V.A. – Sunday Afternoon At Dingwalls (Ether Records)

Posted: October 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , , | No Comments »

Gilles Peterson und Patrick Forge lehnen sich mit dieser Sammlung zurück und gedenken des Londoner Alldayers, mit dem der ganze Acid-Jazz-Komplex seinen Lauf nahm. Dingwalls war damals das Auffangbecken für die monotoniegeplagten Hipster, die je nach Blickwinkel unter- oder überfordert nach der musikalischeren Alternative zur Acid – Revolution fahndeten. Zu Rolli und Goatee abgebogene Ex- Mods und Soulboys, Straight-No-Chaser-Abonennten, Anspruchsposer und und Tanzflächenakrobaten schmissen sich in den leichten Jazz der tanzbaren Variante und manifestierten eine robuste Geschmacksbastion, deren Diktat noch immer fingerhebend in den meisten Veröffentlichungen nachhallt, die sich an Jazz mit schwachen Nerven und faltenfreiem Funk abarbeiten. Im Überblick ist das zwischen den warmgeduschten Düdel-ClubSoul-Funk-Brasil-Jazz-Komponenten von Ayers bis Ponty aber auch immer noch so adrett und versnobt, dass man gar nicht weiß, ob man sich für diesen komplett unruppigen Rückblick wirklich bedanken muss. Cecil Taylors Rübe in die Tasten knallen zu sehen, ist auf alle Fälle eine reizvolle Alternative und Musik aus der Steckdose geht irgendwie auch, wie immerhin später auch eingesehen wurde.

De:Bug 10/06


V.A. – The Kings Of Techno (BBE)

Posted: October 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | No Comments »

Gekrönte Häupter sind sie also denn offiziell mit dieser Kompilation, auch wenn sie sich bei der Auswahl der Abgaben ganz volksnah geben. Die Trutzburg heißt für beide Regenten Detroit. Sire Garnier kümmert sich hierbei um die ältere und jüngere Vergangenheit der Ländereien, wobei er ganz im Sinne der unlängsten Prunkkutschenfahrt mit Seiner Hoheit Mills ganz früh bei den Stooges, Aretha Franklin, den Temptations und Funkadelic anfängt und sich dann über die ehrwürdigen Vorfahren bis hin zu Dabrye und Arpanet vorarbeitet. Sire Craig wiederum gibt die Komplimente nach Old Europe zurück und sucht Einflüsse und Wechselbeziehungen bei Klassikern von etwa Visage, Nitzer Ebb, Kano und Yello, um dann schließlich bei Black Dog zu landen. Alle Zehnten sind gut gealtert und zu Recht im höfischen Vorratskeller und die beiden Majestäten klopfen sich bei der Zusammenstellung der Tafelrunde auch ein bisschen gegenseitig auf die erlauchte Schulter. Honi soit qui mal y pense. Klapp, Klapp…die Tänzer.

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