V.A. – Dirty Diamonds III (Diamond Traxx)

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Entweder man hortet musikalische Preziosen im gleichgesinnten Elitisten-Zirkel oder man gibt das Druidenwissen großzügig weiter. Wenn man Franzose ist, sollte man Letzteres nicht unternehmen, ohne nicht mindestens in todschickster Manier eine Website, regelmäßige Clubabende und vor allem eine Serie von Compilations zu präsentieren, deren Linernotes so irrwitzig prätentiös sind, dass The Capuccino Kid angesichts seiner simplen Prosa ein Comeback für alle Zeiten ausschließen muss. Damit grenzt man sich von den Methoden anderer Modenschau-Geschmacksfilterer nur unwesentlich ab, vielmehr prangert man Missstände im Bereich von niveauvollen Compilations ungefähr so an, wie Michael Bay filmisch Gewalt in der Gesellschaft anprangert, aber immerhin kann man sich konzeptuell so abgefedert fühlen, dass man flugs Ennio Morricone, Nico, Flash and the Pan, Kevin Ayers, Robert Wyatt und Skeeter Davis mit vermeintlich leichtfertig übersehenen Stücken von Cristian Vogel, The Emperor Machine, Isolée, Brooks und naturalment Supermax auf den gleichen Tonträger packen kann und der geneigte Geschmacksverwaiste vor soviel Esprit und je ne sais quoi nur demütig den Hut zieht. Aber hallo.

De:Bug 05/06


V.A. – Kenny Dope Pres. Choice – A Collection Of Classics (Azuli)

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Und wieder einmal legt in der unterhaltsamen Choice-Serie ein Mitglied der internationalen DJ-Haute Volée seine Inspirationsquellen offen. Diesmal der Dopeman, angesichts seiner beträchtlichen Meriten in punkto Mix-CDs vor allem im Rare Groove-Bereich fast logischer als sein schon früher an der Reihe gewesener kleiner Kumpel mit Hut, somit hängt der interne Haussegen wieder gerade. Wie auch andere Vorgänger hält sich Kenny Dope mit allzu viel Studio Mixing-Spielereien und Edits zurück, hier wird funktionell und rapide gecuttet, damit sich das Aroma klassischer Allzweckwaffen aus dem Bereich Disco (mit Betonung auf Boogie), Funk und Philly auch angemessen entfalten kann. Ebenso sinnstiftend ist diese Auswahl an den eigenen Output angeschlossen, der aufmerksame Masters At Work-Anhänger findet hier so manches Sample aus dem hauseigenen Backkatalog in seiner ursprünglichen Form wieder. Für die Experten mögen die vertretenen Stücke von beispielsweise Sylvester, Serious Intention, Level 42, BT Express oder Atmosfear etwas zu gut abgehangen sein, aber sie nehmen den Wind nicht aus den Segeln und es gehört sich eigentlich auch nicht, sofern keine akuten Geschmacksverirrungen vorliegen, jemanden seine perönlichen Favoriten anzukreiden. Der Mix befindet sich jedenfalls durchgehend im Plus (Extra Props für Dazzle, Hokis Pokis, Rainbow Brown und Manhattan Transfer).

De:Bug 05/06


Benjamin Wild – Demain (Mirau)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

“Demain” ist ein vetrackt funkiger, fiepsiger Hochgeschwindigkeitstrack mit Pling-Plong-Ohrwurmakkorden, bei dem es in der Spielzeugabteilung bis zum Morgengrauen rund zu gehen scheint, was von Miss Alaska mit selbstverständlicher Nonchalance kommentiert wird. Totaler Smash Hit. ‚Basslufe’ ist ein Dubtechnoid, der sich schiebend, stoisch und gluckernd ausrollt, auch sehr gewieft.

De:Bug 04/06


Franz & Shape – Destination Location EP (Relish)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Francesco Spazzoli und Chris Shape haben die nicht so heiße Idee Electro, New Wave und Italo-Disco zu verbinden. Selbstredend mit obligatorischem Expressiv-Bühnenauftritt, Glam-Gesang und Beteiligung von Chelonis R. Jones und GD Luxxe alias Gerhard Potuznik. Einfach erstaunlich wie hartnäckig sich diese 80er-Anbindungen halten, dieser sagenhafte Trotz. Als könnte man das niemals wieder recyclen, wenn man jetzt mal kurz loslässt. Ich neige vor allem bei den Gesangseinlagen zu den beiden Stücken, bei denen der glitschige Italo-Anteil überwiegt, dieses aufgesetzte Herumzicken ist mir sonst etwas peinlich, auch wenn sicherlich jede Generation ein Anrecht auf aufgesetztes Herumgezicke hat.

De:Bug 04/06


Jhelisa – Primitive Guide To Being There (Infracom)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Eigentlich tauchen gerade wieder die Perlen des Frühneunziger-Clubsouls auf, da hatte Jhelisa Anderson als Teil von Soul Family Sensation und später alleine mit dem Hit ‚Friendly Pressure’ eine veritable Habenseite, bevor sie sich jahrelang als Gastsängerin in die schicken Studios größerer Stars verabschiedete. Sie geht mit diesem Album zurück zu den Wurzeln, aber nicht zu denen ihrer Karriere, sondern zu denen ihrer Kultur. Die Koordinaten sind alte Bekannte wie Südstaaten inklusive Sumpf, Motherland, Nina Simone, Ungerechtigkeit, Zupfinstrumente, Multikultur, Blues, Bars in denen man noch rauchen darf und gehobene Jazzfestivals. Dazu gibt es eine passende DVD mit einer Dokumentation, welche die Sängerin in New Orleans begleitet. So weit, so gediegen. Ich ziehe in diesem Fall ‚I Don’t Even Know If I Should Call You Baby’ vor.

De:Bug 04/06


Loka – Fire Shepherds (Ninja Tune)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Ungebrochen ist die Begeisterung der Engländer für psychedelisch entrücktes 60’s/70’s Jazz Rock-Gegniedel, sleazy verhallte Soundtracks und Library Music. Die entsprechenden Flohmarktkisten dürften mittlerweile für die nächsten Dekaden geplündert sein. Loka aus Liverpool gehen nach bisher dünn gesäten Veröffentlichungen (ein Compilation-Beitrag und eine EP) auf ihrem Debütalbum voll Wah Wah-Prog, im Rhythmus schwergängig gebrochen und im Arrangement breitwandig aufgeplustert. Es gibt nicht so viele Soloausflüge, dafür einen geschäftigen Schlagzeuger und dunkle Streicherkaskaden für Cineasten. Suggeriert eine minutiös geplante Jam Session für ein ausgewähltes Publikum, ist aber interessanter als das letzte Album ihrer Labelchefs.

De:Bug 04/06


Riot In Belgium – The Acid Never Lies (Relish)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Vocoder trifft Sequencer-Bassline, trifft Kuhglocke, trifft Orchester-Stabs, trifft Syndrums, in der gefühlten 7549. Auflage. Vielleicht etwas poppiger als bei vergleichbaren Exponaten, aber wohl auch nicht origineller. Ich glaube kaum, dass das in Belgien oder auch anderswo Krawalle auslöst. Der Acid-Anteil war bis Redaktionsschluss nicht zu finden.

De:Bug 04/06


Swayzak – Route De La Slack (Studio!K7)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Opulenter Rückblick, über die CDs ‘Remixes’ und ‘Rarities’ verteilt. Das Duo ist ja eine verdiente Größe im Bereich Micro House, was auf der Insel vielleicht gar nicht derartig holprig-usurpierend kategorisiert worden wäre, wenn man dort deutsche Produktionen reduzierter Bauart nicht so lange ignoriert hätte. Dieses unübliche Versäumnis sollte man Swayzak aber nicht anlasten, die zwischen Clicks, Rave, Electro, Dub und gelegentlichen Indie-Anwandlungen seit jeher absolut solide dubbig plocken und bleepen, mal poppig, mal dark und meistens deep. Dieses breite Spektrum lässt in solch geballter Ladung zuweilen etwas eigene Identität vermissen aber es ist auch schön nachzuhören, was die Laptops der beiden alles so über die Jahre ausgespuckt haben, hat sich ja denn auch ein verlässliches Markenzeichen draus entwickelt. Und das muss man auch erstmal hinkriegen.

De:Bug 04/06


V.A. – Electric Pussycat (BBE)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Irgendwie rumort es im einstmals rein spirituell-afrozentrischen Gebälk der New Yorker Deep-House-Community vom Schlage Body & Soul. FKs letzter Essential Mix war fast durchgehend pumpend elektronisch, Joe Claussell geht mit seiner Mix-CD „Translate“ ab von von den Roots und hin zur Digi-DJ-Ästhetik und jetzt Ibadan-Macher mit diesem Set, angeblich live im Club „Electric Pussycat“ in Brooklyn mitgeschnitten. Statt Authentizitäts-Live-Mucker-Anspruch mit angepeilter samstagnächtlicher Erleuchtung werden jetzt Smoking und Fliege angezogen und der Anspruch heißt „Electronic Cabaret“. Das klingt dann so, als hätte man die Rush Hour von Dixon at Inner City und Mayer at 672 zusammengezogen. Rej, Brutalga Square, Carl Craigs Darkness, Leave My Head Alone Brain und Mathew Jonson und smarter Acapella-Einsatz obendrauf. Die hiesige technoide Uminterpretierung von Deep House zieht wahrlich globale Kreise und die Hippies haben vorerst das Gebäude verlassen.

De:Bug 04/06


Finn Johannsen – Train Wreck Mix

Posted: March 28th, 2006 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Guest mix for Red Bull Music Academy Radio. I knew people working there and had mixed feelings about contributing, as I was mainly writing for de:bug, which remained independent and limited in terms of budget throughout, whereas the sponsoring of RBMA offered whole other possibilities of content. In short, I was a bit envious of that but would not admit it, and stuck to prejudice. But to be fair, they really made good use of the money. And of course I thought having a mix there would make me instantly famous. It didn’t.

finn

Mix recorded for Red Bull Music Academy Radio

Tracklist

Yoko Ono – It Happened (Edit)
Andy Stott – Long Drive
Precession – Sandcastle (Mike Huckaby Remix)
Isolée – Bleu (Dixon Edit)
Dolby A – Klang
Voom Voom – Oggi
Mute – Basics
As One – The Electric Hymn
Smoke City – Aguas De Marco (Restless Soul Instrumental)
Carl Craig – Butterfly
Foremost Poets – Reasons To Be Dismal (Instrumental)
Romanthony – Make This Love Right (A Parte Ante)
Material – Memories


Page 152 of 162
1 150 151 152 153 154 162