOMINATION ENTERPRISES employed over 5 billion people in making 1.4 million brand names in over 700 territories – WORLD DOMINATION ENTERPRISES the global employer Last Year WORLD DOMINATION ENTERPRISES manufactured and sold 1.4 million different brand names to over 5 billion people in over 700 territories – WORLD DOMINATION ENTERPRISES the home of international commerce Every year millions of people become dead maimed or diseased as a direct result of our ambitious expansion programmes – a small price to pay for increased profits – WORLD DOMINATION ENTERPRISES getting bigger by sucking you drier”
World Domination Enterprises – Let’s Play Domination (Product Inc.)
Dieses 1979 in Zusammenarbeit mit der Downtown NYC-Bastion ZE Records erschienene Mini-Album ist in der Tat so chic dass es schmerzt und räumt nonchalant alle möglichen Punkte auf der nach oben offenen Hipster-Skala ab. Eigentlich als Begleitgruppe von Marie Girard konzipiert, ein Jahr später erschien ebenfalls auf ZE mit einem souveränen hellblauen Lacoste-Polo auf dem Cover das legendäre Debütalbum als Marie et les Garçons, inszenieren sich die Jungs hier als die naiven französischen Gäste der New Yorker Post-Punk-Disco-Szene, sozusagen der Brückenschlag zwischen Les Bains Douches und Danceteria. Ungläubig werden mit Accent die Skyscraper bestaunt und der ganze Glitz der darunter auf Straßenlevel schäumt (25th Street! Broadway!), aber gleichwohl sind die Pariser als feste Größen in der Schicki-Zwischenwelt ihrer Heimat bestens ausgestattet (die Straßenkehrer from outer space-Outfits auf dem Cover? Les Garçons sont habillés par Jean-Carles de Castelbajac). Damals zollten sich die Premiervisagen der Alten und Neuen Welt noch den gebührenden Respekt und deswegen sind sie auch alle für dieses transatlantische Joint Venture zusammengekommen: Ramona Brooks singt im Hintergrund, die ZE-Supremos Esteban und Zilkha produzieren, Bob Blank nimmt auf und DJ Tom Savarese mischt ab. Die Fotos der illustren Beteiligten auf dem Innersleeve rahmen ein Textfeld in dem sich zigmal „Danse-Dance-Danse-Dance“ wiederholt. Für die verständnislosen Außenstehenden fällt nur Häme ab: „Watch the critics when I dance with you, we’re so with it.“ Für den Rest gilt: “Dance, dance, let the French boy dance“. Mehr Geschenk als die Statue of Liberty, und wesentlich besser angezogen.
“Never be ashamed to write a melody that people remember.” (Burt Bacharach)
Mel Tormé – Walk On By Dionne Warwick – Who Is Gonna Love Me Lou Johnson – The Last One To Be Loved Jimmie Rodgers – The Windows Of The World Jackie DeShannon – A Lifetime Of Loneliness Johnny Mathis – Odds And Ends Dionne Warwick – Walkin’ Backwards Down The Road Pitney – Fool Killer Jimmy Radcliffe – (There Goes) The Forgotten Man Burt Bacharach – I’ll Never Fall In Love Again Gene McDaniels – Tower Of Strength Dionne Warwick – Window Wishing The Cyrkle – It Doesn’t Matter Anymore Stephanie Mills – Loneliness Remembers (What Happiness Forgets) Dionne Warwick – Are You There (With Another Girl) Sergio Mendes & Brasil ’77 – Walk The Way You Talk Burt Bacharach – And The People Were With Her Stephanie Mills – Living On Plastic Burt Bacharach – Don’t Go Breaking My Heart Dionne Warwick – Do You Know The Way To San José Anita Harris – London Life Dionne Warwick – Looking With My Eyes Burt Bacharach – When Will You Bring Your Sweet Love To Me Dionne Warwick – As Long As There’s An Apple Tree Stephanie Mills – Please Let Go Dionne Warwick – Paper Maché The 5th Dimension – Living Together, Growing Together Burt Bacharach – Something Big Dionne Warwick – I Say A Little Prayer The Searchers – This Empty Place Burt Bacharach – Pacific Coast Highway Burt Bacharach – My Little Red Book Jill O’Hara – Knowing When To Leave Buddy Greco – Always Something There To Remind Me Dionne Warwick – Promises, Promises Burt Bacharach – Monterey Peninsula Burt Bacharach – The Things I Will Not Miss Bobby Vee – Be True To Yourself Herb Alpert & The Tijuana Brass – Theme From Casino Royale Burt Bacharach – Freefall Tom Jones – Promise Her Anything Burt Bacharach – Reflections Burt Bacharach – The World Is A Circle Burt Bacharach – The Sundance Kid Burt Bacharach – South American Getaway
“For Burt, the 5th ‘B in no particular order – Beethoven, Brahms, Berlin, Bach and Bacharach.” (Ira Gershwin)
Matt Monro – Alfie Burt Bacharach – No One Remembers My Name Burt Bacharach – I Might Frighten Her Away Stephanie Mills – All The Way To Paradise The Walker Brothers – Make It Easy On Yourself Robin Wilson – A House Is Not Home Burt Bacharach – One Less Bell To Answer Burt Bacharach – Us Burt Bacharach – Wanting Things Tommy Hunt – I Just Don’t Know What To Do With Myself Herb Alpert – The Guy’s In Love With You Burt Bacharach – Lost Horizon Burt Bacharach – I Took My Strength From You Dionne Warwick – If I Ever Make You Cry Burt Bacharach – The Young Grow Younger Every Day Burt Bacharach – The Balance Of Nature Burt Bacharach – Seconds Herb Alpert – To Wait For Love Dusty Springfield – The Look Of Love Burt Bacharach – I Come To You The Carpenters – (They Long To Be) Close To You Burt Bacharach – Another Spring Will Rise Dionne Warwick – Here I Am Stephanie Mills – The Way I Feel About You Burt Bacharach – Trains And Boats And Planes Al Martino – I’m A Better Man Burt Bacharach – Hassbrook Heights Shirelles – It’s Love That Really Counts (In The Long Run) Jackie De Shannon – Come And Get Me Jack Jones – Wives And Lovers The Drifters – Let The Music Play Chuck Jackson – Any Day Now Burt Bacharach – All Kinds Of People Stephanie Mills – I See You For The First Time Jackie DeShannon – What The World Needs Now Is Love Burt Bacharach – Nikki Nancy Wilson – Reach Out For Me Andy Williams – Raindrops Keep Fallin’ On My Head Roland Shaw & His Orchestra – Let The Love Come Through Dionne Warwick – Any Old Time Of The Day The Stylistics – You’ll Never Get To Heaven (If You Break My Heart) Stephanie Mills – If You Can Learn How To Cry Dionne Warwick – Don’t Make Me Over Cilla Black – Anyone Who Had A Heart Burt Bacharach – Long Ago Tomorrow
Recent Comments