A guy asked me if I could provide a guest mix for his show Jackin’ Planets at a Berlin radio station called shouted.fm. Sadly I forgot his name, but he asked me very politely and I liked both the name of his show and the name of the station, so I agreed. To be honest I might have been in the mood to record a mix of some old school techno faves, and I just jumped to the occasion. Anyway, here is the result.
LFO- Freeze Constant Ritual – Hard Way To Come Paperclip People – Jerry Lewis (Mayday Mix) Mark Imperial – I Can Feel The Music (Chicago Street Mix) Eddie Flashin’ Fowlkes – Liquid Disaster Gemini – Festival Cybersonik – Revelation 928 Adolfo – Do I (Ivan Iaccobucci 4 A.M. Mix) Psyance – Andromeda’s Dance Laurent X – Drowning In A Sea Of House KC Flightt – Planet E (Acid Drop Mix) Chrome – My Reflection Prince – The Future (Remix) Octave One – Black On Black Yazoo – Bring Your Love Down (Didn’t I) N.Y. House ‘N’ Authority – Fort Green House Metro – Straphanger Urban Tribe – Eastward (Forme Remix) Model 500 – Pick Up The Flow ABC – The Greatest Love Of All (Mayday Mix)
Schon bei ihren ersten Veröffentlichungen zur goldenen Ära des Samplings gab es neben den Hits diesen Anflug des halbgaren Sammelsuriums, doch diese Rückmeldung ist in der Originalversion wirklich schauderhaft. ‚Politischer’ Agit-Prop-Rap mit Wummerbeats und Jon Spencer an der Schweißgitarre, das will so unbedingt rocken und dabei noch die korrekte Message haben, dass peinlich berührt sein ansatzlos in pures Fremdschämen übergeht. Trevor Jackson als Underdog, Solid Groove, DJ Kentaro und die Qemists versuchen es zwischen Entschlackung, Tanzflächenoptimierung, Turntablism-Kinkerlitzchen und Jump Up, doch aus dem Bruckheimer will einfach kein Autorenkino werden. Immer noch zuviel dumpfer Bratz drin.
Passend zur Mark Stewart-Retrospektive auf Soul Jazz gibt es jetzt diese Werkschau von LeBlanc, ebenfalls Mitglied der Maffia, Tackhead, On-U-Sound und vormals Sugar Hill Gang. Zudem war er als Schlagzeuger, Programmierer oder Produzent an beeindruckend zahlreichen Veröffentlichungen beteiligt, das reicht von Mick Jagger bis Miles Davis. Entsprechend sind auf diesem Album kein Groove der nicht zupackt und kein Beat der nicht knallt. Alles ist supertight. Diese ganze monolithische Wucht zwischen Industrial, Dub, No Wave und Hip Hop ist wirklich einnehmend, auch die menschliche Stimme in Form von Agitprop-Schnipseln, Melle Mel und vor allem Bim Sherman fügt sich ansatzlos in die Gesamtfunktionalität. Gelegentlich ist das fast schon zu bolzig und in den Wummerfunk schleichen sich ein paar Rockismen zuviel ein, aber insgesamt kann das immer noch sehr gut dem standhalten, was man aktuell unter der Verbindung von knalligen Breakbeats, urbaner Funkiness und einer Botschaft versteht. Sample-Musik dieser Bauart wirkt natürlich nicht mehr so futuristisch wie in den 80ern, hat aber auch über den Prototypen-Status hinaus genug Relevanz.
Nach dem andauernden Ritt auf der Welle allgemeinen Wohlwollens folgt hiermit das opulente Update der norwegischen Sicht auf Space-Disco im Albumformat. Es wird nicht explizit gesamplet, aber eine Menge Bausteine lassen sich ziemlich genau in einer langen Linie von Paten verorten, die ausgehend von Giorgio Moroder Disco mit einer guten Dosis Weltraumromantik-Arpeggios versehen haben bis hin zu den moderneren Entwürfen von Larry Heard, Daniel Wang oder den Idjut Boys. Von diesen Vorlagen fehlen etwas die Virtuosität, der naive Charme, der Boogie oder der Dub, was aber durch folkig-krautrockige Psychedelia und Frühelektronik-Einflüsse im Sinne eines durchgehenden Wohlklangs aufgefüllt wird. Da wird sich schon zuweilen etwas hippiesk versäuselt, so als hätte man beim Studieren der originalen Cosmic-Mixtapes die eklektischen Ausreißer für die Tanzfläche übersprungen. Wenn man das als vorläufige Manifestierung einer zeitgemäßen Sicht auf Balearic ansieht, möchte man schon etwas mehr Brüche, Humor und Schub vorschlagen. So bleibt ein konsequentes und entspanntes Konzeptalbum zur aktuellen Blütezeit des Edits, es wird sich zeigen wie gut das altert.
Dies ist der dritte Teil der EP-Serie zum anstehenden Remix-Album im Frühjahr 2006 und er klingt formidabel. Für die Drum And Bass-Gemeinde bauen Marky & XRS exakt den Vocal-Clubhit, den man von ihnen erwarten konnte. Auf diesen sonnendurchfluteten Flow haben sie quasi ein Abo, dass geht ihnen flugs von der Hand, ist aber auch immer noch sehr schön anzuhören. Etwas gewagter sind die restlichen Adaptionen. Jeremy Newall gelingt ein 1A spaciger Boogie, der an die guten Tage von Clubsoul erinnert, steht wohl wieder unmittelbar vor der Tür. Mr V macht aus “In Your Mind Part II” zwei schöne TechHouse-Versionen, die sich rechtmäßig im Umfeld der guten Seite von San Francisco Deep House und Londoner Boompty niederlassen können. Pepe Bradock geht auch in die Tiefe, aber wesentlich weiter, bis er schon dunkel-psychedelische Gefilde vorstößt, in denen der Groove mit allen Bauteilen reduziert und seziert wird, um als kühner Entwurf wieder an die Oberfläche zu kommen. Beeindruckender House-Dub, in großen Buchstaben. Lobenswert bei allen Beiträgen ist zudem die fehlende Scheu vor den originalen Vocals, das wird nach Bedarf auf Ayers selber oder auf die Gastsängerinnen konzentriert, aber immer smart.
Ein erschlagendes Manifesto als 150. Release mit drei Stunden Doku, Clips, Live-Gigs und Interviews des gesamten Stammbaums. ‚Freak Show’ zeigt, wie sich Hell mit all seinen Frisuren weltweit an den Reglern festwippt, Entourage und Kollegen immer drum herum. Die Kamera hält schon in der wohl nicht zufällig bestens dokumentierten Frühphase so entschieden auf diverse Hip-Accessoires (Roller Skates, Schampus, Autorückspiegelgebamsel, wilde Tanzflächenkostümierungen usw.) als hätte man das Imperium schon immer geahnt. Wie selbstverständlich hat er sich erfüllt, der Traum des Kindes vom eigenen Spielzeugladen, in dem es originalgetreue Versionen von allem gibt, was der Hell’schen Vision von Glam und Spaß je entsprochen hat. Alles ist so bruchfrei durcharrangiert, dass das grandios-scheußliche Pullover-Video von den Twins fast schon mahnend daran erinnert, was an Schlimmen in der Gegenwart bereits das Fundament für die Label-Erfolgsgeschichte der Zukunft sein könnte. Im Referenzsystem Gigolo altert die kreischige Mischung aus Performance-Kink, Disco-Elektronik und Gunther Sachs beim Zusehen, jedoch sehr kurzweilig. Es gibt auch (noch) genug ernstzunehmende Ideen zum Abfedern.
So einem hartnäckigen Geschmacksverfechter wie Peterson, der höchstwahrscheinlich nichts Peinliches besitzt oder in der Kneipe mitsingt, könnte man leicht saturierte Musikverwaltung anheften, aber auf dieser Zusammenstellung von exklusiven Aufnahmen aus Sessions seiner Worldwide-Radioshow aus den letzten fünf Jahren sind ganz schön verschrobene Nummern drauf. Natürlich entspricht ein Gutteil der illustren Gäste Petersons bewährter Idee von gut abgehangenen Vibes zwischen Clubsoul, Nu Jazz und Hip Hop im Bandformat aber neben Peven Everett, Amp Fiddler, den Roots oder Dwele haben eben auch Spektrum und Matthew Herbert im Studio herumgejammt. Es ist sympathisch, dass hier etwa ein ziellos-schrulliger Studioauftritt von den Neptunes vertreten ist, eine eher grauenvolle Klampfennummer von Beck oder ein trunkener Roots Manuva im Low Key-Modus. Da fällt dieser schlimme Jamie Cullum, Pharrells „Frontin’“ covernd, fast gar nicht auf. Diese Stücke, die nicht auf Knopfdruck der Erwartungshaltung entsprechen, machen mehr Spaß als die Vertreter, die sich immer noch dankend in diese latent esoterischen Acid Jazz/Talkin’ Loud-Koordinaten verabschieden. Denen will man wirklich langsam den Rhodes wegnehmen.
Wenn die ganzen flinken Deckchamps sowieso auf Horden von Mixtapes Beats unter die Originale schrauben und die Editierwut längst den Backkatalog erreicht hat, kann man die Aufpolierung ja auch offiziell in Auftrag geben, mit Betonung auf poliert. Wie dann zu erwarten war, haben Talkum-Soul-Traditionalisten hier wenig zu lachen, Barhocker-Soul-Nicker um so mehr. Für letztere wurde auch sichergestellt, dass nicht allzu viele Tracks aus dem gesicherten Chart-Hit-Kanon herausfallen und dass bei einigen Uptempo-Originalen die verschwitzte Energie soweit gedrosselt wird, dass nix überschwappt. Bei dieser wie auch anderen Remix-Retrospektiven liegt der Schwerpunkt auf der funkigen Seite, dass lässt sich so gut ins heutige Soundspektrum rüberholen. Übrig bleibt zumeist ausreichend sich verbeugender Vibe, aber meistens so gut abgehangen, dass man nach dem reichlichen Essen einen Kurzen haben möchte. Tagessieger erwartungsgemäß Kenny Dope gegen Gladys Knight und DJ Spinna gegen Eddie Kendricks, im breiten Mittelfeld Paul Simpson, Jazzy Jeff, ?uestlove, Z-Trip und andere. Für Deutschland überrascht DJ Friction mit einem handlichen Jackson 5-Acapella und die Marketing-Abteilung hat sich für die Weihnachtsfeier mit Turntablerocker gegen Edwin Starr einen Wunsch erfüllt.
Bonobo aus Brighton mit dem neuesten Kapitel aus der Mutter aller eklektischen Mix-Shows. Geboten wird überwiegend freundlicher Broken Beat mit mehreren Eigenproduktionen sowie Leihgaben im Feld von Nat Adderley, Trouble Man bis Amon Tobin. Mit stilistischer Kohärenz geht es um vor allem Funk und Nu Jazz, im Gegensatz zu den Vorgängern aber mit deutlich weniger Mash-Up-Appeal. Genau diese Freistilübungen fehlen aber auch ein wenig, in den ganz gefälligen Momenten fühlt man sich so fast in zeitgeistige Lebensgefühl-Werbespots transportiert. Irgendwie werden in diesem Kontext nie Inspirationsquellen benutzt, die ein wenig unzugänglicher sind. Jazz darf beispielsweise aber gerne anstrengend sein. Es ist aber schlüssig wie hier ein bestimmtes Spektrum abgetastet wird, man will ja auch nicht immer überrascht werden.
Der Alt-Gigolo mit dem schon immer etwas flexibleren Spektrum, sich der Hauptstadt im Mix annähernd. Inwiefern das jetzt repräsentativ ist, möge der interessierte Hörer im Vergleich mit dem favorisierten Club abgleichen. Laut Naughty verlangt der Anlass aufzuzeigen, wie schön sich neuerer Electro-House-Boompty der Marke Tiga, Vitalic, Ewan Pearson, M.A.N.D.Y., Thomas Anderson und ähnlichem mit ein paar originalen Perlen der elektronischen Seite von Disco und House aus der Jack-Phase verbinden lässt. Für den Sequencer in der Disco stehen hier eingangs einer von Rick James’ unbedarfteren Momenten (‚In My House’), Proto-Balihu-Space-Kitsch von Patrick Cowley (‚Sea Hunt’) und schöner Italo von Eleanor Academia, für Jack halten Bam Bam, J.M. Silk und das unverwüstliche Boller-Acapella von ‚Love Can’t Turn Around’ hin. Tatsächlich ergibt das durchaus Sinn, die Originale machen es vor und die Fortführungen berufen sich darauf. Etliche Tracks sind zudem von Naughty zweckdienlich editiert worden, Zeichen der Zeit erkannt. Unterstreicht die Auswahl der Old School-Tracks jetzt deren Zeitlosigkeit und die Auswahl der neueren Tracks deren legitime Nachfolgerschaft? Tatsächlich ist in diesem Mix die Anordnung und die Soundangleichung so weit fortgeschritten, dass ein zeitlicher Kontext keine wirkliche Rolle spielt. Auf der Basis kann man dann locker die geeigneten Eckpfeiler Disco, Synthiepop, Techno, Electro, Jack, EBM, Acid, Garage und Indierock (Chikinki in der Rolle des gewagten Ausreißers) zueinander führen ohne dass man gravierend ins Stutzen kommt. Das ist dann kohärent, funktioniert und folgt im angemessenen Umfang der gegenwärtigen diffusen Auffassung von Dancefloor-Glam. Ich weiß nicht, ob das Phuture-hafte MCing zwischendurch Naughty höchstselbst ist und ob das nur auf der Promo ist, fand ich charmant
Recent Comments