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Posted: June 21st, 2008 | Author: | Filed under: Gigs | Tags: , , , | No Comments »


V.A. – Space Oddities (Permanent Vacation)

Posted: June 5th, 2008 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Die tanzbare Seite von Library Music wurde ja schon mal ab den mittleren 90ern im Zuge des damaligen Easy Listening-Hypes aufgedeckt, etwa von dem KPM-Sampler auf Strut und diversen halbseidenen Compilations aus Italien. Jetzt hat die anhaltende Begeisterung für das Kosmische wieder die Tore geöffnet, Raymond Scott ist wieder wer, und in den Archiven der Fließband-Studiotüftler der 60er bis 80er sollte auch noch zur Genüge Material abzugreifen sein, um bis zur nächsten Obskuritäten-Baisse Spezialwissen zu streuen. Nur machen den Job hier jetzt nicht mehr etwa The Karminsky Experience oder andere Zeitgenossen, sondern die Franzosen Alexis Le-Tan und Jess aus dem Tigersushi-Umfeld. Was sie zusammengetragen haben, klingt ähnlich wie zur ersten Renaissance: die funky Seite von Muzak, Auftragsdisco, sowohl einsetzbar um deine eingeweihten Freunde mit dem nächsten Checker-Mixtape zu überrumpeln, als auch als Hintergrundmusik für retro-futuristische Designideen. Das Genre bringt eine gewisse Formatfreude und Homogenität schon mit sich, aber diese Zusammenstellung ist trotzdem durchgehend treffsicher ausgeführt. Erfreulicherweise gibt es auch ein paar ziemlich gestörte Moog-Experimente, Flash Rock-Versuche und auch ein paar echte verhinderte Floorfiller zu hören. Vermutlich rutschen deren Komponisten schon bald wieder in den Schatten zurück, da heißt es zugreifen.

De:Bug 06/08


V.A. – Elaste Vol. 2 (Compost)

Posted: June 5th, 2008 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , , | No Comments »

Compost bringt die Münchener Disco-Tradition mit dieser Mix-CD von Panoptikums Tom Wiegand zurück aufs Parkett. Zudem war man war ja schließlich der Nischenforschung vom Gardasee schon örtlich am nächsten dran. Der Untertitel „Space Disco“ ist dennoch etwas großzügig angelegt, denn die Titel von Selection und Jagg sind verdiente Italo-Boogie-Schwerter, und Two Man Sound bzw. Tony Allen künden wohl eher von der Begeisterung für Afro- und Latin-Perkussion der italienischen DJ-Vorreiter als von den unendlichen Weiten des Weltraums und den Bestrebungen, diese auf den Tanzboden zu transformieren. Dort landet man aber ohne Umwege bei den Ausflügen von Fachblatt-Schlagzeug-Legende Curt Cress, Ströer und Lee Harmony, Panoptikum selbst sowie dem britischen Library-Präsi Alan Hawkshaw und dem Moog-Reggae von Ken Elliott und seinen Vulkaniern. Das Grande Finale gebührt dem Remix von „Ain’t Nobody“, den Frankie Knuckles vermutlich tatsächlich herbeihalluziniert hat. Als Mix folgt diese wirklich schöne Auswahl einer einnehmenden und flott vorgetragenen Dramaturgie, die jeder, der sich von der gelegentlichen Nöligkeit von Vollbart-Disco-Verfechtern belästigt fühlt, als geradezu vorbildlich empfinden dürfte.

De:Bug 06/08


Sepalot – Red Handed (Compost)

Posted: June 5th, 2008 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Blitzeblanken, elektroiden Hip Hop im Mittelgeschwindigkeitsbereich mit ein paar dampfenden Soul-Einlagen hat uns Sepalot von Blumentopf auf seinem ersten Album gefertigt. Frank ‚N’ Dank, MC Blu und Saigon sind aufgesprungen, Miss Platnum, Ladi6 von Fat Freddy’s Drop und Olivier Daysoul singen dazu. Anvisiert ist also die glaubwürdige Seite der Party, mit Anbindung an internationales Geschehen zwischen JDilla, P-Funk-Erinnerungen und einer kleinen Prise Mark Ronson. Die Zeiten, in denen man bei deutschen Produktionen in diesem Sektor die sich messen könnende Umsetzung hervorheben musste, sind eh gegessen, das setzen wir jetzt voraus. Professionalität verträgt sich jedoch auch oft unzureichend mit Individualismus, und zuweilen drängt das Slickness-Gebot die Songs etwas in die Beliebigkeit und bestens erkundete Gebiete, darin den Standards aus Übersee auch total auf Augenhöhe. Aber gut, wenn man sich nie auf Ganovengedöns festgelegt hat, dann ist man jetzt für alles offen. Ähnlich effizient hätte Sepalot vermutlich auch Krautrock-Breaks choppen können, oder eben Westcoast-Soft Rock, um überregional zu bleiben.

De:Bug 06/08


Sebastian Lutz – La Danza (Big City Beats)

Posted: June 5th, 2008 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Funktional-minimaler Chord-House aus Frankfurt. Im Original ist es perkussiv und von einer kaskadigen Ohrwurmmelodie getragen, die an Kevin Saunderson erinnert, jedoch minus den Funk, den Schmutz und die Gefühle. Der Remix von Broombeck verzichtet auf diese Signalwirkung und hüpft etwas ziellos voran bis ein sich beschleunigender Echokammer-Break kurz Verwirrung stiften soll. Danach hüpft er etwas zappeliger weiter, aber nicht wesentlich. Die Version von Dadableep hat auch so einen blinkernden Pingpong-Groove, aber erheblich mehr Spielzeit. Gefüllt wird diese vor allem durch spiralige Bleeps, später noch eine Lasur dräuender John Carpenter-Flächen. Sensou nimmt die Akkorde des Originals wieder auf, und den Groove der anderen Versionen dazu. Wenn das alles von der gleichen Person fabriziert wurde, ich wäre nicht verwundert.

De:Bug 06/08


Ian Pooley – In Other Words (Ministry Of Sound)

Posted: June 4th, 2008 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Ian Pooley passt selbstverständlich in den gegenwärtigen Wust aus techigem Deep House und Disco-Zerlegung, er ist diese Themen ja schließlich auch schon vor Jahren angegangen. Das klingt vielleicht gefälliger als bei anderen aktuellen Produzenten, dafür weiß er aber, wie man ein Album strukturiert und diese Mischung aus Effizienz und Enthusiasmus vor allem seiner Veröffentlichungen aus den mittleren 90ern ist immer noch intakt. Wo andere osteuropäische Atonaljazzer und Gleichgesinnte verarbeiten, beharrt er auf seine Brasil-Anleihen. Wo andere Disco bis in die letzte Library-Ecke drängen, sucht er sich David Joseph aus. Wo andere den Kumpel, der auch singt, ins Studio holen, swappt er Gegenleistungen mit Robert Owens. Wo andere die Marktführer werkgetreu nachbauen, passt er sich Entwicklungen allenfalls an. Das ist eben der Unterschied. Ich finde das völlig in Ordnung.

De:Bug 06/08