Visage – The Anvil

Posted: January 26th, 2010 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Man kann es nicht schönreden, in der Musikgeschichte sind die New Romantics nicht wohlgelitten, und vor allem Visage hat das Urteil der Nachwelt hart getroffen. Nun findet man die fast zwanghafte Paradiesvogelhaftigkeit von Steve Strange lächerlich, der Camp ist ins Tragische übergekippt, die sexuelle Ambivalenz überholt, der Glitzer vertrocknet. Dabei sah das alles am Anfang sehr viel versprechend aus. Steve Strange war Ende der 70er das maßgebliche Gesicht der noch jungen Szene um den Londoner Blitz Club, wo man sich nach dem Vorbild von Kraftwerk, David Bowie und allem was im Post Punk Glam hatte eine neue Bewegung bastelte. Bowie erkannte das natürlich schnell und castete seine neuen Jünger für den Videoclip zu „Ashes To Ashes“, Japan griffen als erste auf was in der Luft lag, und gingen mit Giorgio Moroder ins Studio. Doch das erste hörbare Ankunftssignal der New Romantics waren Visage, die 1980 mit ihrem ersten Album und vor allem „Fade To Grey“ den Kult zu Pop machten. Midge Ure (sonst Rich Kids/Ultravox), Rusty Egan (sonst Rich Kids/Blitz-Club-DJ), Billy Currie (sonst Ultravox), Dave Formula und John McGeoch (sonst Magazine) sowie Barry Adamson und eben Steve Strange waren die Supergruppe und schafften es, alle Einflüsse und Themen zwischen artifiziellem Pathos, Pierrot-Pomp und kalter Endzeitromantik mit Image und Musik auf den Punkt zu bringen. Und plötzlich konnte alles in den Charts gar nicht mehr überschminkt genug sein. Visage selbst waren nicht so erfolgreich, wie es alle Beteiligten für selbstverständlich gehalten hatten, und eine Vielzahl von anderen Elektronikbands war entweder im Startblock oder schon vorbei gerannt. Also wurde 1982 bei „The Anvil“ nochmal alles mobilisiert was ging. Design Peter Saville, Inszenierung Helmut Newton, Steve Strange gab als visueller Hingucker alles, und die Band stellte wesentlich stringenter als auf dem Vorgängeralbum eine wirklich sehr moderne bis kühne Vision von dekadenter Discomusik auf die Beine. Aber es hat nichts genützt. Midge Ure, seine Gitarrenparts ließen teilweise schon erahnen zu welchen musikalischen Schandtaten er bereit sein würde, wurden Stranges divaeske Eskapaden in der Tat zu strange (dessen Drogensucht hat auch nicht geholfen), die anderen Mitglieder fremdelten in anderen, weniger imagelastigen Projekten, und das Gesamtkonzept erwies sich in der Euphorie eines der besten Popjahrgänge überhaupt als zu wenig euphorisch. Man wollte den schattigen Zwielichtschick der ersten Jahre nach Punk nicht mehr, verabschiedete sich vom Gebot kühler Oberflächlichkeit und Clubs voller starrer Posen, und ehemals vernachlässigte Figuren der Szene wie Boy George rächten sich mit hohen Chartsnotierungen für Musik, in der auf einmal einer blauäugigen Neueinschätzung von Soul Platz eingeräumt wurde, was noch kurz zuvor völlig undenkbar und höchst verachtenswert gewesen war. Strange drehte noch eine Ehrenrunde in der Hi-NRG-Szene der schwulen Metropolenclubs und ging dann über Jahre an der Nadel verschütt. Die musikalische Hinterlassenschaft von Visage sollte man trotzdem keineswegs unterschätzen. Die 1979er B-Seite „Frequency 7“ ist ein vor allem in Detroit gewichtiger Techno-Prototyp, der Nachzügler „Pleasure Boys“ wurde zu einem Electro-Klassiker, und der sequentielle Funk der Single „The Anvil“, vor allem im Mix vom legendären John Luongo, ist immer noch eine zwingende Pracht (man beachte auch die sehr abstruse deutsche Version „Der Amboss“), und das gesamte Album gehört sowieso überall da eingesetzt, wo man der Beliebigkeit des zeitgenössischen Discogrinsens mal einen ordentlich dominanten Hieb mit der Neunschwänzigen versetzen muss.

Visage – The Anvil (Polydor, 1982)

de:bug 01/10


Rewind: Justus Köhncke über “Play Loud”

Posted: January 25th, 2010 | Author: | Filed under: Artikel | Tags: , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Justus Köhncke über “Play Loud” von den B-52’s (1979).

Kannst Du Dich noch daran erinnern wie und wann Du auf die B-52’s gestoßen bist? War die Band eine prägende Jugendliebe von Dir?

Absolut. Anfang 1980, als ich 13 war, kam meine 2 Jahre ältere Patchworkfamilienschwester Corinna von einem zweijährigen Intermezzo bei ihrem leiblichen Vater in Berlin zurück in unseren mittelhessischen Provinzschoß der Patchworkfamilie (die derzeit ja noch lange nicht so hieß) – nicht ohne die heiße Ware ihrer Mauerstadt-Teenieclique: Ian Dury, The Specials, The Police (tja, auch) und: The B-52’s „Play Loud“. Ich war gerade dem Hitparadeausdemradioaufcassettemitschneiden hin zum Cooleleutehörenjaalbenvontollenkünstlern entwachsen, da kamen mir diese Empfehlungen gerade recht. Tatsächlich kann ich noch heute viel für die erste Specials, „New Boots And Panties“ von Ian Dury & The Blockheads und unser Thema, „Play Loud“, tun. Corinna liebe ich nach wie vor heiß und innig, sie ist Wissenschaftlerin des psychologischen Fachs in Heidelberg, und findet poptechnisch nurmehr Abba, die Carpenters und Anett Louisian gut, von der sie meint, ich müsste die doch auch toll finden, wegen der einfühlsamen deutschen Texte, woran ich mich ja auch versucht hätte. Aber das nur am Rande.

Warum hast Du Dir ihr Debüt „Play Loud“ ausgesucht? Was macht das Album so wichtig für dich?

Wichtig ist natürlich, siehe oben, die (pop-)frühkindliche Prägung mit 13, aber andererseits nenne ich hier ja nun auch nicht „Regatta De Blanc“ (von Police, aus derselben Tranche). Denn „Play Loud“ ist für mich über die Jahre einfach nur gewachsen als besonderes Gewächs, das sie ist, diese Platte – später mehr dazu. Read the rest of this entry »


Humanoid – Stakker Humanoid

Posted: January 19th, 2010 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

1988 brauchten die Videokünstler Mark McLean und Colin Scott musikalische Untermalung für eine dieser visuellen Blendgranaten, die im Nachhinein so ulkig gealtert sind (siehe auch X-Mix), und Brian Dougans dachte sich dafür „Stakker Humanoid“ aus. Das Ganze erschien dann im selben Jahr auf Morgan Khans notorischem Label Westside, und hinterließ sogleich übelste Verwüstungen im ersten britischen Summer of Love. Und das lässt sich auch über zwanzig Jahre später noch gut nachvollziehen. Der Track unterschied sich erheblich sowohl von den funkigen Acid-Prototypen aus Chicago als auch von den eher poppigen Sample-Überdosis-Varianten, die man von der Insel aus entgegensetzte. Über einen ungelenken Electrobeat rumort es gefühlte Ewigkeiten unten- und oben herum, und dann kommt diese herrische Stimme aus dem archaischen Computerspiel „Berzerk“ (überhaupt die herrischen Stimmen von Acid House!), und über die bis dahin brutalste 303-Bassline bricht ein Inferno bis dato ungehörten Ausmaßes los. Man kann es noch so oft gehört haben, diese Stelle kommt einfach immer unerwartet. „Stakker Humanoid“ blieb jahrelang ein viel gespielter Querschläger im 4/4-Bereich, doch gerade in den Händen der Breaks-Szene nach der klassischen Drum and Bass-Hausse erwies sich das visionäre Potential des Tracks, und auf Jahre hin wurde sich mit unzähligen Remixen und Mashups daran abgearbeitet. Dougans, der Humanoid nach Zwist mit den ursprünglichen Auftraggebern 1989 nach ein paar weiteren Tracks aufgelöst hatte, war da schon längst woanders. Mit Garry Cobain gründete er die legendären Future Sound Of London und andere Projekte, und setzte mit „Papua New Guinea“ und zahlreichen anderen Tracks, etwa auf Jumpin’ & Pumpin’, der noch taufrischen Breakbeat- und Raveszene der frühen 90er seinen Stempel auf. Seitdem hat er mit Cobain als FSOL und Amorphous Androgynous wesentliche Entwicklungen des Internets und anhängiger Multimediafortschritte früh aufgegriffen und dann großzügig liegenlassen, allerlei spinnerte Interviews und Statements abgegeben, und fortlaufend ungemein unterhaltsame eklektische Radioshows aufgenommen, welche die meisten Bemühungen der jüngeren Post-Disco-Psychedeliker in obskurem Inhalt und epischem Umfang noch gut in Schach halten können. Irgendwie auch beruhigend, dass man nach Jahren umfassender, zukunftgerichteter Soundforschung in diesem Feld irgendwann doch wieder bei Hawkwind landet.

Humanoid – Stakker Humanoid (Westside, 1988)

de:bug 01/10


Rewind: Stefan Goldmann über “Devotion”

Posted: January 18th, 2010 | Author: | Filed under: Artikel | Tags: , , , , | No Comments »

Im Gespräch mit Stefan Goldmann über “Devotion” von John McLaughlin (1972).

Was ist Deine persönliche Verbindung zu John McLaughlin? Wie und wann bist Du auf ihn gestoßen?

Als ich 14-15 war und meine Ferien wie immer in Sofia verbrachte, war plötzlich Jazz das ganz große Thema bei meinen Freunden dort. Die anderen waren 2-4 Jahre älter als ich und ich ließ mich gerne beeinflussen. Als ich z. B. 9 war, kam ich so zu Iron Maiden, dann zu Led Zeppelin und Pink Floyd, und schließlich kam ich eines Sommers wieder und die waren alle ganz versessen auf das, was sie für Jazz hielten. Also Hauptsache virtuos – da wurde dann John Coltrane genau so gehört wie Al Di Meola oder die Chick Corea Elektric Band. Der Name McLaughlin fiel da auch schnell. Zurück in Berlin ging ich also zum Virgin Megastore und schaute mir die Kassetten an. Das war das Format, das mich interessierte, weil ich keinen eigenen Plattenspieler hatte, dafür aber einen Ghettoblaster und einen Walkman. Im Laden hatten sie die “Devotion” sowie die “Love Devotion Surrender” mit Carlos Santana. Sonst nichts. Als angehender Jazz-Snob hab ich natürlich die „Devotion“ mitgenommen und mich nicht mit irgendwelchen Rockern aufgehalten. Interessanterweise war dieses Tape die Lizenzausgabe von Celluloid, was später eines der wichtigsten Labels für mich werden sollte. Es hatte dieses super Coverdesign von Thi-Linh Le, der die ganzen legendären Celluloid-Cover in den 80ern gemacht hat. Ich kam hier also gleich mit zwei sehr wesentlichen Dingen in Berührung.  Als ich damals auf einer Skifahrt in Tschechien war, konnte ich damit ganz gut die Mädchen beeindrucken, weil das selbst für die offenkundig so viel besser war als der Spaß-Punk, den die anderen Jungs dabei hatten.

McLaughlin war ja an sehr vielen bedeutenden Alben beteiligt. Warum hast Du Dir “Devotion” ausgesucht?

Gut, allein die ganzen Miles Davis Platten, auf denen er mitspielt sind eh der Wahnsinn. „Bitches Brew“ ist für mich sicherlich das bedeutendste Album überhaupt. Nur ist “Devotion” für mich einerseits der Einstieg gewesen, anderseits ist es in mehreren anderen Aspekten wirklich bemerkenswert: Es ist ein Album, das jemand in ein bestehendes Genre hineingesetzt hat – und dieses völlig übertroffen hat. Das ist ein wichtiger Beleg, das so etwas möglich ist. Es gibt immer diesen riesigen Vorteil, der Erste zu sein, der etwas Bestimmtes macht. Also ich denke da an Jeff Mills oder Plastikman, die einfach als erste wahrnehmbar ein kompositorisches Niveau erreicht haben in einer Musik, die vorher eher nur raue Energie war. Solche Leute haben auf Jahrzehnte einen Vorteil gegenüber jedem, der erst später dazukommt. Es ist ein zentrales künstlerisches Problem, wenn man innerhalb irgendeiner bestehenden Kunstform arbeiten will: was kann ich eigentlich noch beitragen? Die Möglichkeiten sind halt entweder den Rahmen zu dehnen oder es einfach deutlich besser zu machen als alle Anderen. Und Letzteres hat McLaughlin mit “Devotion” einfach gemacht. Da kommt einer aus England nach New York und nimmt den kompletten Laden auseinander. Die “Devotion” ist der klanggewordene feuchte Traum jedes Hendrix-Fans, nur das Hendrix das nie hingekriegt hat. Auch nicht mit “Band Of Gypsies”. Da kulminiert Etwas, was die ganze Zeit als Erwartung in der Luft lag, nur von Niemandem vorher eingelöst werden konnte. Dieses Energieniveau war einfach damals unbekannt. Und sehr viele spätere Sachen fußen darauf – sowie auf Lifetime, der Tony Williams Band mit McLaughlin und Larry Young. Read the rest of this entry »


3 Things

Posted: January 18th, 2010 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , , | No Comments »

The Oliverwho Factory “Past, Present & Future” Madd Chaise Inc

Ever since I came across their releases a while ago, I’m a fan of this elusive couple from Detroit. Were their previous tracks often weird and wild, heaping ideas on top of each other that could supply other current house (and techno) producers with a year’s worth of material, this EP is rather smooth, even if some of their earlier tracks already showed their skills in that area. Subjective as it may be, on these tracks they manage to utilize elements that usually put me off house records right away: nujazzy offbeat rhythms, afro percussion, synth noodlings, this harmony singing that Blaze once brought into the scene (but it certainly wasn’t their fault, bless). In short, I have a whole range of unpleasant associations I normally connect to this certain kind of “spiritual” house that was predominantly championed in the New York scene of former years. That kind of house that wants to lift you up with its soulfulness, when it actually drags you down with weak songs, stereotypical arrangements and deepness by numbers. It speaks a lot for Oliverwho Factory that they take exactly these ingredients and make them shine in a different light, whilst maintaining their own way of establishing their signature rough moods and original details. Judging from the variety between house, techno and beyond they have covered so far, they are definitely on the surprising side of club music, and I trust them to stay there.

Anthony Shakir “Frictionalisms 1994 – 2009” Rush Hour

Where other Detroit originators struggled to keep up their standards for whatever reason as time passed by, Anthony Shakir never failed to deliver releases full of stunning ideas and sounds, rhythmic complexities and style-bending adventurousness. Nevertheless a lot of his output seemed to fly underneath the radar and so a bigger spotlight was long overdue. And like with Daniel Wang before, Rush Hour did a spectacular job in switching it on. There are many more gems to explore in Shakir’s back catalogue, but I can’t imagine a better place to start from than this retrospective (even if admittedly there is no other available anyway). I bet a lot of people will discover blueprints for other success stories in house and techno while hearing this, and it sure does no harm to point in the direction they’re coming from, and lick the funky emotions in the process.

nsi. “eitherway” non standard productions

Tobias Freund and Max Loderbauer surely have enough talent and vision to get away with borrowing from Haruomi Hosono for their brand name. With this EP they pick up where “Squelch” left, again eliciting an interesting plethora of sounds and rhythms from their presumably vast supply of machines, and arranging them like only those can do who invest a lot of thought and experience in what they do. Preset-free experimentalism with production values that shame most laptops into implosion, and truly in a league of its own. I really wouldn’t mind more current electronic music daring to take chances the way this music does, but I also absolutely don’t mind listening further into their space while waiting for that to happen. Non standard productions indeed.

Whatpeopleplay 01/10


Fun Boy Three – FB3

Posted: January 12th, 2010 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Auch wenn ich sie altersbedingt erst mit etwas Verspätung entdeckt hatte, der Split der Specials, nach nur zwei grandiosen Alben, war ein echtes Schockerlebnis. Man hatte gerade erst ihre Wichtigkeit begriffen, das Echo von „Ghost Town“ hallte im Kopf noch lange nach, aber da war es schon vorbei. Was die Mitglieder Terry Hall, Lynval Golding und Neville Staple kurz darauf als Fun Boy Three losließen, muss allerdings für weite Teile der Pork Pie behüteten 2-Tone-Fangemeinde noch ein viel größeres Schockerlebnis gewesen sein. Zwar deutete es sich bei „More Specials“ schon an, aber nun war sie ganz weg, die Punk/Ska-Kombi, die Rude Boy-Outfits, die bittere Straßenkultur, und vor allem die musikalische Ideenwelt von Jerry Dammers. Stattdessen: Dschungeltrommeln, knappe Slogans und billigste Elektronikinstrumentierung. Wo vorher die Specials noch vielfältige und abseitige Einflüsse zu einem scharfen Profil bündelten, waren Fun Boy Three erstmal eine simplifizierend klingende Trotzreaktion. Eine zutiefst gegenteilige Neuerfindung, die in ihrer Konsequenz unmissverständlich darauf hindeutete, dass bei den Specials bezüglich künstlerischer Differenzen doch einiges im Argen gelegen hatte. Dennoch, die kongeniale Gesangsachse zwischen Terrys schneidendem Call und Nevilles brummiger Response war noch bestens intakt, und die grundsätzliche Angepisstheit der Texte war auch keinen Deut abgemildert, sie war nur nicht mehr hinterhältige Detailbeobachtung, sondern hinterhältige Beobachtung eines frustrierenden Gesamtbildes. Dazu im Hintergrund ein einziges Gerumpel und Gerappel auf der einen, bunt-verquerer Einfachstpop auf der anderen Seite. Und natürlich introducing: Bananarama! Ich hatte damals nicht unbedingt Eindruck, dass dieses Album ein großer nachhaltiger Wurf sei, es gab einfach keinen Vergleich, und eigentlich folgte erst mit dem zweiten Album „Waiting“ die Erkenntnis, dass hier etwas Ungehörtes und Unverwechselbares passiert war. Selbstverständlich ist „Waiting“ eines der tollsten Alben überhaupt, aber eben musikalisch konventioneller, und diese Tatsache bewirkte bei mir, dass ich ihr erstes Album immer besser und wichtiger fand, wohingegen ihr zweites Album eines der tollsten Alben überhaupt blieb (siehe auch The Colourfield). Und das ist ein wichtiger Unterschied.

Fun Boy Three – FB3 (Chrysalis, 1982)

de:bug 01/10


Rewind: Martyn on “Fear Of Music”

Posted: January 11th, 2010 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , , , | No Comments »

In discussion with Martyn on “Fear Of Music” by The Talking Heads (1979).

What got you into the Talking Heads? Can you remember the time and circumstances you first became aware of the band?

My father was an avid vinyl collector, he was a football player and played in the UEFA cup tournaments at the end of the 70’s and early 80’s. Wherever he played he managed to find a record store and buy new music. I’m not sure where he picked up “Fear Of Music” but I’m quite sure he bought the record when it was released (in 1979). In 1984, when I was 10 years old, my dad bought “Stop Making Sense” and I remember both that album as well as “Fear Of Music” being played at the house many many times. “Stop Making Sense”, a live album, came with a booklet with pictures from the live show, so I browsed through it whenever the album was played. I loved the “Fear of Music” sleeve as well, as it has an embossed pattern, it was the only record I had seen at that time which had that.

Why did you opt for “Fear Of Music” over other of their albums? What makes it so special for you?

Musically, I remember liking “Stop Making Sense” better at that time, it features a lot of the big Talking Heads tracks like “Psycho Killer”, “Burning Down The House” and “Once In A Lifetime”, and although I knew “Fear of Music” practically by head, I revisited it many years later and came to appreciate it more. My dad didn’t own the other Talking Heads albums, but he did have Tom Tom Club’s first album.
I started buying vinyl around 1982, with my first allowance money. It started with pop music obviously, and my own collection started to grow and grow. Later, when I got into late 80’s / early 90’s hip hop, I started digging in my dad’s soul and funk records (as hip hop used many of those to sample from). I left all the new wave and 70s/80s pop for what it was at that time, but about 5 years ago I went back in big time, to Roxy Music, David Bowie, ABC, Human League, Ultravox, and some of the New York bands like Talking Heads. I was moving houses a lot and dragged my vinyl collection everywhere, for some reason I felt that some of my dad’s records needed to be in the collection just to carry a part of my “home” with me. Even now that I’ve moved to the US, I had some of my favourite records shipped over and some of those have indeed been “in the family” for 30+ years, including “Fear Of Music”. Read the rest of this entry »


Playing Favourites: Adam X

Posted: January 8th, 2010 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , , | No Comments »

> Strafe – Set It Off

Ok, let’s start it off with “Set It Off”.

Right, we’re going to set it off with “Set It Off”. Basically with “Set It Off”, growing up in New York in the 70’s and 80’s, I grew up with my parents and my brother – my brother being a DJ since 1980, and there were a lot of musical roots in my household. I was always around music. Mostly disco and electro, stuff like that. Growing up with my parents in the 70’s, they were really big on disco and I was hearing everything from “Ten Percent” by Double Exposure to so many underground disco records, like from 76, Jimmy and the Vagabonds, or Crown Heights Affair. Old school disco. I always had roots in the family. My father also had a pretty big rock collection from the late 60’s – Sabbath, Zeppelin, psychedelic rock. That was played probably when I was really younger, but 74/75 my parents were already getting into disco at that time. The roots of the music were always there with me and I would buy records on the occasion. I remember buying Fatback Band’s “King Tim III” which was pretty much the first rap record, Michael Jackson – “Don’t Stop ‘Til You Get Enough”, “Let’s All Chant”, stuff like that. I was like 7 or 8 years old buying this stuff but I was never really into DJing at this time. My brother was the DJ. He was the one buying the records and DJing. He knew what was going on musically. I would say when I really first started to pay attention to music a lot, but I still was not a DJing, was around 83/84, and I was around 12 years old at the time and I was getting into graffiti which I was actually documenting on subway trains by photographs. I was travelling from Brooklyn to the Bronx. I was going everywhere with a camera – all four boroughs that had a subway system. The records at that time were a lot of electro stuff that was being played. A lot of freestyle like C-Bank’s “One More Shot” or “Al-Naafiysh” by Hashim. I still didn’t really know who the artists were and stuff like that, but I knew the records and heard them all the time on the radio. Around 84 I went to a break dancing club at a roller skating rink to watch a bunch of people battling, and I heard “Set It Off” for the first time. I don’t know what it was with that record but it fit all the movies I liked at that time: New York movies like The Warriors, Death Wish. It was just this dark record that was kind of like the soundtrack of New York City at the time, when New York City was just like in urban decay. On my way somewhere with my parents you would see all these abandoned building like in Berlin in 1945 in certain areas. Then taking the train to the South Bronx and seeing that…I have such a vivid memory of being on the Pelham subway line going to see one of the most famous Graffiti writers in New York called Seen, who was in the documentary Style Wars, and I befriended him when I was probably like 13. He used to airbrush t-shirts in a flea market. I don’t know why music always has a place in a moment that you can remember a certain situation. I can remember being in that flea market and then playing that track. It was just like the track of tracks. It was the soundtrack of graffiti, of New York, the rawness. When I got into techno in about 1990 and I went to trace back all the records that I’d been collecting and I would go back and listen to that record it just sounded so current. Not current to what techno was, but on the production level. When you listen to other electro records or freestyle records from that time, nothing has that 808 feel like “Set It Off” does. That production is just sick. The bassline. There’s really no other record from that time period, apart from maybe “Hip Hop Be Bop” or “Boogie Down Bronx”, that should have been the soundtrack to The Warriors. It’s just an amazing track. The irony of whole record being my favourite record is that it was produced on a label located in Ocean Avenue in Brooklyn, so that record was made probably two miles from where I lived. I guess Walter Gibbons produced Strafe, but it was made in Brooklyn. It’s a 100% Brooklyn. That record… the build up, the vocals, just everything about it…I could listen to it over and over again on repeat mode.

Would you say they produced a prototype with this? It’s a lot darker than most of the electro productions around that time.

I think it’s definitely the prototype for a lot of the future electro stuff that was coming out through the techno scene in the 90’s. Anybody making electro music at that time had to know that record. You have “Planet Rock” and you have “Clear” by Cybotron but that record just stands out for me. It’s such a better record. I love the other records but when I hear “Set It Off” the goose bumps come up. It sounds like something from a John Carpenter movie. It could be from “Assault On Precinct 13”, even if you can’t mess with that soundtrack. It is in the same mode as that. It gives the same feeling, and the same vibe and mood. Those eerie chord strings in the back and the bassline. You can’t mess with it.

> Ryuichi Sakamoto – Riot In Lagos

The next one is “Riot in Lagos” by Ryuichi Sakamoto.

This is an interesting track that Bones had turned me onto in probably sometime in the early to mid 90’s. He was refreshing my memory on records that were on when we used to go to roller skating rinks, and one of the other records was Kasso’s “Key West”. I remember he was playing all these records and I was like flabbergasted by the sounds and the music and how futuristic it was for 80’/81′. The thing was when I got into techno and I realised what electronic music was, and I’m hearing Bones and Lenny Dee – this is the 808, this is the 909 – trying to get my head around all these machines, and Bones was playing me records later on saying “these are the first 808 records, or 909 drum rhythm records”, and I never looked at the music I was listening to in the early 80’s, like Kraftwerk, as electronic music or acoustic music – I never made that difference in my head. I never sat there and thought “Oh, I like music with synthesisers”. When I heard this Sakamoto record, I kind of recalled hearing it but it didn’t really ring a bell in a big way for me. But it did ring my bell. [laughs] I was like “Whoa! What the fuck is this?” because I guess it’s got that Eastern, Asian kind of melody sound to it. That is a one of a kind record. There is nothing that sounds like that. I have never, ever heard another record ever sound like that. It cannot be copied.

It even sounded different to the sound Sakamoto was doing with Yellow Magic Orchestra.

Yeah. There is another Sakamoto record that I got a little later on, once I realised who he was, that is quite rare. Not many people know it, it’s called “Lexington Queen”. It’s amazing. It was released as a 12” and also a 45 as well. I probably should have been digging a little deeper on Sakamoto stuff, when I was doing my East kind of record shopping ten years ago, when I was looking for all this 80’s stuff. But I heard a few things by him that didn’t hit me the way those two records hit me. But “Riot In Lagos” is just a special record, what a special piece of electronic music. It’s up there with Kraftwerk.

It is pioneering electronic music, but from a very different angle.

Again, it’s got that Japanese sound to it. Whatever Japanese electronic music was in the 80’s, I don’t really know much about it, but this is a brilliant track. Read the rest of this entry »


Rewind: Todd Burns on “Celebration Of The Lizard”

Posted: January 4th, 2010 | Author: | Filed under: Features | Tags: , , , , | No Comments »

In discussion with Todd Burns on “Celebration Of The Lizard” by The Doors (1968).

This song has quite a special status in the Doors back catalogue, could you elaborate on why you choose this over other of their songs?

“Celebration Of The Lizard” does have a special status in the Doors back catalogue, largely because it was never released. The group ended their first two albums with very long, epic songs—“The End” and “When The Music’s Over”—and, as I understand it, this was supposed to be the song that concluded their third full-length. Unfortunately, for one reason or another, the group couldn’t get a take that they were happy with and had to substitute a few other tunes instead to fill out the record. As someone who is rather fascinated by the history of music, I’ve always been fascinated by failures and coulda-beens. “Death Of A Ladies Man” is my favorite Cohen album, I collected bootlegs of The Beach Boys’ “Smile” sessions but never listened to the one that Brian Wilson eventually released a few years ago. This song from The Doors is in that same vein.

There is plenty to choose from as far as rock history’s classic groups are concerned. What makes The Doors appealing to you?

I have a dark poetic past. And Jim Morrison’s poetry always appealed to a teenager that was prone to such flights of fancy. People often laugh at Morrison’s writing today, but I’d argue that he’s a much more interesting figure than what we have nowadays in popular rock music. Then again, I have my doubts that a group like The Doors would be on a label much bigger than something like Sub Pop in 2009. Also appealing to me was the music. It’s hard to overstate how strange and wonderful some of The Doors music sounded when placed alongside their contemporaries. Organ player, flamenco guitarist and jazz drummer and American Poet over top of all of it? And they even wrote some pop songs along the way? Yes, please. Read the rest of this entry »


Finn Johannsen – Promomix 001

Posted: January 2nd, 2010 | Author: | Filed under: Mixes | Tags: , , | No Comments »

Mix recorded for promomixes.com

001 /// FRONT – Hamburg, Germany – 1990 /// [club] [dj] [tracklist] [download]