Finn Johannsen – Ashorecast #27

Posted: January 5th, 2015 | Author: | Filed under: Artikel, Mixes | Tags: , , | No Comments »

Auch wenn das neue Jahr nun schon begonnen hat, vielleicht zunächst ein kurzer Blick zurück auf 2014. Würdest du sagen, es war ein gutes Jahr für elektronische Musik? Falls ja, wer war deiner Meinung nach u.a. mit dafür verantwortlich?

2014 war nicht besser oder schlechter als die Jahre zuvor. Es gab genug gute neue Releases, aber kaum neue Trends. Es kam mir so vor, als würden einige vorherige Entwicklungen langsam auslaufen. Lo-Fi House- und Techno etwa. Da hat die Ästhetik vielleicht etwas zu oft durchschnittliche Musik kaschiert. Es gab auch nicht mehr so viele Retro-80er-90er-House-Platten, was sicherlich auch damit zusammenhing, dass jede Menge alte Klassiker oder Raritäten nochmal veröffentlicht wurden. Manche Nachbauten schnitten da im Vergleich schlechter ab, oder man wollte wohl auch lieber Lücken in der Wantslist schließen, als sich mit neuer Musik zu beschäftigen, die wie alte klang. Ich falle aber nicht gerne in diesen früher war alles besser-Sermon. Ich habe in jungen Jahren auch viel alte Musik gehört, ich wollte auch schon immer wissen, wo was herkommt. Aber das wollte ich selber entdecken, und nicht von Älteren gepredigt bekommen, auch wenn man dann später feststellt, dass viele Einwände durchaus berechtigt sind. Was mir letztes Jahr gut gefallen hat, kann man ja bequem bei meinen Hot Wax-Radiosendungen überprüfen, oder meinen Charts. Sicherlich hat nicht jede Platte darin das Rad neu erfunden, aber es waren für mich genug neue Ideen drin, um es unterstützen zu wollen. Generell war es gefühlt eher ein Techno- als ein House-Jahr, aber für mich war es zuviel Techno, der sich nur auf eine jeweilige Atmosphäre konzentriert, und nicht auf Musikalität. Es gab zudem stilübergreifend irritierend viele Alben. Vielleicht war es ein Übergangsjahr, und 2015 passieren wirklich neue Dinge, oder es werden retrospektiv einfach andere alte Stile aufgearbeitet. Da lasse ich mich aber auch gerne überraschen. Ich wünsche mir aber nach wie vor, dass dieser durch künstliche Verknappung ausgelöste Beschaffungsstress für Käufer und Läden zur Ruhe kommt. Aber jetzt habe ich wirklich langsam das Gefühl, dass das ausgereizt ist und der Markt das von allein regelt. Nicht jede überteuerte Platte mit Poster wurde letztes Jahr zum Sammlerobjekt, und da ist noch viel Luft nach unten.

Gibt es einen Abend aus dem vergangenen Jahr, den du als DJ als besonders gelungen/spannend in Erinnerung hast? Wenn ja: Wo und wann war das und was hat den Auftritt ausgezeichnet?

Da gab es einige. Aber am denkwürdigsten war sicherlich der Auftritt von Dreesvn und mir beim New Forms Festival in Vancouver. Das war schon sehr dicht dran an der perfekten Nacht. Wir hatten uns schon die Tage zuvor sehr willkommen gefühlt, und viele interessante Leute kennengelernt, und dementsprechend haben wir uns dann auch bemüht, alles zurückzugeben was wir konnten. Der Live-Auftritt von Dreesen und Sven war einfach wundervoll und sehr beeindruckend, und ich konnte danach wirklich alles spielen was ich wollte, ohne dass es spürbare Einbrüche auf der Tanzfläche gab. Und bei dem Set hätte das schon durchaus passieren können. Es gab dann zum Abschluss des Festivals auch noch eine inoffizielle Party, bei der ich stundenlang im Wechsel mit DJ Sotofett und DJ Fett Burger aufgelegt habe, aber da ist die Aufnahme nichts geworden, was wirklich sehr schade ist. Ich erinnere mich aber auch sehr gerne an eine kleine Griechenland-Tour zurück, den tatsächlich beeindruckenden Sound von Plastic People, no sleep raver bei Washing Machine, feiern gegen alle Widrigkeiten in Ljubljana, Macro mit geballter Kraft im Stattbad, Arme in die Luft in der Panoramabar, und und und. Ach ja, und ich habe bei einer schönen Nacht in Nürnberg die krawallbereiten Besucher des Deutschpunk-Festivals im gleichen Gebäude für klassischen Garage House begeistern können. Ich hatte gar nichts anderes mitgenommen, und es blieb mir gar nichts anderes übrig, aber es ging nicht nur nicht ins Auge, es blieb kein Auge trocken.

Seit einigen Wochen kann man dich als DJ über die Agentur Option Music buchen. Wie kam es dazu, dass du nun bei einer Agentur bist, wo du das doch vorher jahrelang alles selbst geregelt hast?

Nun, ich bin vor vier Jahren Vater geworden, und gleichzeitig nahmen Anfragen für Gigs wie auch der Zeitaufwand meiner diversen anderen Verpflichtungen und Tätigkeiten stetig zu. Nach fast 30 Jahren war ich dann irgendwann so ausgelaugt von der ganzen Logistik, dass ich bereit war, alles in professionellere Hände zu geben. Bei Option Music mag ich sowohl die Art, wie das Booking gehandhabt wird, als auch die anderen Artists, und zwar allesamt. Ich musste die ganzen langjährigen Verbindungen nicht aufgeben, und es kommen neue hinzu. Ich habe mehr Zeit für die Familie, und die Agentur ist auch sehr familiär. Win-Win.

Seit einiger Zeit bist du Teil des Hard Wax-Teams und bist u.a. mit für den Einkauf und somit auch für die berühmten Hard-Wax-Einzeiler verantwortlich. Hast du schonmal das Prädikat “Killer” vergeben und wie leicht oder schwer fallen dir diese Kurzbeschreibungen?

Ja, das Prädikat habe ich schon öfter vergeben, aber eigentlich gehen wir damit bewusst sparsam um. Es wird in der Regel nur für Releases benutzt, die das Zeug dazu haben, irgendwann später vielleicht in der Kategorie Essentials zu landen. Musik, die aus dem Gesamtgeschehen heraussticht. Wir hatten die Webseite ja schon von den Tips bereinigt, nachdem das irgendwann in jeder zweiten Vertriebs- oder sonstigen Promoankündigung zu lesen war, und auch sonst stapeln wir lieber tief als hoch. Wir vertrauen da ganz auf das Urteilsvermögen unserer Kunden, und wollen es nicht beeinflussen. Unser Programm ist sorgfältig vorgefiltert, und somit ist es eigentlich nicht nötig mit Hype-Mechanismen abzulenken, die in so vielen Bereichen des Musikgeschehens sich nur noch gegenseitig entkräften. Als langjähriger Musikjournalist musste ich mich zuerst daran gewöhnen, Musik nicht wertend zu beschreiben, mit nicht mehr Worten als unbedingt notwendig, aber gleichzeitig habe ich den Stil der Beschreibungen wohl auch ein bisschen mitgeprägt. Aber bei Hard Wax steht die Musik im Vordergrund, kurzum.

Viele kennen dich auch als Journalist für Magazine wie De:Bug, Groove oder auch Resident Advisor. Durch deine Familie, den Job bei Hard Wax und das Auflegen bist du zeitlich wahrscheinlich sehr eingespannt – wie wählst du heute aus, über was du schreibst? Sind das nur noch Liebhaber-Themen für dich? Und merkst du eventuell ähnlich wie Gerd Janson, der seit einigen Monaten fast überhaupt nichts mehr schreibt oder Interviews führt. Ermüdungserscheinungen hinsichtlich des Schreibens über Musikthemen?

Ich gebe zu, dass mich mit der Zeit Rezensionen ermüdet haben. Ich denke bei Gerd war das vielleicht auch so. Man hat diesen Wust an Releases, und je länger man sich als Journalist damit befasst, desto schwieriger wird es, dafür frische Worte zu finden. Im Laufe der Zeit wiederholt sich einfach vieles bei der Musik, die man beschreiben soll, und als guter Journalist sollte man schon den Anspruch haben, in Texten Wiederholungen zu vermeiden. Wenn da zu sehr die Routine greift, lesen sich die Platten vielleicht routinierter als sie klingen. Gleichzeitig hat mich aber auch der Mangel an Diskurs frustriert, der heutzutage im Musikjournalismus vorherrscht. Alles ist zu sehr miteinander vernetzt und voneinander abhängig, und im Begriff Soziale Medien sind die Medien nicht ohne Grund enthalten. In allen Bereichen der Musikbranche ist man ob der fallenden Ertragsmöglichkeiten dünnhäutig geworden, gleichzeitig sind die Medien mehr als zuvor auf den Anzeigenmarkt angewiesen, um überhaupt überleben zu können. Und das ist keine gute Grundlage für eine Kritik, von der neue Impulse ausgehen können. Ich habe da auch einige heftige virtuelle Stürme hinter mir, für sorgfältig recherchierte, sachliche und objektive Artikel, die unter anderen Umständen vielleicht eine Debatte angestoßen hätten, von der alle was haben. Mit dieser Art mit Meinungen umzugehen hatte ich schon Probleme, als ich nur DJ, Journalist und Labelbetreiber war. Seitdem ich vor Jahren Teil von Hard Wax geworden bin, ist es noch wesentlich schwieriger geworden. Die Objektivität, die vorher von anderer Seite zuweilen in Frage gestellt wurde, ist jetzt nicht einmal mehr das Haupt-Kriterium. Ich sehe mich in der Funktion als Einkäufer zu einem hohen Maß an Neutralität verpflichtet, was diverse Themen für mich als Journalist von vornherein unmöglich macht. Nicht in erster Linie als Selbstschutz, sondern vor allem um den Laden zu schützen, und das, was ich dort tue. Es ist aber nicht so, dass ich nicht mehr schreiben kann was ich will, und dann lieber gar nichts mehr schreibe. Ich schreibe nur eher über Themen, mit geringerem Potential, negative Auswirkungen auf meine Tätigkeiten zu haben. Und das sind dann schon eher Liebhaber-Themen, Interviews mit Legenden, zeitspezifische bzw. historische Aspekte und schlichtweg Musik, über die ich von einer Fan-Perspektive aus schreiben kann. Es kommt aber auch noch erschwerend hinzu, dass beim gegenwärtigen Musikjournalismus Zeitaufwand und Honorarerträge nur noch in einer akzeptablen Relation stehen, wenn man wirklich viel schreibt. Und dafür fehlt mir einfach die Zeit. Demzufolge schreibe ich weniger, als ich eigentlich gerne würde. Aber es ist mir nach wie vor wichtig, und ich würde es nicht komplett aufgeben wollen.

Seit 2007 betreibst du gemeinsam mit Stefan Goldmann das Label Macro. Was wird uns da in diesem Jahr bzw. den kommenden Monaten erwarten?

Traditionell haben wir zum Ende des vorangegangen Jahres noch nicht allzu viele Pläne für das nächste Jahr. Bei Macro regiert der Freiraum, in jederlei Hinsicht. Stefan ist für einige Zeit mit sehr interessanten Projekten ausgelastet, hat aber auch neue Geräte ausfindig gemacht und mir gegenüber bereits angekündigt, sich dieses Jahr stilistisch umfassend häuten zu können. Und so wie ich ihn kenne, macht er das dann auch. Es wird wohl einen Soundclash unserer beiden Live-Institutionen KiNK und Elektro Guzzi geben, ich rechne in freudiger Erwartung mit neuem Material älter und neuerer Macro-Künstler, und wenn es zu uns passt, sind uns natürlich auch ganz neue Produzenten willkommen. Der Rest wird sich vermutlich wie gehabt aus spontanen Eingebungen ergeben, die wir dann gewohnt akribisch in die Tat umsetzen. Im Prinzip gehen wir auch schon seit 2007 davon aus, dass wir mal problemlos eine Auszeit nehmen könnten, aber irgendwie kam bis jetzt immer eine ganze Menge dazwischen.

Deine Hot Wax Shows auf BCR sind sowohl in ihrer Länge als auch stilistisch teils sehr unterschiedlich und spiegeln damit eben dich als vielseitigen Host und DJ wider. Welchen Themen und Genres willst du dich unbedingt noch in einer deiner Sendungen widmen, bist aber bisher noch nicht dazu gekommen?

Ich habe eine langjährig gewachsene, stilistisch sehr vielfältige Plattensammlung. Gerade wenn man eine regelmäßige Radiosendung macht, sollte man das auch nutzen. Die angesprochene Vielseitigkeit zeichnet mich wohl als DJ aus, aber ich will das auch nicht überstrapazieren. Der Großteil der Hot Wax-Sendungen besteht schon aus Platten, die ich aus dem Laden mitnehme. Ich lasse dann ein paar Wochen verstreichen und mache eine Art Kassensturz, und wähle dann die für mich interessantesten Releases aus, teils im Club erprobt, teils auch nur zuhause. Mir geht es bei den Sendungen oder auch anderen Podcasts nicht darum, meine Aktivitäten im Club zu simulieren, auch wenn ich Clubgigs gerne mal thematisch angehe. Wenn ich irgendwo auflege, fände ich es aber weder für mich noch für andere reizvoll, Sequenzen aus irgendwelchen meiner Sendungen zu wiederholen. Radio hat mich lange Jahre begleitet, und das Format bedeutet mir sehr viel. Was da aber musikalischen Spezial-Themen im Verlauf des Jahres geschehen wird, möchte ich noch nicht verraten, ich mag Überraschungen. Ende Januar wird es aber noch mal eine Sendung mit aktuelleren Platten geben, und dann möchte ich gerne mit einer irregulären Serie anfangen, die sich mit Edits befasst, die in den 80ern auf Remix Services erschienen sind, etwa Disconet, Hot Tracks, Razormaid und anderen obskuren Labels. Ich sammle solche Platten schon seit etlichen Jahren, und finde es sehr faszinierend, was damals mit Tape und Schere mit bekannten Clubhits angestellt wurde. Und es wird einen sehr persönlichen Podcast für Modyfier geben. Ansonsten habe ich eigentlich immer Ideen, wenn ich in den Regalen umhersuche. Und ich habe keinerlei Hemmungen, die dann auch in die Tat umzusetzen. Ich bin sehr dankbar, dass das so viele Leute hören wollen, und hoffe, dass das noch lange so bleibt.

Vielen Dank für deinen Mix! Per Facebook-PN hast du ihn ja schon als “Deutschland in deep, die klassische Variante” angekündigt und daraus wurden dann gleich über drei Stunden. Wie kamst du auf die Idee dazu, wie hast du deine Auswahl getroffen und wie und wo den Mix dann letztendlich aufgenommen?

Das sind meine persönlichen Favoriten zum Thema Deepness in Deutschland, vornehmlich House. Platten, die ich über Jahre regelmäßig gespielt habe, und auch auch immer noch spiele. Von einigen Produzenten hätte man natürlich auch mehrere Tracks nehmen können, aber es ging mir eher um einen breiten Überblick. Es hat eine Weile gedauert bis sich deutsche Produktionen von Ende der 80er an von den US-Vorbildern emanzipiert haben, aber dann ist wirklich viel Eigenständiges passiert, sei es in den Großstädten, oder in der Provinz. Dass es sich hierbei überhaupt um eine Auswahl nationaler Veröffentlichungen handelt, ist vollkommen unpatriotisch. Ich vergleiche einfach gern. Die Charakterisierung der einzelnen lokalen Szenen zu den Platten muss aber an anderer Stelle stattfinden, da gehören mehr interessante Zusammenhänge hinzu, als ich hier anreißen kann. Viele der vertretenen Künstler sind auch heute noch aktiv, aber dieser Mix soll beleuchten, wie das in früheren Jahren klang, und wie gut das gealtert ist, bis hin zu etwas aktuelleren Releases. Für mich sind das alles Klassiker, und wichtige Platten. Die Abfolge der Tracks hat sich beim nächtlichen Raussuchen ergeben, und dann ist der Mix in einem Rutsch am verregneten Tag darauf entstanden, mit zwei MKs und einem erstaunlich unverwüstlichen Ecler-SmacFirst-Mixer. Das Setup benutze ich seit 1995, für alles.

Wo kann man dich demnächst mal wieder auflegen hören?

Ich bin gerade aus dem wohlverdienten Urlaub zurück, und meine Bookerin auch. Wir müssen uns erstmal sortieren. Aber wir sind dran. Have headphones, will travel.

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Finn Johannsen – Interview for The Screen Girls

Posted: October 2nd, 2014 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , | No Comments »

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Interview for The Screen Girls


Interview: Danny Tenaglia – “I always loved what I was doing”

Posted: May 10th, 2014 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , | No Comments »

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There are not many DJs who can look back on such a long and successful career as the 54 year old New Yorker Danny Tenaglia. Towards the end of last year he confirmed his extraordinary status once again during a rare visit to Germany where he played at Berlin’s Panorama Bar and Berghain on the same weekend. His enduring popularity can certainly be attributed to his often several hours long sets which still are packed with the most relevant new records of the current day. After all these years, Tenaglia still  has his eyes on the future instead of the past. For this interview, though, he made an exception and looks back to the beginnings of his career.

Apparently you got hooked on dance music at a very young age. What led you into it? Were you coming from a musical household, or did you learn by yourself, by listening to the radio for example?

Growing up in the 1960s and 70s, we (mom, dad and four brothers) had always been around all kinds of music especially during big family gatherings, which were quite often. It was mostly my mom’s side as she was one of nine children. My dad only had one sister and his side was very reserved. All of my mom’s siblings were married and they all had children except for one aunt. This brought me 20 cousins, ten boys and ten girls, and when we all gathered together it was like an army! (laughs) We also had many second relatives and we were all born and raised in Williamsburg, Brooklyn, which is extremely popular these days since it is very close to Manhattan. Back then, Williamsburg was like a big version of Little Italy. When I visit Naples, Italy, it always reminds me so much of my childhood since Naples still looks exactly the same as it did 50 years ago. I can relate so well to the people there and on the island of Ischia as well.

I truly consider that this all started for me when I was only just a tiny fetus inside of what I call: “The Boom Womb Room!“ I guess I was always paying attention to beats, rhythms and melodies long before I knew what they even were. There was always music in my childhood. My mom’s younger sister Nancy was unable to have children of her own. However, she wound up becoming the most influential person in our entire family and had a wonderfully gifted voice. She always had music on. She bought records very often as there was coincidentally a record store right on our block. She even taught herself how to play piano and guitar by ear and this was initially how I learned to play as well.

Our family often had good reason to celebrate events like birthdays, weddings, anniversaries, family picnics, local catholic church festivals from the schools we all attended. I grew up listening to a lot of typical music that elderly Italian people would listen and dance to. Besides the obvious traditional music for dancing like the Tarantellas and the big band Benny Goodman swing music, there was plenty of the 50’s Doo Wop music as that’s what was big for them during this era. So I had no choice but too hear it all. Frank Sinatra, Barbra Streisand, The Beatles, Bossanovas and lots of soul music as well, Motown records particularly. Sometimes I think maybe my family were the ones to have invented karaoke? (laughs) There were many relatives who would love to take turns and sing their hearts out. And to end this deep question, it was most definitely my very dear aunt and godmother Nancy who taught me (and many of us) how to fully appreciate God’s gift of music, how to “feel it deep down in your soul“ and how by the changing of one simple chord that could be played with „great emotion“, it could bring upon unexplainable goose-bumps and quite often – even tears!

Were you aware that the music of those years was extraordinarily important, or was it just what was around then?

I definitely knew in my soul that it was meaningful. But I don’t think I realized how important it all was for me until I passed the age of ten and was realizing what type of music I was loving the most and only wanted to hear music I liked, as I was becoming sick and tired of the Frank Sinatra music and I was not a big fan of ballads and slow music until I eventually got heavily into soul music. I knew that I had possessed an incredibly deep passion for music since birth as relatives and friends would always make it obvious to my parents by saying things like: „One way or another this kid is going to be in the music business when he grows up“, because it basically was the only thing I displayed interest in. I had all kinds of little instruments and child record players, even reel to reel tape machines for kids. However, it did not truly hit me until I was about eleven or twelve when I was quickly finished with some music lessons because I was very young and did not like the discipline and how strict they were with me. They first took me for piano and then guitar lessons. I even attempted saxophone in seventh grade.

I had a great ear for music and which melodies worked together and which ones did not. Unfortunately, I did not posses „the gift“ of mastering an instrument, but I guess that ultimately it was a DJ mixer that became my main instrument of choice that I am stilling playing with today nearly 40 years later.

When you were still a kid, you got to know the prolific DJ Paul Casella, who played a part in turning you onto the profession. Can you tell how that shaped your decision to pursue a career in DJing?

Well, this is where I had then realized instantly at the mere age of twelve years old upon hearing an eight-track tape mixed continuously by Paul that I was somewhat mesmerized by because when I expected a song would end, then another would blend in. Sometimes harmonically on key and sometimes so perfectly that I kept asking my cousin who made this tape and how did he do this and how did he do that? Long story short, I called the telephone number on the 8-Track tape and Paul Casella happened to be nearby and came to our families grocery store and he brought us more 8-Track tapes. He wanted to meet me as he was amazed some little “little kid” was so impressed with him and the art of DJ-ing. I guess it was right around then in 1973 that I never showed much interest in anything else, including sports. I was not interested in any subjects in school, I was only interested in music, becoming a DJ, getting professional DJ equipment and getting gigs in big nightclubs and eventually this obviously led to my second career by nature which was producing music of my own, collecting synths, drum machines and various studio gear.

As you loved the music and heard about what was going down in the seminal clubs of that era, I guess you could not wait until you were old enough to go there yourself. Was it like you had imagined it to be? What kind of clubs could you already go to?

I was barely a teenager, so nightclubs were still a long way for me. But I can recall the anxiety and being extremely envious of my two older brothers, because they would go out often. But their interest was mainly to drink with their friends, meet girls and do what most guys from Brooklyn were doing in 1975. It wasn’t much different than what you can see in the movie Saturday Night Fever, including the fighting! However, when I was about 16 or 17 my older brothers would sometimes sneak me in to a few places which I will remember forever, and then they and other mature relatives and friends would basically chaperone me when I got my first job in a corner bar called The Miami Lounge in Williamsburg, Brooklyn. It was just a few blocks away from our house and the nights were starting at 9 pm, but my parents wanted me home by 1 am. The lounge is still there and it’s walking distance from the new and already famous club Output. The lounge looks exactly the same as it did in the 1970s but it’s now also a restaurant as well. I’m not sure of it’s current name, though.

You then had the privilege to witness some of the most celebrated clubs and DJs in New York like the Loft and the Paradise Garage and numerous others. Are the first impressions of those nights still vivid? Was it every bit as outstanding as it is described up to this day?

Yes, yes and yes! The Paradise Garage, The Loft, Inferno, Better Days, Starship Discovery 1, The Saint, Crisco Disco and many, many more that had come but now are sadly all gone! It’s a shame we don’t have much footage or even great photos of so many of these nostalgic parties and venues. There were so many options back then from all the way in Downtown Manhattan up to 57th Street and from East to West, seven nights a week. We had big venues, small venues, raw underground parties with no decor at all and obvious mega places like Studio 54 and Xenon. Then as the 80s came around we saw lots of changes with all kinds of theme parties at places like The Limelight, Area, Roxy and others. Read the rest of this entry »


Finn Johannsen – Radio Študent Interview

Posted: April 9th, 2014 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , | No Comments »

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Interview at Radio Študent


Finn Johannsen – Sound Of Thought 14

Posted: December 18th, 2013 | Author: | Filed under: Features, Mixes | Tags: , , , | No Comments »

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For our final podcast of 2013 – vinyl devotee, Hard Wax curator, part-time journalist, Macro co-boss, family man and a damn near impeccable selector, Finn Johannsen steps up.

Having been one of a select few at the helm of the Hard Wax institution since 2010, it comes as little surprise that they would turn to somebody such as the likes of Finn for the coveted position. Casting his net wide, Finn’s general philosophy when it comes to music echoes the sentiments – if you are no longer being stimulated by what you are hearing, then “look elsewhere, or look harder”. Though in his eyes a decidedly necessary standpoint for somebody that has been frequenting clubs since the 80s, Finn’s ability to keep his finger ahead of the pulse demonstrates a breadth of knowledge that shines through heavily both in his selections and writings.

A unique and highly refreshing figure, Finn turns in over two hours of fresh wax for us – with an extreme wealth of wisdom to back it up, take time with both facets of this episode, as there is much to take in.

So we come to you as 2013 draws to a close – as somebody that is so involved with new releases from far and wide through your position at Hard Wax, do you feel 2013 has been a good year for electronic music? Has your wide-ranging palette been mostly satisfied?

There was only one period where I was really bored with House and Techno, that was the mid 90’s. The wild creativity made way for bigger clubs and the according income boost possibilities, and innovations seemed to trickle in comparison to the years before. But then there were other styles emerging, especially in the UK, and as I dug deeper, I also found enough interesting music to keep me hooked. Which since then I had established as a rule for myself. If there is not enough happening in what you are used to, look elsewhere, or look harder. Since then I did not find any year in electronic music disappointing. I took home a lot of good new releases week in week out, year in year out. Discovering a lot of new names, new labels and lost or overlooked obscurities in the process. For me personally, there is still too much music released that tries to recreate something that has already been done, especially when you consider the fact that both the landmark originals and the according copycat records from the same period of time are easily accessible via second hand. But if I were 20 and just becoming aware of certain sounds, it would probably thrill me in the same way. And of course the overall interest in vintage blueprints brought a lot of interesting reissues as well, some of which I did not know before. But generally the amount of previously unreleased or longtime deleted material is not a particularly healthy sign for such a fast evolving culture like club music. And I could not help noticing that the producers and DJs moaning the most about retroesque phenomena were often a bit more seasoned, and also often the ones seemingly failing to deliver the same spark they felt was now lacking. If you have the feeling that things are developing for the worse, take a close look first at what you can do or actually do about it. In any case, what interests me most is what happens next.

In the Critic’s Round Table edition of RA’s Exchange in August, you state that personally, “surprises” when going out or listening to music are fewer and further between. Though you also state that this is to be the natural state of things when you have been engaged in both activities for as long as you have and those pioneering years have well and truly past.

We’re interested to know what some of these more recent surprises have been and what it takes to grab your attention when you have been steeped in this history and culture for such a significant period of time. And do these increasing lapses between ever cause you to lose some of your vigour for the scene?

I started collecting records in the mid 70’s, 6 years old, and sneaked my way into clubs in the early 80’s. And I still buy records and go out. So a certain degree of recurrences is just natural. Hype tends to move in circles. There are shoes I still like to wear that have been in and out of fashion so many times that I simply do not care anymore if they are fashionable or not, and the same applies to music or club nights. Music production is so standardized by software today that it is unlikely that someone comes up with a sound unheard of before, and using analogue gear does not guarantee an individual signature sound either. For some time now, a lot of interesting innovations in electronic music happen in the realm of recontextualization, deconstruction and interpretation of certain traditions. And if it is done with enough fresh ideas to add a new perspective, I do not mind that at all. I look out for artists who have their own sound. And I must add that in that aspect it does not matter if a producer able to do that is just surfacing or has been around for a longer time. I do not make a big difference between artists refining their own sound, or artists just establishing it. The main difficulty is trying to remain relevant, and I salute everybody trying and succeeding. Thus for example, I had the same pleasure with artists like Mark Pritchard, Soundstream, Pépé Bradock, Terrence Dixon, Kode9 or Terre Thaemlitz still doing their thing as it should be done, as with newer artists like Tapes, Call Super, DJ Richard, Gorgon Sound, Moon B, Aquarian Foundation or MGUN, who are just in the process of developing their own creative persona. There are many more fine examples for both camps, of course. For inconsiderate omissions, please consult what I charted and mixed in 2013. Read the rest of this entry »


RA Ex163 – Critics Roundtable

Posted: August 29th, 2013 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , , , , | No Comments »

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Finn Johannsen – Welcome To The Room No.23

Posted: April 5th, 2013 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: , , , , | No Comments »

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Stocking The Shelves

Posted: April 13th, 2012 | Author: | Filed under: Features | Tags: , | 1 Comment »

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To mark the start of our new podcast mini-series on record shops, Finn Johannsen of Hard Wax Records Berlin chats to Josh about his place of work, the state of the vinyl industry, and of course his excellent newly recorded Louche Podcast.

So Finn, this marks the first of a new mini series of Louche podcasts, focusing on dudes like yourself who work in record shops. Tell us, how long have you been working in Hard Wax and how did it come about?

I’m working there since the end of 2010. It was basically coincidental. I realized that all the deadlines that come with working solely as a freelancer were not that compatible with my newborn daughter and I was vaguely looking for some additional steady work. I was a regular customer at Hard Wax and dropped some hints that I would be up for it if there was some vacancy. Then Achim (Prosumer) decided to quit working at Hard Wax and I got the job within just a few weeks.

Your one of the shop’s house music specialists right? Do you take pleasure from discovering music to sell in store?

I’m probably particularly knowledgeable with House and Disco. But then I’m over 40 now and buy club music as long as I can remember, thus I’m able to offer some good advice on almost anything we are selling. And this applies to anybody working at Hard Wax. We all know a lot about music, and all of us are eager to learn much more. And we like to provide our customers with what we know and love. You need the urge to do so by any means, else maintaining the high standards of the store would not be possible. If you lose the thrill of unpacking and checking the week’s news or delving into sounds you were not accustomed with before, you better reconsider. But I doubt that will happen too soon. There is always good music to discover, every day.

Do you feel responsible for breaking any producers into the scene? Has anyone seriously blown up after Hard Wax stocked their music?

I certainly helped some producers before I started working at Hard Wax, particularly as a journalist. But I’m modest enough to not drop names. They know. As an institution, Hard Wax surely plays a role. A record stocked and recommended at Hard Wax is still a welcomed quality marker, and it takes some responsibility and care to maintain that status and also not to abuse it. There are quite a few labels and producers affiliated with the store who left their mark after the heyday of the classic Hard Wax labels, which is great. The same goes for labels and producers we discovered or supported over the years. If you follow our tracks on a regularly basis, you should be aware of who I am talking about. But any store in our position should do that the best they can, to keep things going.

You must have an absolutely massive vinyl collection at home, but whats the deal- do you get to take home whatever records you want?

I have a few thousand records but I decided to keep it at a certain level and thus my collection is now more or less like a revolving door. Whenever I buy some records, I also sell some. I have the privilege of being handed vinyl promos and of securing records that sell out quickly, but it is not that anything that might interest me automatically gets put into my shelf. When I’m not in the shop, I check out the website like any other customer, and I also miss out on releases if I do not have the time to do so. But if you are surrounded by so many new releases every week you also learn to distinguish what kind of records you really need. I only buy records on the terms of my musical preferences, and nothing else.

What do make of the vinyl game currently, or after the last few years? Do you think there has been a noticeable resurgence in people buying wax recently?

Vinyl sales are still going very strong at Hard Wax, but sadly that is not necessarily a reality for other smaller shops, who are often struggling to stay open or have to close down eventually. There will always be music collectors who prefer the convenience aspects of digital releases, and music collectors who favour a haptic vinyl release. It is a fact that there still is a DJ and collectors vinyl market that labels and producers can cater for. And I do not blame anybody for preferring a certain format, as long as they make good use of it. Hard Wax is very determined to sell vinyl as long as possible, that is for sure.

Do you produce Finn? Or ever considered getting into it?

No, I don’t. Being a father, working at Hard Wax, co-running the Macro label with Stefan Goldmann, playing out in clubs, writing. Consider me well busy. Who knows, someday a ridiculously limited stamped white label hyped and killed for by people of all nations could be my doing, but I probably won’t tell. As for now, I have nothing to tell. That is the absolute truth.

Can you tell us a little bit about the mix you recorded for us please?

It’s basically a run through records I took home from the shop and played out regularly at the moment I recorded the mix, two months ago. A mixture of artists and producers I think are well worth supporting and who have their own distinctive signature sound, and some tunes that just stood out for me. It also touches most characteristics I look for when buying records. If you would have heard me playing out at that time, this is what it probably would have sounded like. I rarely ever play the same set twice, but some of these are still in good use. Which speaks for the records included.

And lastly, what are your favourite record shops to go digging through?

Since I started working at Hard Wax, I have considerably less time for digging than before, but I try to spare some if possible. But then it is mostly shops with second hand vinyl, or flea markets. In Berlin, I like shops like Audio-In, O-Ton, Power Park, Cover Music and some more. I also love checking out shops I haven’t been to before, which luckily enough is still happening. Shops in other cities that I enjoyed the most recently were ZeroZero in Zürich, and A-Musik in Cologne. My favourite shop ever for digging is a store called Plattenkiste, in my hometown Kiel. The sheer amount of rare and good stuff I bought there since the 80’s is just incredible. The owner is not really interested in music, and every record costs 1 €, regardless of format. You have to dig deep, but you will find.

Thanks Finn!

Words by Josh T

Interview for Louche April 2012


@ DJ rooms

Posted: February 26th, 2012 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , | No Comments »

We go back in the days when DJ rooms only existed as an expanding Facebook page. Finn Johannsen, author, label owner and DJ from Berlin sent us his wonderful room, packed full with records. Of course we’ve had a little interview with him…

Tell us and our readers, when you started DJing:

“I’m playing records in public since the mid-80’s”

What else can you tell us about you:

“I’m an author for several mags (de:bug, resident advisor, sounds like me, groove and numerous other print and web publications). I’m also co-running the label Macro Recordings, and working at Hard Wax. I live in Berlin”

The size of your record collection?

“I think around 8000 records”

What equipment do you use in your room?

“2x Technics SL-1200 MK2 turntables, 1x Ecler SmacFirst mixer, 1x Yamaha RX-495RDS Receiver, 1x Harman Kardon HD7300 CD Player, 2x 1970′s Bang & Olufson speakers, 2x JBL Control 1 Pro monitor speakers, 1x Sony MDR-7506 headphones, 1x Technics Stereo Cassette Deck RS-TR373, 1x Technics Cassette Deck RS-B675″

Your record choice for the lonely island?

“Sister Sledge – Thinking Of You”

dj-rooms.com 02/2012


@ RA Exchange

Posted: February 9th, 2012 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , | No Comments »

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