Benjamin Wild – Demain (Mirau)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

“Demain” ist ein vetrackt funkiger, fiepsiger Hochgeschwindigkeitstrack mit Pling-Plong-Ohrwurmakkorden, bei dem es in der Spielzeugabteilung bis zum Morgengrauen rund zu gehen scheint, was von Miss Alaska mit selbstverständlicher Nonchalance kommentiert wird. Totaler Smash Hit. ‚Basslufe’ ist ein Dubtechnoid, der sich schiebend, stoisch und gluckernd ausrollt, auch sehr gewieft.

De:Bug 04/06


Franz & Shape – Destination Location EP (Relish)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Francesco Spazzoli und Chris Shape haben die nicht so heiße Idee Electro, New Wave und Italo-Disco zu verbinden. Selbstredend mit obligatorischem Expressiv-Bühnenauftritt, Glam-Gesang und Beteiligung von Chelonis R. Jones und GD Luxxe alias Gerhard Potuznik. Einfach erstaunlich wie hartnäckig sich diese 80er-Anbindungen halten, dieser sagenhafte Trotz. Als könnte man das niemals wieder recyclen, wenn man jetzt mal kurz loslässt. Ich neige vor allem bei den Gesangseinlagen zu den beiden Stücken, bei denen der glitschige Italo-Anteil überwiegt, dieses aufgesetzte Herumzicken ist mir sonst etwas peinlich, auch wenn sicherlich jede Generation ein Anrecht auf aufgesetztes Herumgezicke hat.

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Jhelisa – Primitive Guide To Being There (Infracom)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Eigentlich tauchen gerade wieder die Perlen des Frühneunziger-Clubsouls auf, da hatte Jhelisa Anderson als Teil von Soul Family Sensation und später alleine mit dem Hit ‚Friendly Pressure’ eine veritable Habenseite, bevor sie sich jahrelang als Gastsängerin in die schicken Studios größerer Stars verabschiedete. Sie geht mit diesem Album zurück zu den Wurzeln, aber nicht zu denen ihrer Karriere, sondern zu denen ihrer Kultur. Die Koordinaten sind alte Bekannte wie Südstaaten inklusive Sumpf, Motherland, Nina Simone, Ungerechtigkeit, Zupfinstrumente, Multikultur, Blues, Bars in denen man noch rauchen darf und gehobene Jazzfestivals. Dazu gibt es eine passende DVD mit einer Dokumentation, welche die Sängerin in New Orleans begleitet. So weit, so gediegen. Ich ziehe in diesem Fall ‚I Don’t Even Know If I Should Call You Baby’ vor.

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Loka – Fire Shepherds (Ninja Tune)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Ungebrochen ist die Begeisterung der Engländer für psychedelisch entrücktes 60’s/70’s Jazz Rock-Gegniedel, sleazy verhallte Soundtracks und Library Music. Die entsprechenden Flohmarktkisten dürften mittlerweile für die nächsten Dekaden geplündert sein. Loka aus Liverpool gehen nach bisher dünn gesäten Veröffentlichungen (ein Compilation-Beitrag und eine EP) auf ihrem Debütalbum voll Wah Wah-Prog, im Rhythmus schwergängig gebrochen und im Arrangement breitwandig aufgeplustert. Es gibt nicht so viele Soloausflüge, dafür einen geschäftigen Schlagzeuger und dunkle Streicherkaskaden für Cineasten. Suggeriert eine minutiös geplante Jam Session für ein ausgewähltes Publikum, ist aber interessanter als das letzte Album ihrer Labelchefs.

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Riot In Belgium – The Acid Never Lies (Relish)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Vocoder trifft Sequencer-Bassline, trifft Kuhglocke, trifft Orchester-Stabs, trifft Syndrums, in der gefühlten 7549. Auflage. Vielleicht etwas poppiger als bei vergleichbaren Exponaten, aber wohl auch nicht origineller. Ich glaube kaum, dass das in Belgien oder auch anderswo Krawalle auslöst. Der Acid-Anteil war bis Redaktionsschluss nicht zu finden.

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Swayzak – Route De La Slack (Studio!K7)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Opulenter Rückblick, über die CDs ‘Remixes’ und ‘Rarities’ verteilt. Das Duo ist ja eine verdiente Größe im Bereich Micro House, was auf der Insel vielleicht gar nicht derartig holprig-usurpierend kategorisiert worden wäre, wenn man dort deutsche Produktionen reduzierter Bauart nicht so lange ignoriert hätte. Dieses unübliche Versäumnis sollte man Swayzak aber nicht anlasten, die zwischen Clicks, Rave, Electro, Dub und gelegentlichen Indie-Anwandlungen seit jeher absolut solide dubbig plocken und bleepen, mal poppig, mal dark und meistens deep. Dieses breite Spektrum lässt in solch geballter Ladung zuweilen etwas eigene Identität vermissen aber es ist auch schön nachzuhören, was die Laptops der beiden alles so über die Jahre ausgespuckt haben, hat sich ja denn auch ein verlässliches Markenzeichen draus entwickelt. Und das muss man auch erstmal hinkriegen.

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V.A. – Electric Pussycat (BBE)

Posted: April 6th, 2006 | Author: | Filed under: Rezensionen | Tags: , | No Comments »

Irgendwie rumort es im einstmals rein spirituell-afrozentrischen Gebälk der New Yorker Deep-House-Community vom Schlage Body & Soul. FKs letzter Essential Mix war fast durchgehend pumpend elektronisch, Joe Claussell geht mit seiner Mix-CD „Translate“ ab von von den Roots und hin zur Digi-DJ-Ästhetik und jetzt Ibadan-Macher mit diesem Set, angeblich live im Club „Electric Pussycat“ in Brooklyn mitgeschnitten. Statt Authentizitäts-Live-Mucker-Anspruch mit angepeilter samstagnächtlicher Erleuchtung werden jetzt Smoking und Fliege angezogen und der Anspruch heißt „Electronic Cabaret“. Das klingt dann so, als hätte man die Rush Hour von Dixon at Inner City und Mayer at 672 zusammengezogen. Rej, Brutalga Square, Carl Craigs Darkness, Leave My Head Alone Brain und Mathew Jonson und smarter Acapella-Einsatz obendrauf. Die hiesige technoide Uminterpretierung von Deep House zieht wahrlich globale Kreise und die Hippies haben vorerst das Gebäude verlassen.

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