How To Label (Design) – Interview mit Michael Hain

Posted: September 29th, 2011 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , , | No Comments »

Als jemand der schon seit vielen Jahren jeden Tag aufs Neue mit Artworks für Vinyl-Veröffentlichungen umgeben ist, hat sich die Herangehensweise an das Thema von Label-Seite geändert, seit die Produktionsbudgets schrumpfen?

Ich habe in puncto Vinylgestaltung zwei gegenläufige Trends beobachtet, um mit der oft beschworenen Krise umzugehen; einerseits der Stamp/DIY-Ansatz, der u.a. von Veröffentlichungen, die mit Hard Wax assoziiert werden (z.B. MMM, WAX oder MDR), losgetreten wurde und andererseits, besonders in den letzten ein, zwei Jahren, auch eine Tendenz zum aufwändig und professionell hergestellten Vinyl-Release. Dabei denke ich besonders an einige Labels aus UK. Daneben gibt es auch Mischformen, wie ein clever gestaltetes Universalcover, das mit Hilfe von Stempeln oder Aufklebern an das aktuelle Release angepasst wird, oder auch mit Siebdruck oder anderen Handarbeitstechniken hergestellte Fast-Unikate. Im Grunde steht immer die Frage im Raum: wie bei kleinen Absatzzahlen trotzdem zumindest auf eine schwarze Null kommen? Produktionskosten gering halten oder teurer zu verkaufende Sammlerobjekte schaffen?

Ist Artwork für ein neu gegründetes Vinyl-Label immer noch ein Aspekt, in den investiert werden sollte? Was kann man mit einem gut gestalteten Release heute noch erreichen?

Ja, auf jeden Fall sollten wenn nicht mal unbedingt Geld, doch zumindest Gedanken investiert werden. Wie bei jedem Produkt, das man an den Mann oder die Frau bringen möchte, ist die Verpackung natürlich wichtig. Ich zum Beispiel orientiere mich sehr stark an Cover-Gestaltung, wenn ich Platten suche. Nach einer Weile entwickeln sich Heuristiken, mithilfe derer man Musik finden kann, die einem gefällt. Daher kann sich ein Label mithilfe von Artwork und Design in eine bestimmte Traditionslinie oder Kultur einordnen, um wiederum die potentiellen Fans gezielt anzusprechen. Persönlich empfinde ich es so, dass ein gewisser Aufwand auch Selbstvertrauen und Zuversicht in die Musik ausdrückt. Wenn man gerade mal die Minimalanforderungen für eine Vinylveröffentlichung erfüllt, dann frage ich mich als Plattenkäufer auch, wie viel Herzblut in der Musikproduktion steckt. Daran, dass man die Musik zu allererst mal visuell wahrnimmt, haben Downloads und Internet-Plattenversender nichts geändert: man sieht immer erst das Cover-Thumbnail, bevor man auf den Anhör-Button klickt. Im Plattenladen ist es ja noch offensichtlicher. Du weißt ja selbst, was es bedeutet, wenn eine Platte im Hard Wax an der Wand hinter dem Tresen hängt und durch ein herausragendes Artwork auffällt: natürlich wird nach dieser häufiger gefragt.

Braucht man heutzutage noch einen Grafikdesigner, oder wird das, wie auch andere Aspekte der Plattenproduktion, eher in die eigene Hand genommen um Kosten zu sparen? Wie wichtig ist dabei die Professionalität? Wie reagiert das Gewerbe auf DIY-Typo und Bildbearbeitung aus dem Internet? Wie stellst du dich als Grafikdesigner auf veränderte Ansprüche ein?

Ich bin ja auch nur ein Autodidakt und habe nie Grafikdesign studiert. Grafikdesigner sind gerade in Berlin ja ziemlich einfach zu finden. Es muss nicht immer eine teure Agentur sein, die einem das Cover gestaltet, damit es ein gutes Release wird. Wichtiger ist, dass der Grafiker die visuelle Einordnung oder wie man das auch immer beschreiben möchte, bewerkstelligt. Es sollte irgendwie passen. Das kann durch einen befreundeten Grafiker passieren oder durch eine professionelle Agentur. Bei Agenturen oder professionellen Grafikern habe ich aber manchmal das Gefühl, dass diese eigene Trends haben, denen sie nachgehen. Es gibt Monate da kommen zwei, drei Platten auf unterschiedlichen Labels heraus, die sehr ähnliche Cover haben oder zumindest ähnliche Gestaltungsprinzipien verfolgen. Ich denke dann immer, dass die bestimmt alle das gleiche Gestalter-Magazin abonniert haben.

Sollten Labels noch auf eine Corporate Identity setzen?

Wenn man als Label wiedererkennbar sein möchte, dann ja. Es gibt aber sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Die meisten Labels in unserer Szene sind ja keine Labels im Ursprungssinn, sondern die Veröffentlichungsplattform eines Künstlers oder Künstlerkollektivs. Zur Label-Arbeit gehört ja traditionellerweise A&R. Das fällt weg, wenn ein Künstler selbst sein Label gründet. Wenn ein Label für Qualität steht, dann ist es natürlich auch gut, wenn es erkannt wird. Aber das muss man im Einzelfall sehen. Es gibt unendliche Möglichkeiten, vom Standardcover bis zum kleinen Logo irgendwo in einer Ecke.

Gestempelte White Labels oder Platten ohne Cover sind ja eine Strategie, die gerne mit dem Hard Wax-Umfeld assoziiert wird und auch heute noch vielfach angewandt wird. Wie siehst du heute dabei die Gewichtung bzw. Wechselbeziehungen von ästhetischer Überzeugung, ökonomischen Zwängen und Abgrenzungsüberlegungen? Hat sich die Wirkung evtl. schon verbraucht?

Ganz am Anfang war das überhaupt keine Strategie. Wenn ich mich richtig erinnere, waren Erik und Fiedel mit MMM die ersten, die es so gemacht haben. Und damals – es war immerhin 1996 – war es tatsächlich eine rein ökonomische Überlegung. Nach der was-weiß-ich-wievielten Auflage hätten sie sich auch sicher gedruckte Labels spendieren können, aber dann haben die beiden es einfach weiter so gemacht wie bisher. Die Stempel-Releases jetzt stehen ja auch für ein gewisse Herangehensweise: es gibt keine Vorab-Promos, keine Info-Sheets mit halb erzwungenen Statements von DJs etc.: die Platten kommen aus dem Presswerk, werden dann gestempelt und stehen dann auf der Hard Wax-Webseite – “quick white label action” wie es unser Chef-Einkäufer Torsten so schön genannt hat. Das Design war also direktes Ergebnis der Produktionsweise. Andere haben das dann als Erfolgsrezept angesehen und aufgegriffen, oft jedoch nur den Aspekt des Stempel-Designs beibehalten. Wenn es das ganze Promo-Tamtam gibt, dann ist das Lo-fi-Erscheinungsbild ein bisschen albern. Ich denke auch, dass es jetzt zur Masche verkommen ist und dass wir wohl nicht mehr viele neue Stamp-Release-Labels – zumindest aus dem Hard Wax-Umfeld – sehen werden.

Was hältst du von alternativer Gestaltung, z.B. Inserts, Stempel, Sticker, Lochung etc. Ist das eine kreative Begrenzung oder eine Notlösung, oder ist da noch viel künstlerische Luft? Kann man auch mit geringem Aufwand ein Artwork umsetzen, das vom Material her aufwändiger ist? Sollte man das sogar?

Ich finde alles gut, wenn es in sich irgendwie Sinn ergibt. Dieses auf Biegen und Brechen Unikat- und Sammlerobjekt-sein-wollen finde ich auch komisch. Da ist für meinen Geschmack eine Schieflage in die andere Richtung erreicht: die eigentliche Musik tritt vor den limitierten, durchnummerierten, farbigen oder sonst wie auratisch aufgeladenen Vinyl-Sammlerstücken in den Hintergrund. Das wirkt oft so, als wäre die Platte direkt für den Discogs-Gebrauchtmarkt hergestellt worden. Prinzipiell sollte man alles ausreizen dürfen, was die Fertigungspalette hergibt, solange es als Gesamtprodukt funktioniert und nicht zu sehr gewollt wirkt. Ich habe zum Beispiel gerade sehr viel Freude beim Entwerfen von mit Lyrics bedruckten Inner-Sleeves gehabt. Das ist so was Klassisches, was einen Mehrwert für den Käufer der Platte darstellt.

Ist das Vollcover trotz Krise wieder auf dem Vormarsch?

Ich denke ja. Nach dem Trend der steigenden Release-Zahlen, um die schrumpfenden Verkaufszahlen pro Release zu kompensieren (was eine Milchmädchenrechnung ist), wird es eine Tendenz zu mehr Qualitätskontrolle und Begrenzung geben. Die klassischen Label-Tugenden wie gutes A&R, Künstleraufbau etc. werden in kleineren Rahmen wieder an Bedeutung gewinnen und die Musik wieder langlebiger werden. Damit kann auch wieder mehr in einzelne Releases investiert werden. Das ist aber nur zur Hälfte meine Einschätzung und zur anderen meine Hoffnung.

Es wird heute auch bei Vollcovern meistens nicht mehr viel in Material und Druck investiert. Wird das so bleiben, und kann man das umgehen und dennoch “aufwändige” Effekte erzielen?

Für einen kreativen Kopf stellen Limitierungen ja auch immer Herausforderungen dar. Ich mache mir da keine Sorgen. Die Technologien haben sich immer verändert und die Leute mussten zu jeder Zeit alles herausholen. Selbst wie Kartoffeldruck wirkende Reggae 7″s sehen ja teilweise genial aus. Und man kann sich immer nach neuen (oder alten) Techniken umschauen, wenn einem der Laser-Print von Online-Druckereien nicht gefällt. Honest Jon’s hat z.B. wundervolle Platten mit Prägedruck und Buchbinde-Rücken herausgebracht und ist sowieso ein gutes Beispiel für hervorragendes Plattendesign. Wie oben schon angedeutet, gibt es einen Zusammenhang von der Qualität der Musik und dem Design. Wenn eine Platte eine Halbwertzeit von ein paar Wochen hat, dann investiert man natürlich auch nicht unendliche Summen in das Erscheinungsbild.

Wird das Artwork immer ein integraler Bestandteil von Label-Arbeit sein, wenn man physikalisch veröffentlicht?

Auf jeden Fall, denn das ist ja gerade der Unterschied zum nur-digital-veröffentlichen, dass man etwas mit vielen Sinnen Erfahrbares produziert. Das merkt man auch an den ganzen eben erwähnten Techniken, die in letzter Zeit öfters benutzt werden, wie z.B. Prägungen. Das kann man als 600×600 Pixel-Bild natürlich nicht wiedergeben. Der Drang, etwas zu erschaffen, was sich von dem Vorangegangenen unterscheidet, erstreckt sich auch auf das Cover-Design und sollte es tun. Dafür ist allerdings die Grundvoraussetzung, dass man sich tatsächlich unterscheiden möchte.

 de:bug 10/11


How To Label (Design) – Interview mit Felix K

Posted: September 28th, 2011 | Author: | Filed under: Interviews Deutsch | Tags: , , , | No Comments »

Als ihr eure ersten Vinyl-Veröffentlichungen auf den Markt gebracht habt, gingen die Umsätze schon zurück. War das Artwork der Platten schon eine Reaktion auf veränderte Voraussetzungen?

Ehrlich gesagt haben wir uns über den Markt kaum Gedanken gemacht. Wir wollten Schallplatten machen, weil es das beste Medium für Musik ist. Das Design für das erste Release kam aus frühen Entwürfen, als einer von uns noch Flyer gestaltet hat, und war eigentlich auch kein großes Thema für uns. Viele Gedanken haben wir uns darum am Anfang nicht gemacht. Eigentlich wollten wir auch einfach nur wissen wie es ist, eine Schallplatte gemacht zu haben und wir waren ziemlich froh, dass das geklappt hat.

War das Artwork für euch ein integraler Bestandteil der Release-Produktion?

Das Artwork ist für uns auf jeden Fall ein integraler Bestandteil am Spaß, eine Platte zu machen. Dafür nehmen wir auch Extra-Arbeit in Kauf. Wir scheuen uns auch nicht davor, Nächte lang zu stempeln oder Transparentpapier zu schneiden. Umso mehr freuen wir uns dann über das fertige Produkt.

Welche Überlegungen führten zu dem visuellen Endergebnis? Wie korrespondierte der Inhalt mit der Gestaltung?

Bisher lief es so, dass wir unsere Ideen diskutiert und uns irgendwann für eine grafische Umsetzung entschieden haben. Meistens hörten wir uns die Musik für die Releases an, bis eine Idee für das Artwork kam. Im Laufe der Produktion hat sich jedoch meistens alles anders entwickelt, weil unsere Idee entweder doch nicht so einfach umsetzbar wie erwartet war, oder weil kurz vor Ende noch eine bessere Idee kam. Bei der QNS-Reihe fanden wir, dass zu der Musik ein einfaches Design passt. Daher haben wir uns für Stempel entschieden. Weil wir nicht bloß einen Logo-Stempel draufmachen wollten, haben wir uns dafür entschieden, eine Serie zu machen um eine kleine Mini-Geschichte erzählen zu können. Die Geschichte sollte das Konzept “Quantity not Sufficient” thematisieren. Weil wir die Musik schließlich mit Science Fiction-Filmen assoziiert haben, kamen wir zu den Stempelmotiven, die eine Freundin für uns entworfen hat. Bei der Solaris-Reihe war der Prozess anders. Wir sind große Fans von Tarkowskis Solaris-Film und hatten uns früh dafür entschieden, eine Serie zu machen, die den Film thematisiert. Als das Konzept soweit stand, haben wir nach Musik Ausschau gehalten. Für das Artwork kam uns die Idee, für jede Platte der Solaris-Reihe unterschiedliche Motive auszuwählen. Das heißt unterschiedliche Designs für knapp 900 Platten. Wir wollten es aber unbedingt ausprobieren. Die Idee kam uns vor einiger Zeit, als wir die QNS-Reihe zu Hard Wax brachten, um uns damit vorzustellen. Wir hatten alle sechs QNS-Platten mit fertigem Artwork mitgebracht und dort dachte man, es wäre nur die erste QNS mit unterschiedlichen Stempelmotiven. Man hielt uns für verrückt. Wir fanden das allerdings so gut, dass wir den Gedanken bei der Solaris-Reihe aufgriffen. Anstelle der Stempel haben wir dort allerdings auf Transparentfolie zurückgegriffen und jede mit einem eigenen Bildausschnitt aus dem Solaris-Film versehen.

Was hat euch dazu bewogen, die Vorgehensweise von QNS gegenüber der Solaris-Serie zu ändern?

Bei QNS haben wir eine Idee ausprobiert, bei Solaris eine andere. Das ist eigentlich das ganze Konzept, dass dahintersteht. Wir wollten uns mit der einen Reihe nicht bewusst von der anderen Reihe abgrenzen. Dahinter stecken eher die Faszination und das Ausprobieren von Möglichkeiten. Zum einen mögen wir den Gedanken, uns immer wieder neu zu erfinden. Das Serienkonzept ermöglicht es, dass wir uns nicht für alle zukünftigen Releases festlegen müssen. Wir können dadurch Musikstile und Designs ausprobieren. Außerdem gefällt uns der Gedanke, Arbeiten abschließen zu können. Zum anderen ermöglichen es uns Schallplattenreihen, “out of the box” zu denken. Eine Reihe wie QNS oder Solaris gibt den einzelnen Musikstücken daraus eine über sie hinausgehende Bedeutung.

Gibt es auch Formen der Gestaltung, die ihr heutzutage ablehnen würdet, z. B. Vollcover, bestimmte Materialien etc.?

Nein.

Wie wichtig ist Artwork für die jetzige Label-Landschaft und Musikwirtschaft? Ist das eher eine traditionelle Beziehung, oder geht das darüber hinaus?

Bei einigen Labels besteht das Artwork gerade darin, kein Artwork zu haben. Wir würden sogar behaupten, Vinyl kommt auch ohne Artwork aus, weil Vinyl als solches schon Artwork ist. Es gibt zwar viele Acts, beispielsweise aus dem Gitarren-Bereich, die aufwendige Cover und Musikvideos haben. Dort hat man aber auch das Gefühl, dass da ein richtiges Management dahintersteckt und dass dort viele unpersönliche Produktionsschritte ablaufen, bevor das Musikstück zum Kunden kommt. Bei elektronischer Musik ist das oft anders. Da ist ein Management aufgrund der relativ einfachen Musikproduktion nicht erforderlich und traditionsgemäß spielt Selbstdarstellung keine allzu große Rolle. Entscheidend ist vielmehr, ob die Musik gut ist. Das beste aufwendigste Artwork hilft einem nicht unbedingt dabei, einen Vertrieb oder Käufer zu finden.

Wie sollte ein neu gegründetes Vinyl-Label mit dem Thema Artwork umgehen? Lohnt es sich, darin zu investieren? Gehört das unabdingbar dazu?

Für uns ist Artwork ein wichtiger Grund, um zusätzlichen Spaß an der Release-Produktion zu haben, weniger ein Kaufgrund.

Seht ihr Trends in der Gestaltung, die sich aus den momentanen Gegebenheiten ableiten lassen?

Naja, es werden kleinere Stückzahlen gepresst. Vielerorts regen sich Leute auf, dass sie von einem Release keine Kopie abbekommen haben, oder sie regen sich darüber auf, dass es kein digitales Release davon gibt. Tatsächlich sind die kleinen Stückzahlen eine Anpassung an die Gegebenheiten und eine Reaktion auf die Entwertung der Musik durch beliebige Reproduzierbarkeit im Internet. Die Knappheit erzeugt bei Schallplatten eine Wertsteigerung. Auf Discogs kann man beobachten, zu welch verrückten Ergebnissen das leider führt. Die teuren Platten sind jedoch nicht immer die hübschesten. Was mit den kleineren Stückzahlen einhergeht, sind die wachsenden Möglichkeiten bei der Gestaltung des Artworks. Es ist plötzlich möglich, jede Kopie eines Releases einzeln zu designen. So persönlich war die Musikindustrie noch nie. Es ist auch relativ leicht, derzeit ein schönes Produkt bestehend aus Musik und Design herzustellen. Ein aufwendiges Stempeldesign etwa wäre bei Stückzahlen von über 1000 Stück kaum denkbar.

Wie wichtig ist die Gestaltung noch als identitätsstiftendes Element eines Labels?

Uns ist unsere eigene Label-Identität gar nicht in dem Maße bewusst, als das wir wüssten, welchen Einfluss unser Artwork darauf hätte. Wir sind uns zwar über die Wichtigkeit eines Labels für die Veröffentlichung von Musik bewusst, unser Ziel ist jedoch schon erreicht, wenn wir durch unser Design niemanden vom Kauf abhalten. Generelle Aussagen für andere Labels sind schwer zu treffen, weil es darauf ankommt, welche Vorstellung die Labels von ihrer Musik und ihrer Selbstdarstellung haben. Die meisten Labels definieren sich doch eher über ihren Sound als über das Design. Das Design hilft dann bei dem Wiedererkennungswert oder als ein Medium für ein ästhetisches Zugehörigkeitsgefühl. Das kann auch ein einfaches, nicht aufwendiges DIY-Artwork leisten.

Sollte man denn einen professionellen Grafikdesigner beschäftigen, oder kann man auch mit einer DIY-Strategie erfolgreich sein?

Das hängt davon ab, was man unter Erfolg versteht. Heutzutage ist man ja schon erfolgreich, wenn man die Platten die man presst auch verkaufen kann. Dafür ist DIY sogar eher geeignet. Der DIY-Markt ist relativ groß und ein handgefertigtes Artwork wird von vielen Seiten gewürdigt. Will man dagegen eher den Rockstar-Erfolg, dann ist wohl ein identitätsstiftendes Design gefragt, das einen medialen Mehrwert erzeugt. Dafür ist ein professioneller Designer besser geeignet, wenn es darum geht eine ganze Kampagne mit Video usw. zu machen. Der Profi sorgt allerdings auch nicht dafür, dass das Artwork immer gut aussieht. Es gibt auch jede Menge hässliches aufwendiges Artwork (siehe UK). Wir dagegen haben Spaß an DIY und beschäftigen keinen professionellen Designer. Das heißt nicht, dass unser Design nicht von Leuten käme, die auch als professionelle Designer arbeiten könnten. Wir beauftragen jedoch keine Agentur damit, sondern Freunde, die verstehen was wir wollen und mit denen wir gerne Zeit verbringen und mit denen wir gerne planen.

In welcher Art und Weise möchtet ihr Design-Möglichkeiten künftig nutzen?

Am besten wäre es, wenn wir uns immer wieder selbst überraschen.

de:bug 10/11


Stefan Goldmann & Finn Johannsen – Macrospective

Posted: September 12th, 2011 | Author: | Filed under: Macro | Tags: | No Comments »

MACRO M25 – Stefan Goldmann & Finn Johannsen – Macrospective


@ Club Pompadour

Posted: September 6th, 2011 | Author: | Filed under: Gigs, Macro | Tags: , , , | No Comments »


@ Pulse Radio

Posted: August 10th, 2011 | Author: | Filed under: Interviews English, Macro | Tags: , , , | No Comments »

Macrospective is the new mix compilation from Macro Recordings due out 12th September.  The label, owned by Stefan Goldmann and Finn Johannsen, is known for pushing the boundaries of regular techno and to demonstrate its back catalogue as well as their inventive approach to the scene, this is a double mix with a twist.  The pair have selected exactly the same tracks for each of  their mixes, but compiled the tracks in an alternative way- a method that highlights their individual talents as well as different parts of the tracks themselves.  So when Pulse caught up with Finn and Stefan, we decided it’d be rude not to try and replicate their idea in interview form.  Here’s what the pair had to say in answer to the same questions in a different order- Stefan’s turn first!

Pulse:  Tell us a bit about your history as a producer/DJ.  Stefan Goldmann:  Around the year 2000 I had some basic equipment together and quickly learned to program nice House beats. I spent some years deepening my skills and knowledge, working with different labels. When I felt comfortable enough to do my own thing and not needing an A&R to tell me what can be released and what not, it was time for Macro.

Talk to us about the new Macrospective CD mix and how it all came about.  Label compilations are boring. DJ mix CDs are boring. We wanted to do both in a way that excites us AND that reveals deep mystic truths to the listeners. I think our label catalogue isn’t boring. We love it. Even those who know it all might still find it interesting to listen how two DJs work it to get the best mix out of it. It is a contest with no winner or loser – I believe the material allows for several interpretations. That’s what we prove. I can’t recall anyone having done that before. That’s why we did it. Actually, we could have got all our DJs on it – that’s actually an idea: the Macrospective DVD with 10 mixes. But just with the two of us you get an insight of what drives us as DJs and A&Rs, too. It’s more compact and concentrated. Clarity is important.

You’re known as someone who likes to push the boundaries of concepts and techno itself. Where are you trying to push it to?  To where no one else has bothered to push them yet.

What was the inspiration behind setting Macro recordings up and who runs what at the label?  To me, that my ideas of what I wanted to do grew beyond what most A&Rs considered acceptable for their labels. I needed to eliminate the discussions and headaches. So one summer night, while having a beer in the park, Finn and I just where like: can we do it? Ok, let’s just do it.  Now I make the tea, while Finn puts paper in the copier – meanwhile our mysterious boss, who is hidden from the public, sits in a mailbox in the Caymans and reaps all the money.

What’s getting you most excited in your musical life right now?  That Finn is an official releasing artist now. And that everything is new and amazing. My whole life as a musician is changing. I’m happy I have a constant flow of ideas what to work on and how to make it work. Everything is shifting away from the traditional structures to new structures. While many are in panic, I’ve never before felt so free to pursue the music I want to do, to ignore what others believe is necessary to oblige to and to find new ways to support it all.

 

Pulse: Talk to us about the new Macrospective CD mix and how it all came about.  Finn Johannsen: We found that it might be time to take a look back on what we did so far and to thank our artists for their contributions, but at the same time the usual formats for label retrospectives did not appeal to us. Stefan and me work together so well because we are very different persons and we are very different as DJs, too. Thus we came up with this concept because we thought it would reflect all that. When we compared the results it quickly became apparent that the experiment was successful.

What’s getting you most excited in your musical life right now? Music I had not heard before and which I find interesting basically excites me the same as when I carried my first money to the store to purchase records at the age of 6 or so. And I’m confident that it will never stop. And all the possibilities!

Tell us a bit about your history in music.  Pretty much all I do for a living is closely connected to music. I buy music since the 70’s, I play music since the 80’s, I write about music since the 90’s. In the last ten years I co-founded Macro to release music, and I took up working at Hard Wax to sell music. Music Music Music.

What was the inspiration behind setting Macro recordings up and who runs what at the label? It was out of discontent mainly. We felt the complaint is not as productive as the act. Since then what we do and who does what is constantly in flux. We have friends that help, collaborators we collaborate with, and we establish missions to accomplish with every new week.

You’re known as someone who likes to push the boundaries of concepts and techno itself. Where are you trying to push it to?  We just try to push things forward, no matter in which direction. And since we do that, with every closing door several other doors opened. And now our imagination is running wild.

 

Pulse Radio 8/11


@ Out Of The Ordinary

Posted: July 28th, 2011 | Author: | Filed under: Gigs | Tags: , , , , , , , | No Comments »


@ Fried Tofu

Posted: July 26th, 2011 | Author: | Filed under: Gigs | Tags: , | No Comments »

Fried Tofu Release Party @ Soju Bar


Druffmix 55 – Bananas To The System

Posted: July 22nd, 2011 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: , , , , , , | No Comments »

Now we’re the king of the swingers, the jungle VIPs. We’ve reached the top and had to stop and that’s what’s botherin’ us. So we want to be like the other people, people, and stroll right into town. We’re tired of monkeyin’ around!

Here, have a banana.

Smoke City – Aguas De Marco (Restless Soul Movement)
The Neville Brothers – Fly Like An Eagle (Slippin’ Dub)
Julio Iglesias – Guajira/Oye Como Va (Un Beso Dub)
Tom Tom Club – You Sexy Thing (Deep Bass)
J. – The Promise (Deep Dub Mix)
Rodeo Jones – Natural World (Reese Deep Mix)
Bette Midler – To Deserve You (MK Dub 1)
Trey Lorenz – Photograph Of Mary (Bass Hit Dub)
Definition Of Sound – Pass The Vibes (In House Mix)
Queen Latifah – Come Into My House (Zanzibar Mix)
Kiss AMC – A Bit Of…
Paul McCartney – Ou Est Le Soleil?
Pet Shop Boys – Where The Streets Have No Name (David Morales Remix)
U2 – Lemon (Bad Yard Club)
Pet Shop Boys – So Hard (Red Zone Mix)
Siouxsie And The Banshees – Fear (House Of Fear Extended)
Grace Jones – Love On Top Of Love – Killer Kiss (The Cole & Clivilles Garage House Mix)
Les Negresses Vertes – Mambo Show (Tee’s Freeze Instrumental)
Les Negresses Vertes – Mambo Show (Tee’s Freeze Mix – The Shulimambo Edit)
Patricia Kaas – Reste Sur Moi (BlueVelvet Mix)
Jodeci – You Got It (Mack Dub)
Deee-Lite – Call Me (Ralphi Rosario Extended LP Mix)
Herb Alpert – North On South St. (Deep Dub Version)
The Associates – Fire To Ice (Late Night Frozen Beats)
Ryuichi Sakamoto – Love And Hate (Love Mix)
Shakespear’s Sister – Black Sky (Dub Extravaganza Part II)
Prince – The Future (Remix)
Raven Maize – The Real Life (Original 12” Mix)
Different Gear Vs. The Police – When The World Is Running Down (Original Bootleg Mix)
Par-T-One Vs. INXS – I’m So Crazy (Original Mix)
Finley Quaye – Spiritualized (Vibin’ Vocal Mix)
The Beloved – Deliver Me (Eau De Livami Vocal)


@ Summer Of De:Bug

Posted: July 7th, 2011 | Author: | Filed under: Gigs | Tags: , , | No Comments »


@ Gabom

Posted: July 4th, 2011 | Author: | Filed under: Gigs | Tags: , , , , | No Comments »


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