V.A. – Café Solo (Resist)

Posted: June 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , , , | No Comments »

José Padilla, den ehemaligen obersten Befindlichkeitsknusperverstärker des Café del Mar, drängt es nach übersichtlicher Musikerkarriere wieder zurück an die alte Idee. Nicht nur als Sandmann bzw. Urlaubsex-Erfüllungsgehilfe und Maitre de Sonnenaufgang von Generationen von Clubtouristen hat der Mann Meriten, er hat auch mit elektronischer Sanftmut den Kuschelrock aus der Kompaktanlage des deutschen Feierabends geboxt. Die Mission ist immer noch der ewige Schönklang, die bewährten fluffigen Balearismen werden jetzt aber auch mit beispielsweise Kölner Elektronik und Daniel Wang aufgefrischt. Nichts für Menschen, die den langen Zapfenstreich mit einem Crescendo von etwa Cecil Taylor begehen oder zum Einschlafen eine Berghain Mix-CD auf Repeat stellen, ansonsten durchaus zweckdienlich.

De:Bug 06/06


V.A. – DJ Deep Pres. City To City Part 02 (BBE)

Posted: June 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Im Gegensatz zum ersten Teil etwas weiter ab vom Kanon mixt sich der Deep Sound-Nachlassverwalter DJ Deep durch Expertenklassiker aus Chicago, Detroit und New York/New Jersey der späten 80er/frühen 90er. Das klingt nah dran an den hypnotisch-drückenden Clubnächten dieser Jahre, als deepe Klänge noch nicht in Stromlinienförmigkeit, Daddeltum oder Traditionalität eingeteilt wurden und House und Techno für den Tiefgang noch selig einhergingen. Da hat man sich ja mittlerweile wieder angenähert, aber das Gefühl das diese Musik vermittelt ist in seiner Unmittelbarkeit bei der heutigen Konventionslast schwerlich zu erreichen. Angeschossener Maschinen-Soul, der ansatzlos Beine, Bauch und Kopf überrumpelt, zwischen sublimen Flächen, zwielichtigen Grooves, unzweifelhaften Worten, nächtlichem Größenwahn und exzentrischer Coolness. Mit Liebe ausgeteilt an Menschen, denen Strobe, Blackmale, Eclipse oder Saber Suchbegriffe sind und die um die entsprechenden frühen Katalognummern von Trax, Djax-Up und Dance Mania wissen, und über alles was darüber hinausgeht Bescheid wissen wollen.

De:Bug 06/06


V.A. – Queer Noises 1961-78 – From The Closet To The Charts (Trikont)

Posted: June 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Vor Jahren gab es schon mal eine Compilation namens “Queer To The Core”, die schräge Obskuritäten schwulen Garage-Punks aus den 60ern zusammenstellte. Derartiges hat Jon Savage hier auch zur Verfügung, aber seine Auswahl ist ein regelrecht ehrgeiziges Unterfangen, das sehr imposant einen chronologischen Überblick über homosexuelle Künstler bzw. Popmusik mit homosexuellen Inhalten aufbereitet. Zu hören gibt es die ganze Bandbreite zwischen Comedy, Crooning, Country, Garagenkrach, Soul, Glam Rock und Songwritertum in überwiegend raren Artefakten, und dann steht am Ende folgerichtig Sylvester und stößt die Tür zu Disco auf. Es gibt dazu ein umfangreiches Booklet mit Erläuterungen zu Codes, Themen, Hintergründen und Einzelschicksalen. Dadurch entfaltet sich ein Panorama von tragischem Kampf, verlorener Selbstbehauptung und Konventionsschwellen, aber auch smartem Witz, trotziger Haltung und gerechtem Stolz. Man kann sich darüber streiten, ob oder zumindest wie schwule Kultur mit allen Vor- und Nachteilen den Mainstream geentert hat, hier sind auf jeden Fall einige glorreiche Pionierleistungen auf dem windungsreichen Weg dahin.

De:Bug 06/06


Finn Johannsen – Space Evaders Part 2

Posted: May 13th, 2006 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: | No Comments »

Da Real Deal – Space And Time
Electrik Bugg – Untitled
Octave One – Eniac
Alien FM – Art Of Illusion
Musicology – Obsessed
John Arnold – Universal Mind
Heaven 17 – Song With No Name
The Connection Machine – Bitflower
LFO – Simon From Sydney
No Movement No Sound No Memories – Acetate
Andy Stott – Replace
Dan Curtin – Spliffed
Doctor Rockit – Tape Measure
Photek – Raenon
Carmel – I’m Not Afraid Of You
Sensorama – Echtzeit
John Carpenter – Street Thunder


Finn Johannsen – Space Evaders Part 1

Posted: May 13th, 2006 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: , , | No Comments »

I’ve met a fine Englishman on the Discogs message boards named Craig Birmingham aka EvilJack who had excellent taste in music. We corresponded regularly and he asked me to contribute a mix for his blog Special Needs, now defunct as most blogs. Sadly we lost touch over the years but looking back he was one of those fine persons you obsessed together with over music and then get to know better personally, a phenomenon I encountered often on Discogs then, and later in other places. This was before social media went big, mind. But likeminded souls often find their way to each other, no matter how.

John Carpenter – Walking Out
Link – Amenity
In Sync – Subway Route
Hey O Hansen – Moon
Robot DJs – Remote Control
Brian Harris – Chemistry
Unknown DJ – Basstronic
Vitamin B – A Headache
Terrace – Seventh City
Pod – Vanguard
Loosefingers – What Is House?


Discogs

Posted: May 9th, 2006 | Author: | Filed under: Texte Deutsch | Tags: , , | No Comments »

Am Anfang von Discogs vor sechs Jahren stand die Plattensammlung. Erst die vom Gründer Kevin Lewandowski und wenig später die anderer Websuchender, die bei der Recherche auf ausbaufähige Discographien stießen und der freundlichen Aufforderung nach Support des Archivs nachkamen. Man kann sich noch vage dran erinnern. Ich stolperte ebenfalls hier und da über die Seite, fand ein wenig Information, fand aber auch das Konzept etwas kryptisch. Dennoch fiel schon in dieser ersten Entwicklungsphase auf, dass bei jedem Besuch mehr Informationen verfügbar waren. Alternativ gab es für elektronische Musik noch eine Seite namens Amazing Discographies, bei der schon vor Discogs ziemlich viele Labels katalogisiert waren. Diese Seite ist allerdings längst verschieden, da man dort nicht die simple aber höchst effektive Idee mit dem Crosslink hatte und die einzelnen Releases keine Tracklist bereithielten. Als ich mich, durch Fälle von Beschaffungskriminalität in meinem Dunstkreis und das hölzerne Treppenhaus vor meiner Wohnungstür gemahnt, wenig später zur Katalogisierung meiner Sammlung entschloss, war alles schon gut gediehen, aber je nach Standpunkt angesichts des Zeitaufwandes musste bzw. konnte man noch viel beitragen. Gleichzeitig wurde schnell dem Komplettismus die Tür angelweit aufgestoßen und wahre Abgründe verpasster und ungeahnter Veröffentlichungen offenbarten sich praktisch zugreifbar selbst dem emsigsten Musikkonsumenten. So mancher Vielproduzent konnte sich vermutlich nur so an das eigene Schaffen erinnern, ausstehende Tantiemen inklusive. Bald war der namentliche Eintrag in punkto Google-Hit ein Ritterschlag und bald hatte Discogs den Ruf vom Hort nerdiger Otakus weg, deren eifrige Archivarbeit man mehr oder weniger belächelnd mit einem Bookmark versah. Als reines Tool für Nichtmitglieder ist die Seite jedoch auch weiterhin effektiv, was der offensichtliche globale Dauerbetrieb als führendes Referenzsystem in Plattenläden, Redaktionen und Spezialistenforen belegt.

Neben der passiven und aktiven Nutzung der Database gibt es jedoch auch andere Facetten meist personalisierter Art, die mit flotter Eigendynamik die Entwicklung der Seite zum monopolistischen Leviathan beschleunigt haben. Zum einen gibt es die Profile, über die man sich frei nach Gusto selbst präsentieren kann. Man gewährt abhängig vom eigenen Sendungsbewusstsein optional Einblick in die Plattensammlung oder Wantslist, Links und natürlich auch jeden nur denkbaren anderen Unfug. Zum anderen die Foren, wie üblich bei Discogs spartanisch und funktional im Look, jedoch von der Vielfalt der verhandelten Themen ein komplexer Mikrokosmos internationaler Perspektiven. Beide Bereiche sind die Grundpfeiler einer beachtlichen Community, ohne deren Idealismus und Enthusiasmus für das Medium Musik die ganze Sache kaum funktionieren würde. Das übergreifende Stichwort hierbei ist Kommunikation. Über die Profile finden bereits Geschmack- und Geistesverwandtschaften sowie Kauf- und Promotionsintentionen zusammen, in den Foren kann das im Austausch noch ausgebaut werden. So entstehen über einen längeren Zeitraum regelmäßiger Nutzung nationale wie internationale Kontakte und Netzwerke über Interessensgebiete, bei denen die Grenzen des rein virtuellen Umgangs längst überschritten sind. Man lernt über Discogs Leute in eigenen oder anderen Städten kennen und es entwickelt sich mit steigender Tendenz eine Art von Tourismus über die Landesgrenzen hinaus, alles auf der gemeinsamen Basis der Seite. Daneben hat sich seit 2003 der Community-Aspekt stark verändert. Bis dahin gab es nur wenige übergreifende Rubriken in den Foren, in denen von Useability-Frust, Anti-Trance-Debatten und Golfkriegsanalysen bis hin zu Lieblingsplatten und surrealem Nonsens alles und nichts dezidiert und meistens ziemlich harsch verhandelt wurde. Ursprünglich eher als Kommunikationsanhängsel anzusehen, entstand eine subversiv-unterhaltsame Seifenoper, welche den eigentlichen Zweck des Archivierens zuweilen überlagerte. Die Seite wurde somit auch für Mitglieder interessant, die bloß den Zeitvertreib suchten und die Community wuchs folglich auch abseits der Archivarbeit.

Es war abzusehen, dass der Fokus auf elektronische Musik und die Verwaltung der Seite angesichts des rasanten Wachstums das Potential nicht ausschöpfen konnten. Zunächst wurden die ächzenden Server durch bezahlte erweiterte Accounts mit Extras sowie Werbebanner verstärkt und der mit dem Betriebscode schon gut ausgelastete Inhaber engagierte einen Site-Manager für alle anderen Teilbereiche. Die Foren wurden jetzt ebenfalls moderiert und in unübersichtliche thematische Miniaturformate atomisiert, alles zur Vorbereitung einer Konsolidisierung von Discogs, welche schließlich darin mündete, dass in relativ kurzen Intervallen großmaschig andere Genres hinzugefügt wurden. Demzufolge wird Discogs in absehbarer Zeit das gesamte Spektrum von Musik abdecken können.

Es ist schwer abzusehen, wo Discogs bei dieser Wachstumsrate in Zukunft stehen wird. Einer Kommerzialisierung, die ungebremst über die Unterhaltung der Server hinausgeht, steht eine Community entgegen, die in vielen Fällen langjährige Mitglieder aufweist, welche die zahlreichen Metamorphosen der Seite sensibel bis misstrauisch beobachten. Das ist sicherlich auch darin begründet, dass bis auf den Inhaber und einen Site Manager niemand von Discogs ein Gehalt bezieht. Moderatoren und aktiven Mitgliedern bleiben so nur das Wissen um den Erfolg und Nutzwert eines kollektiven Unterfangens und die Unmengen von Tonträgern, die vor der Vergessenheit bewahrt werden konnten. Wer drohnengleich viel Freizeit für den Input und dessen Verwaltung opfert, möchte natürlich nicht auch noch dafür zur Kasse gebeten werden. Es gibt zwar die offizielle Ankündigung, Discogs nach dem Vorbild von Wikipedia zu Open Source zu machen, was jedoch aus Sorge über Nutzung der Daten durch Spam-Sites auf unbestimmte Zukunft verschoben wurde. Ein gewisser Argwohn gegenüber den Motiven des Managements wird auch dadurch hervorgerufen, dass die Seite sich zwar durch die freiwillige Mitarbeit auf User-Ebene weiterentwickelt, dieselben User aber bei Entscheidungen bezüglich der Funktionsweise kaum einbezogen werden. So werden zwar alle zukunftsträchtigen Entscheidungen in Threads detailliert abgewogen, die Argumente dieser Diskussionen haben aber zumeist nur wenig Einfluss bei der tatsächlichen Realisation. Infolgedessen klaffen der Anspruch genreübergreifender Benutzbarkeit und die Wirklichkeit genrespezifischer Archivierung oft auseinander.

Die Erfolgsgeschichte Discogs zeigt auf jeden Fall, dass der Spaß am Prinzip weit über den bloßen Sammlerinstinkt oder die Faszination akribischer Informationsverwaltung hinausgeht. Man kann sich durchaus vorstellen, dass man in Kooperation mit der Musikindustrie der reinen Information die entsprechende Audiodatei als Preview-Clip bzw. bezahlten Download zur Seite stellt. Eine beträchtliche potentielle Konsumentenschar ist über den Prozess der Mitarbeit bereits mit der Plattform identifiziert und die Palette potentieller Erwerbungen erweitert sich durch die Nutzung des Archivs stetig. Da fehlt dann eigentlich nur noch die Möglichkeit des direkten Zugriffs auf die Musik zur Vervollständigung eines neuen Massenmediums per Computer, das ohne Läden und Vertriebe auskommt. Für antiquarische Tonträger nichtgewerblicher Anbieter bleibt dann ja immer noch der Gebrauchtmarkt, im Ansatz als Discogs Marketplace ja schon eingeführt. Wenn Majors nicht so unbeweglich wären, kämen sie ja vielleicht auch auf die Idee, dass bei ihren unübersichtlichen Backkatalogen die Verbindung von Information und Musikdatei nicht völlig abwegig ist. Statistiken über regelmäßige Ebay-Nutzer im Bereich elektronischer Musik, also dem von Discogs am besten erschlossenen Bereich, könnten da sicherlich interessante Erkenntnisse über die Beziehung von Archiv und Konsum liefern, auch wenn es dort noch um herkömmliche Tonträger geht. Und wenn man schon gerade spekuliert, eventuell würde die Kommunikation mit anderen Konsumenten über eine Archivplattform auch dazu führen, dass man über User-Rating und Vorhören schneller erfährt, dass eine angepeilte Erwerbung im Vergleich zu einer „besseren“ Alternative zu vernachlässigen ist. Die Plattenfirmen könnten sich angesichts dieser virilen Selbstverwaltung ihrer Zielgruppen teure Marketingfeldzüge sparen und müssten sich dem Qualitätsdiktat der Erfahrungswerte an der Basis beugen und das Mittelmaß wäre bald besiegt.

Realistischer ist aber wohl vielmehr, dass Discogs, in Zukunft ungleich größer und multistilistisch, auf wahnwitzig umfassende, bedingt kostenpflichtige Dokumentation beschränkt bleibt und Anbieter nur noch sicherer ablesen können, wie hoch man die Schmerzgrenze für seltene Artefakte ansetzen muss. Die Musikindustrie wird weiter Geld verbrennen und das Mittelmaß lacht sowieso immer zuletzt.

De:Bug 05/06


Deichkind – Aufstand im Schlaraffenland (Universal Music)

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Die schalknackigen Jungs machen etwas erwartungsgemäß genau da weiter, wo sie eigentlich schon am Limit gewähnt wurden, also ganz knackigen Plastiktechnopop mit ulkigen Texten, deren Wortwitz jenseits norddeutscher Kiezbiotope zusehends ins Taumeln gerät. Insofern könnte man Deichbrot völlig unsachlich mit den Kollegen von Fettes Kind vergleichen, nur knackig plastiktechnopoppiger und in einer anderen Phase der Pubertät bzw. auf einer anderen Art von Zielgruppen-Fete. Es wird noch ab und zu gekifft, aber eigentlich ist dies die wirre Hacienda-Episode. Bei „E.S.D.B“ grüßt schon der Taxman.

De:Bug 05/06


No Movement No Sound No Memories – Removed / Acetate (Lux Nigra)

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Dieses Album des Projektes von Thaddi Herrmann und Michael Zorn vereint die „Removed“ und „Acetate“ EPs von 1999 und diesem Jahr, und beides zusammen ergibt in der Tat ein beeindruckendes Ganzes, bei dem so profane Dinge wie Erscheinungsdaten kaum noch ins Gewicht fallen. „Removed“ ist im Original und den fünf Bearbeitungen von Arovane, No. 9, Multipara, Pole und Artificial Duck Flavour völlig zu recht eine geheiligte Kuh zeitgenössischer Elektronik. Eine reichhaltige Assoziationsmaschine, in der schwer atmende Dub-Abstraktionen und vertrackte Klangauswertungen futuristisch irrlichtern und man zuweilen etwas nervös zum Heizkörper hinüberschaut, ob nicht doch Jack Nance mit seiner Lady zum kosmischen Rauschen einen Schieber tanzt. Ergänzend kommt noch der fulminante Bonustrack „Fabric“ hinzu, der sich auf einer nächtlichen Expedition in rhythmische Schwebezustände befindet. „Acetate“ knüpft schlüssig an diese Steilvorlagen an, auch wenn die Beats zur kaltkörnigen Grundstimmung beim Original, Claro Intelecto, DJ Maxximus und Something J zumeist grummeliger steppen und wie bei James Din A4 und Modeselektor gestörte Spielzeuge zu paradieren scheinen. Allesamt zwischen simpler Schönheit und unbequemen Störfällen kongenial auf Irritation und Einsicht gebürstet. Da haben alle Beteiligten weit geworfen, ihr müsst nur noch fangen.

De:Bug 05/06


Rekid – Made In Menorca (Soul Jazz

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Der breit gestreuten Veröffentlichungen von Matt Edwards als Radioslave, Quiet Village bzw. vielen anderen Pseudonymen sollten nicht skeptisch machen, der Mann weiß schon ganz genau was er tut, wie dieses Album als Rekid ziemlich eindrucksvoll zeigt. Die bisherigen 12“s auf Classic und Soul Jazz unter diesem Alias hatten es schon vermuten lassen, aber hier auf Albumlänge folgt jetzt das ganz große Opus in Dub, Disco, Electro und House. Geschwindigkeit ist für Musik eigentlich ein unerhebliches Kriterium, aber hier wird bewusst gedrosselt, bis die Grooves zu einer hermetischen Massivität erstarren, die völlig selbstverständlich wuchtet. Im Verbund mit der dunklen Grundstimmung, metallischen Störgeräuschen und kühlen Versatzstücken von Sequencer-Boogie und 808-Space-Hop aus fast unerforschten Tiefen der Echokammer erscheint dieser Gesamteindruck noch selbstbewusster. Sicherlich ein Affront-Update für diejenigen, die unter Ausschlusskriterien hartnäckig das Revival von New Beat einfordern, alle anderen sollten sich mal paralysieren lassen. Am besten sehr laut.

De:Bug 05/06


Steffen Baldo – The Next Room (Polyfon)

Posted: May 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Schön kontinuierlich wie die deepen Klänge gerade quer übers Land aus den Geräten sprießen und man entdeckt ständig neue vielversprechende Exponate. „Doin’ It“ ist ein gemütlicher Live Jam-Ausreißer, den man bei Unkenntnis des Urhebers auch auf Large Records vermuten könnte. Die restlichen Tracks gehen dann ganz anders tief, erinnern mit dunkle Spiralen ziehenden Akkorden an einen psychedelischen Kompositbau aus Sound Signature und Other People Place, dem man kurz vor dem Start in die Nacht noch ein stramm schepperndes Chassis aus Rhythmen mit einer langen Liste vertrackter Extra-Extras untergeschraubt hat. Man kann ja nie wissen.

De:Bug 05/06


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